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Umland Stillstand beim Bahnhof Radebeul-West
Region Umland Stillstand beim Bahnhof Radebeul-West
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16:17 11.04.2020
Der Bahnhof Radebeul-West steht seit vielen Jahren leer und verfällt zusehends. Quelle: Silvio Kuhnert
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Radebeul

Bei den Sanierungs- und Wiederbelebungsbemühungen des seit Jahren leerstehenden Bahnhofsgebäudes in Radebeul-West gibt es keine gute Nachrichten. In einer Stellungnahme der Verwaltung in der Stadtratsdebatte um den diesjährigen Haushalt heißt es, dass die Gespräche und Absichtserklärungen mit dem Eigentümer bisher nicht zum Erfolg geführt haben. Und es sei auch „nicht davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit eine Änderung der Situation eintritt und die Sanierung des Gebäudes erfolgt“.

Übergabe des Raumkonzeptes schon im Dezember 2019

Noch im vorigen Jahr keimte Hoffnung, dass in die verfahrene Situation endlich Bewegung kommt. Im Januar 2019 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um den Bahnhof in Radebeul-West zu erwerben. Mit dem Beschluss wollte die Lößnitzstadt Druck auf den Ei­gentümer ausüben, in dessen Besitz sich der Klinkerbau seit 2014 befindet, damit er entweder selbst tätig wird und das denkmalgeschützte Gebäude saniert oder es an die Lößnitzstadt verkauft, damit die Kommune die Stadtbibliothek Radebeul-West sowie weitere kulturelle Nutzungen dort hineinbringen kann. Daraufhin kam es zu Gesprächen.

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Ende 2019 übergab die Lößnitzstadt ihr Raumkonzept an den Eigentümer. „Jetzt ist er am Zuge. Wir warten auf seinen Vorschlag, wie sich unsere Raumvorstellungen in das Gebäude einordnen und baulich umsetzen lassen“, sagte OB Bert Wendsche (parteilos) im Dezember 2019.

Eigentümer lässt auf sich warten

Eine Reaktion ist bis jetzt nicht im Rathaus eingetroffen, wie eine DNN-Anfrage ergab. „Der Eigentümer hat bisher noch nicht die seinerzeit vereinbarte Machbarkeitsstudie zum von uns vorgelegten Raumkonzept beauftragt“, teilte Stadtsprecherin Ute Leder mit. Die Stadt möchte die Hälfte der Kosten für diese Studie übernehmen. Im März dieses Jahres hatte das Sachgebiet Stadtentwicklung erneut nachgefragt – jedoch ohne Erfolg. „Der Stadt liegen keine Hinderungs- oder Ablehnungsgründe des Eigentümers zu den städtischen Vorstellungen vor“, informierte Leder.

Bauplanungen rund um die Bahnhofstraße

Derweil kommt Bewegung in die Aufhübschung und Neugestaltung der Bahnhofstraße im Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“. Im Etat für 2020 sind 252 000 Euro, davon 164 300 Euro Fördermittel, dafür reserviert. Das Geld ist für die Sanierung der Gehwege zwischen Meißner Straße und Güterbahnhofstraße bestimmt. Die Pflasterung weist Verwerfungen und Dellen auf. Im Wesentlichen ist laut Leder „eine grundhafte Instandsetzung mit verbesserter Fußläufigkeit des Belages“ vorgesehen. Die konkrete Planung soll samt Baubeschluss in diesem Jahr erfolgen. Die Arbeiten selbst sind für 2021 eingeplant und dauern dann nur wenige Wochen.

Derweil erwarten die Räte mit Spannung das Verkehrskonzept für das Sanierungsgebiet. Sie wollen, dass auf dem mittleren Abschnitt der Bahnhofstraße zwischen Harmonie- und Hermann-Ilgen-Straße künftig weniger Autos fahren und parken. Dank einer Studie liegen dafür verschiedene Varianten vor. Nachdem eine Arbeitsgruppe des Stadtrates zweimal getagt hat, hofft die Verwaltung, „dass die freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung im Juni durchgeführt werden kann“, informierte Leder. Auf Basis des Verkehrskonzeptes sowie des bereits vorliegenden Händlerleitbildes werden konkrete Vorhaben zur Neugestaltung der mittleren Bahnhofstraße erarbeitet, um die Attraktivität der Einkaufsmeile zu steigern.

Von Silvio Kuhnert

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