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Umland Straßenbauprogramm in Radebeul-Ost ist vor dem Abschluss
Region Umland Straßenbauprogramm in Radebeul-Ost ist vor dem Abschluss
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16:31 30.10.2018
Viel fehlt nicht mehr, bis Bauleute den Verkehr auf der Dresdner Straße freigeben können. Quelle: Uwe Hofmann
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Radebeul

Wenn in diesen Tagen die Bauleute die Dresdner Straße wieder freigeben, dann neigt sich ein langes Sanierungskapitel in Radebeul-Ost dem Ende zu. „Seit elf Jahren“ lässt die Stadt eine Straße nach dem anderen in dem Stadtteil auf den Vordermann bringen, wie die im Rathaus für Straßenbau zuständige Marlies Wernicke sagt. Zinzendorfstraße, Gartenstraße, Pestalozzistraße, Sidonienstraße, Kiefernstraße, Schildenstraße, Scharfe Ecke – die Liste der Straßen, die unterhalb der Meißner Straße liegen und auf denen in den letzten Jahren insgesamt Millionensummen investiert wurden, ist lang. Nun eben die Dresdner Straße, wo für knapp 600 000 Euro zwischen Wiesenstraße und Seestraße das Kopfsteinpflaster gegen Asphalt getauscht und bei der Gelegenheit auch ein neuer Abwasserkanal und neue Leitungen verlegt wurden. „Die Baufirma hatte dort große Schwierigkeiten, Montageleistungen zu bekommen“, sagt die Sachgebietsleiterin Wernicke. Nun sei sie gut dabei aufzuholen.

Es gab auch Rückschläge. So wünschte sich Radebeul eigentlich, die Forststraße quer durch die angrenzenden Kleingartenanlagen auf Dresdner Flur zu einem Autobahnzubringer Richtung Autobahn 4 zu verlängern. „Dafür haben wir in Dresden keine Zustimmung bekommen“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche nun trocken. Im jüngst verabschiedeten Verkehrsentwicklungsplan hat sich die Stadt von den Ausbauplänen verabschiedet, einen entsprechenden Bebauungsplan, der Flächen für den Straßenbau sichern sollte, hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung aufgehoben.

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Leidiges Problem: Baufirmen haben keine Kapazitäten

Das Kapitel ist aber eigentlich schon länger beendet. 2015 einigte sich die Stadt außergerichtlich mit der Krieger Liegenschaften-GmbH. Diese hatte den ihr gehörenden Elbepark vergrößert, wogegen Radebeul geklagt hatte. Am Ende floss Geld: Eine Million Euro überwies Krieger an Radebeul, die für den Straßenausbau gedacht waren. Sie sollen nun vor allem in die marode Forststraße fließen, die zwischen Gartenstraße und Meißner Straße für rund 660 000 Euro ausgebaut werden soll. Das war eigentlich schon in diesem Jahr geplant, die Ausschreibung platzte jedoch. „Die Firmen haben derzeit einfach volle Auftragsbücher“, begründet Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). 2019 soll es nun, bestenfalls ab Frühjahr, losgehen – vorausgesetzt dieses Mal findet sich ein Auftragnehmer.

Den größten Teil der Baukosten übernimmt dabei der Freistaat, 560 000 Euro werden über das Programm zum Bau wirtschaftlicher Infrastruktur gefördert. Denn, das übersieht man leicht, vor allem an Gartenstraße und Forststraße gibt es lebhafte Gewerbegebiete mit vielen Unternehmen. Die Forststraße wird nicht nur als inoffizielle Verbindung zur Autobahnauffahrt Dresden-Neustadt gebraucht, sondern auch für einen regen Lieferverkehr in Radebeul-Ost. Sie soll durch den Ausbau auch für Laster nutzbar werden, derzeit reicht die lichte Höhe an der Bahnüberführung dafür noch nicht.

Dann ist in Radebeul-Ost eigentlich alles fertig, mit einer großen Ausnahme: Die Meißner Straße. Für sie gibt es vor allem im besonders schadhaften Abschnitt zwischen Schillerstraße und Eduard-Bilz-Straße einen Plan, den die Landesdirektion Sachsen aber noch nicht bewilligt hat. Frühestens 2020 könnte gebaut werden. Dann soll auch die Forststraße eine Ampel an der Kreuzung mit der Meißner Straße erhalten. Und das Straßennetz in Radebeul-Ost eine Belastungsprobe erfahren: Sidonienstraße und Kiefernstraße wurden vor allem deshalb mit viel Mühe und viel Geld – knapp 900 000 Euro fallen allein auf die Kiefernstraße – saniert, damit sie als Umleitungsstrecken für die Meißner Straße dienen können.

Von Uwe Hofmann