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Umland Tote Karpfen am Moritzburger Großteich
Region Umland Tote Karpfen am Moritzburger Großteich
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16:09 26.04.2019
Am Ufer des Großteichs liegen an etlichen Stellen tote Karpfen. Quelle: Silvio Kuhnert
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Moritzburg

Nach einem Spaziergang an den Moritzburger Teichen wandte sich ein Leser besorgt an die DNN. „Wir haben sehr viele große tote Fische gesehen“, berichtete er. Besonders die sogenannte Russeninsel ist davon betroffen. Am Ufer des Großteiches lagen zahlreiche Kadaver von Karpfen. „Was ist da passiert?“, fragte sich nicht nur der DNN-Leser, sondern auch andere Spaziergänger in der Moritzburger Teichlandschaft.

„Es handelt sich um Spätfolgen des vorigen Sommers“, informierte Henry Lindner, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Moritzburg. Wegen der Hitze und Dürre musste der Teichwirt im Juli und August das Füttern einstellen. Damit die Karpfen für die Verdauung nicht so viel Sauerstoff verbrauchten und so dessen Gehalt im Wasser weiter reduzierten, was den Erstickungstod der Fische bedeutet hätte, wurden sie auf Naturkost gesetzt. Für sie gab es nur noch das zu fressen, was sie in den Teichen selbst fanden.

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Dadurch konnten nicht alle ausreichend Fettreserven aufbauen. Diese benötigen sie aber in den zurückliegenden Wochen, als sie aus der Winterstarre erwachten. „Die Fische fahren ihren Kreislauf hoch, dafür benötigen sie mehr Energie als in der kalten Jahreszeit, doch die ist nicht da“, so Lindner. Der Kreislauf etlicher Karpfen versagte, sie starben und sanken zu Boden. Nun steigen die Kadaver wieder auf.

Betroffen sind vor allem die vier Jahre alten Schuppenkarpfen im Großteich. Rund 7000 Stück leben in dem Gewässer. Für die Vermarktung benötigen sie ein Gewicht von vier bis fünf Kilogramm, dieses sollten sie bis zum Herbst dieses Jahres erreichen. Tote Fische sind auch gehäuft am Steingrundteich zu finden. Den konnte die Teichwirtschaft im vergangenen Jahr nicht mehr abfischen.

Zwischen 300 und 400 Fische sind bislang gestorben. Lindner und sein Team sind jeden Tag am Auflesen. Sie hoffen, dass das Fischsterben in den nächsten Tagen aufhört. Seit drei Wochen füttern sie intensiv nach, damit die Karpfen nach der Fastenzeit im vorigen Sommer und der Kältestarre zu Kräften kommen.

Von Silvio Kuhnert