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Umland Thomas-Müntzer-Kita wird durch Anbau vergrößert
Region Umland Thomas-Müntzer-Kita wird durch Anbau vergrößert
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18:20 20.06.2019
Die Baukosten für den geplanten Anbau an die Kita „Thomas Müntzer“ betragen schätzungsweise knapp zwei Millionen Euro. Quelle: Silvio Kuhnert
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Radebeul

Die Kita „Thomas Müntzer“ in Radebeul bekommt den umstrittenen Erweiterungsbau. Der über einen überdachten Gang mit der denkmalgeschützten Villa an der Meißner Straße verbundene Anbau soll an der östlichen Seite des Grundstückes errichtet werden, dort wo sich der Waldgarten der Kindereinrichtung befindet. So hat es der Stadtrat mit 18 Für- und sieben Gegenstimmen bei vier Enthaltungen beschlossen. Auf Antrag von Andreas Franzke (Freie Wähler) wird die Verwaltung beauftragt, den Eingriff in den Baumbestand auf ein Minimum zu reduzieren, um den Charakter des Waldgartens weitestgehend zu erhalten.

Der Spielbereich mit Tunneln zum Durchrobben, Stangen zum Klettern, Hangeln und Balancieren unter den großen Schattenspendern ist integraler Bestandteil des Konzeptes des Kindergartens. „Das Bewegungskonzept darf nicht in Frage gestellt werden. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal in Radebeul“, betonte eine Vertreterin des Elternrates. Bei einer Befragung unter der Elternschaft sprachen sich nur 17 Prozent für den geplanten Standort des Anbaus aus. 32 Prozent lehnten jegliche Vergrößerung der Kita zu Lasten des großen Außenbereichs mit rund 60 Quadratmeterspielfläche pro Kind ab. Die Kita hat derzeit eine Kapazität von 75 Plätzen. 47 Prozent der Eltern können sich mit einem Erweiterungsbau unter der Bedingung anfreunden, wenn der Waldgarten erhalten bleibt.

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Der Elternrat regte daher an, die Errichtung eines Anbaus auf dem westlich gelegenen Grundstück zu prüfen. Das brachliegende Grundstück gehört der Stadt. Eine Spiegelung des derzeit angedachten Baus würde ihrer Meinung nach den Planungsprozess nicht weiter verzögern und der Waldgarten bliebe in seiner jetzigen Form unberührt.

Diesen Vorschlag griffen die Stadtratsfraktion Bürgerforum/Grüne und Stadträtin Andrea Meinel in einem Antrag auf. Mit elf Für-, 17 Gegenstimmen und einer Enthaltung fand das Ansinnen keine Mehrheit. Das Areal an der Westseite ist bereits verplant. Dort soll unter anderem der Sozialtrakt für das bereits beschlossene Kleinspielfeld für Fußball hinkommen.

„Wir können die Kinder der Kita ’Harmoniestraße’ nicht in der Luft hängen lassen“, sagte CDU-Stadträtin Bianca Erdmann-Reusch. Für den Neubau der Oberschule Kötzschenbroda muss diese Einrichtung in Radebeul-West weichen. Durch die Vergrößerung der Thomas-Müntzer-Kita auf 112 Plätze möchte die Stadt Ersatz schaffen.

Stadträtin Eva-Maria Schindler (Freie Wähler), hob positive Effekte durch die Zusammenlegung hervor. So kommen die Kinder der Harmoniestraße in den Genuss von mehr Freifläche. Durch den Anbau wird in der Kita „Thomas Müntzer“ zudem eine Betreuung ab dem 1. Lebensjahr ermöglicht.

Von Silvio Kuhnert