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Umland Tharandts einziger Studentenclub benötigt dringend neues Domizil
Region Umland Tharandts einziger Studentenclub benötigt dringend neues Domizil
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10:25 22.01.2019
Weil der Freistaat Sachsen und das Dresdner Studentenwerk die Sanierungskosten für das Studentenwohnheim Weißiger Höhe 1 in Tharandt scheuen, haben sie das Objekt verkauft. Quelle: Dietrich Flechtner
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Tharandt

Die Existenz des einzigen Studentenclubs in Tharandt ist bedroht. Bis Ende April dieses Jahres muss der Heinrich Cotta Club e.V. sein jetziges Domizil im Studentenwohnheim Weißiger Höhe 1 verlassen. „Bis jetzt haben wir noch keine neue Bleibe“, sagt Clubchef Patrick Siemokat. Mit seinen 28 aktiven Mitstreitern im Verein sucht der Forststudent nach neuen Clubräumlichkeiten. Doch bis jetzt sind sie noch nicht fündig geworden. In Tharandt sei das Raumangebot sehr begrenzt, so Siemokat. Und die Zeit drängt.

Nicht nur für den Club sind die Tage im „Öko“, wie das Studentenwohnheim auch genannt wird, gezählt. Sämtliche Bewohner müssen das Gebäude nach dem Ende des Wintersemester verlassen. Grund: Der Freistaat Sachsen habt das Wohnheim an die K & R Bauträgergesellschaft mbH mit Sitz in Wilsdruff verkauft, teilt Stefan Wagner, kommissarischer Geschäftsführer des Staatsbetriebs Zentrales Flächenmanagement Sachsen (ZFM) mit. Der neue Eigentümer wolle das Gebäude instand setzen und plane eine wohnwirtschaftliche Nutzung, heißt es weiter.

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Ein Umzug nach Dresden kommt für die Studenten nicht in Frage

Den Heinrich Cotta Club e.V. haben im Jahr 1986 Forststudenten gegründet. „Er ist primär dazu da, studentisches Leben in Tharandt zu ermöglichen“, sagt Siemokat. Seit jeher sei er im „Öko“ ansässig. Dort haben die Studenten einen Clubraum mit Bar, Sitzgelegenheiten und einer kleinen Bühne geschaffen, wo sie sich zum fachlichen Austausch und zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten treffen. Darüber hinaus stellen die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder immer wieder Veranstaltungen auf die Beine. Dazu zählen regelmäßige Diskussionsabende mit Wissenschaftlern oder jährliche Highlights wie das Holzhackerfest oder der Grüne Ball.

„Ohne Club haben wir keine Möglichkeit, uns zu treffen“, sagt Siemokat. Neben dem Clubleben gehen auch die Lagermöglichkeiten für Zapfanlagen und anderen gastronomischen Bedarf sowie Dekomaterial, das die Studenten für die Ausgestaltung des Balls und anderer Feste benötigen, verloren. Zur Diskussion steht gegenwärtig unter anderem ein Umzug nach Dresden. „Das kommt für uns aber nicht in Frage“, betont Siemokat, denn sonst sterbe das studentische Leben in der Forststadt aus.

Nah am Hörsaal und günstig

„Der Heinrich-Cotta-Club muss als wichtiger studentischer Kulturträger in Tharandt erhalten bleiben, um die Attraktivität des Studiums in der Forststadt Tharandt langfristig zu sichern!“, fordert daher auch die Vereinigung Dresdner Studentenclubs (VDSC) in einem offenen Brief. Sie appellieren an das Studentenwerk und die TU in Dresden, die Stadt Tharandt sowie an den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, den Club beim Finden einer geeigneten Lösung zu unterstützen.

Der Freistaat, Eigentümer des Wohnheims, sowie der Betreiber, das Studentenwerk in Dresden, wollten das Gebäude schon seit mehreren Jahren los werden. Grund sind die immensen Kosten in Millionenhöhe für die längst fällige Sanierung des Hauses aus den 1950er Jahren. Mit 41 Zimmern ist das Heim eines von insgesamt drei in Tharandt – und zugleich das größte. Von der im Sommer vorigen Jahres bekanntgewordenen Verkaufsabsicht waren die Bewohner nicht begeistert. Denn die Zimmer haben den Vorteil, nah an den Hörsälen der in Tharandt beheimateten Forstwissenschaft und vergleichsweise günstig zu sein.

Von Silvio Kuhnert

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