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Umland Stadtplaner wünscht kreative Ideen für Radebeul-West
Region Umland Stadtplaner wünscht kreative Ideen für Radebeul-West
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18:40 19.03.2019
Für die Zukunft des Bahnhofes in Radebeul-West bahnt sich eine Lösung an. Für Bahnhofstraße werden dagegen noch Ideen gesucht. Quelle: Silvio Kuhnert
Radebeul

Zu einem Diskussionsabend über die Entwicklung des Bahnhofes hatte die Wählervereinigung Bürgerforum/Grüne geladen, am Ende ging es gar nicht so zentral um den markanten Klinkerbau in Radebeul-West, sondern um das gesamte Areal rund um die Bahnhofstraße bis zur Meißner und Moritzburger Straße, dem Zentrum von Kötzschenbroda. „Es ist ein abgestürzter Stadtteil“, sagte der Radebeuler Architekt Thomas Scharrer, der als Fachmann und Stadtplaner an der Veranstaltung teilnahm. Grund: „Es machen mehr Geschäfte zu, als neue aufmachen.“

Prominentes Beispiel der jüngeren Zeit ist die Rossmann-Filiale. Seit der Drogeriemarkt seinen Laden im vorigen Herbst schloss, ist die Besucherfrequenz auf der Bahnhofstraße spürbar zurückgegangen. Zwar möchte Rossmann im Viertel bleiben. Bis aber der Konzern einen größeren Markt auf dem Areal des vor Kurzem abgerissenen ehemaligen Fischladens an der Meißner Straße baut, wird noch einige Zeit verstreichen.

Die Bahnhofstraße lade derzeit nicht zum Flanieren ein. „Je mehr Geschäfte leer stehen und je weniger Warenangebote es gibt, desto öder wird es“, meint Scharrer. Für ihn ist der Stadtteil aber noch nicht verloren. Das Zentrum von Radebeul-West kann wieder mit Leben gefüllt werden. Was gegenwärtig aber fehle, sei ein Plan, ein Konzept, eine Vision, wie sich der Stadtteil entwickeln soll. „Kein Gewerbetreibender mietet sich jetzt ein Geschäft, wenn er nicht weiß, was in zwei Jahren hier wird“, so Scharrer.

Er erinnerte bei der Diskussionsrunde am Montagabend an die Hauptstraße: „Auch in Ost war es ein langer Weg.“ Um den Niedergang dieser Einkaufsmeile zu stoppen, setzten sich mehrere Akteure, darunter Verwaltung und Gewerbetreibende, im Rahmen des Wettbewerbs City-Offensive „Ab in die Mitte“ an einen Tisch und entwickelten unter dem Motto „Radebeul macht Dampf“ Ideen, die sie dann umsetzten. Oder zum Thema Glasinvest kamen vor über einem Jahrzehnt Architekten, Landschaftsarchitekten und andere Fachleute zu einem Workshop zusammen und machten sich Gedanken, was aus dem Areal nach dem Abriss des im Stadtbild völlig deplatzierten Hochhauses werden kann.

„Jetzt haben wir in West zwar ein Sanierungsgebiet, aber ein Ideenvakuum“, sagte Scharrer und regte an, den Workshop-Gedanken aufzugreifen, um diese Situation zu durchbrechen. „Wir brauchen kreative Ideen“, so Scharrer, und diese müssten mit allen Akteuren zusammen entwickelt werden. Dazu zählt er auch die Eigentümer der Wohn- und Geschäftshäuser, die seiner Meinung mehr in den Entwicklungsprozess einbezogen werden müssten. Beispielsweise schlummert in den Hinterhöfen ungenutztes Potenzial. „Diese könnte man mit Passagen durchziehen, wo sich Handwerker mit ihren Werkstätten, Cafés und kleine Läden ansiedeln“, schlägt Scharrer vor.

Zur Zukunft des Bahnhofes sagte er, dass die Eigentümer festen Willens seien, dass Gebäude zu sanieren und neue Nutzungen hineinzubringen. Im Erdgeschoss kommt ein Bio-Supermarkt hinein. Für das Obergeschoss gibt es die Idee für ein „Coworking Space“, ein Großraumbüro, wo Freiberufler und kleinere Startups zeitlich befristet einen Arbeitsplatz mieten können. Wie von der Stadt gewünscht, kann auch die Bibliothek West im Bahnhof ein größeres Domizil bekommen.

Von Silvio Kuhnert

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