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Umland Tenne wird zur Fahrraderlebniswelt
Region Umland Tenne wird zur Fahrraderlebniswelt
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17:58 01.07.2019
Hochbauamtsleiter Christoph Krzikalla (l.) und Steffen Stiller vom Radfahrerverein besprechen letzte Details für den Umbau.
Hochbauamtsleiter Christoph Krzikalla (l.) und Steffen Stiller vom Radfahrerverein besprechen letzte Details für den Umbau.
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Weinböhla

Das Geräusch eines Presslufthammers dröhnt aus der Tenne in Weinböhla. Im Inneren der alten Scheune schippt ein Bauarbeiter alte Ziegelsteine in eine Schubkarre. Punkt 10 Uhr unterbricht er sein Tagwerk und auch der Hammer verstummt. Denn auf der neuesten Großbaustelle der Gemeinde hat sich Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) mit Gästen versammelt. „Heute ist der offizielle Baustart für die sächsische Fahrraderlebniswelt“, sagte der Rathauschef am Montagvormittag.

Die Scheune ist Teil des ehemaligen Bauernhofes Kirchplatz 5 im Zentrum von Weinböhla. Anfang der 1990er Jahre übernahm die Gemeinde das Objekt und nutzte es sporadisch für Veranstaltungen wie Winzerstraßenfest, Kinderfasching oder Rassekaninchenausstellungen. 2016 wurde dann die Idee geboren, eine Fahrraderlebniswelt zu schaffen.

„Wir haben einerseits einen sehr aktiven Radfahrerverein“, so Zenker. Zu diesem gehört die Historische Radgruppe. Deren Mitglieder interessieren sich nicht nur für die rund 200-jährige Geschichte der Drahtesel, sie verfügen auch über eine Sammlung von rund 100 Zweirädern. Doch die historischen Fahrzeuge – das älteste original erhaltene Rad stammt aus dem Jahr 1865 – stehen meist im Depot und werden derzeit nur auf Festumzügen wie zum Tag der Sachsen oder im vorigen Jahr zum Landeserntedankfest in Coswig der Öffentlichkeit präsentiert. Andererseits gibt es die denkmalgeschützte Tenne. „Sie ruft nach einer Sanierung und neuen Nutzung“, so Zenkers Begründung.

Mit dem Umbau zu einem Fahrradmuseum möchte die Gemeinde dem Gebäude eine neue Zukunft geben und Ausstellungsfläche für die Fahrradsammlung des Vereins schaffen. In dem Museum werden die Besucher künftig nicht nur Laufrad, Einrad und Co. betrachten, sondern es wird eine Erlebniswelt mit Mitmachstationen geben. So soll man beispielsweise auf Rennrädern testen können, wer am schnellsten ist. Im Außenbereich zur Rathausstraße hin entsteht ein Parcours. Er wird Groß und Klein ermöglichen, auf unterschiedlichem Untergrund die historischen Räder zu testen.

Die Metamorphose von einer Scheune zum Erlebnismuseum beschrieb Hochbauamtsleiter Christoph Krzikalla: Durch den Eingang vom Hof aus betreten die Besucher ein großes Foyer mit Empfangstresen und genügend Raum für Vorträge. Links beginnt in Höhe des heutigen Podestes die Ausstellung. Zu dieser gehört im Erdgeschoss eine Schauwerkstatt. Dort können die Besucher dann künftig Steffen Stiller, dem Leiter der Historischen Radgruppe, beim Herrichten der „Oldtimer“ über die Schulter schauen. Im bislang ungenutzten Obergeschoss wird die Geschichte des Fahrrads thematisiert. Die Museumsräume werden mittels eines Fahrstuhls barrierefrei zu erreichen sein.

Spätestens im Sommer 2020 möchte Weinböhla die Eröffnung der Fahrraderlebniswelt feiern. Die Investitionssumme beträgt rund 1,4 Millionen Euro, davon sind über eine Million Euro Fördermittel.

Von Silvio Kuhnert