Stiller Protest der Wirte mit leeren Stühlen
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Umland Stiller Protest der Wirte mit leeren Stühlen
Region Umland Stiller Protest der Wirte mit leeren Stühlen
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14:34 25.04.2020
Auch auf dem Dorfanger Altkötzschenbroda standen am Freitag leere Stühle. Quelle:  
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Pirna/Radebeul

Um auf ihre prekäre wirtschaftliche Lage während der Corona-Krise aufmerksam zu machen, haben Gastwirte erneut leere Stühle an prominenten Orten aufgestellt. Neben Dresden waren auch Pirna und Radebeul Schauplatz der Aktion.

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So haben nach Angaben von Judith Fichtner, Vorsitzende des Regionalverbands Sächsische Schweiz des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, in der Sandstein-Stadt rund 60 Gastwirte 536 Stühle sowie eine festlich gedeckte Tafel auf dem Marktplatz aufgestellt. Jede der Sitzgelegenheiten stehe symbolisch für eine der rund 500 gastromischen Einrichtungen im Elbsandsteingebirge, die weiter für unbestimmte Zeit geschlossen bleiben. Die vom Koalitionsausschuss auf Bundesebene beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes sowie die befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent helfen laut Fichtner den Gastwirten nur begrenzt. Sie fordert einen Rettungsfonds mit sofortigen Finanzhilfen für die Gastronomie.

35 Wirte beteiligten sich

In Radebeul hatte die Kultur- und Werbegilde Altkötschenbroda zur „Leere Stühle“-Aktion aufgerufen. Bis zu 35 Gastwirte, Winzer und Betreiber von Besenwirtschaften aus der Lößnitzstadt haben sich auf dem Dorfanger beteiligt. Sie nehmen bereits die Zeit nach dem Shutdown in den Blick, wenn sie ihre Einrichtungen auch mit Einschränkungen wieder öffnen dürfen. In einem Brief an OB Bert Wendsche (parteilos) sowie die Stadtratsfraktionen bringen sie ihren Wunsch nach einer besseren Zusammenarbeit mit der Stadt zum Ausdruck.

Laut Mandy Hähnel vom Vorstand der Kultur- und Werbegilde machen Gastronomen und Händler folgende Vorschläge: Die Stadt soll 25 000 Euro in den Haushalt für bundesweite Werbeaktionen für Radebeul einstellen. Die Konzepte dafür wie beispielsweise Imagefilm oder Plakatmotive könnten bei regelmäßigen Treffen mit der Verwaltung entwickelt werden. Die Händler sollen zudem ihre Läden bis Jahresende auch Sonntags öffnen dürfen.

Von Silvio Kuhnert