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Umland Stadt Radebeul geht bei Meißner Straße in die Offensive
Region Umland Stadt Radebeul geht bei Meißner Straße in die Offensive
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15:23 13.12.2018
Die Tabelle listet Verkehrsentwicklung und -prognose einzelner Kreuzungen entlang der Meißner Straße von Ost (oben) bis West (unten) auf. Die erste Zahl ist jeweils die tägliche Kfz-Belegung (Mo.-Fr.) östlich der Kreuzung, die zweite Zahl westlich der Kreuzung. Die Pfeile zeigen die jeweilige Tendenz an. Quelle: Quelle: Stadt Radebeul
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Radebeul

Was Anwohner und Nutzer der Meißner Straße kaum glauben mögen, die Verkehrsbelastung auf Radebeuls Hauptverkehrader – Meißner Straße – ist bis auf eine Ausnahme an der Stadtgrenze zu Coswig rückläufig sowohl tatsächlich, wie die Verkehrszählungen im Rahmen der Aktualisierungen des Verkehrsentwicklungsplanes aus den Jahren 2003 und 2014 belegen, als auch von der Prognose für 2030 her (siehe Tabelle). Diese Entwicklung ändert nichts am Hauptziel der Stadt – die durchgehende grundhafte Sanierung des Straßenzugs, damit Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen mit Tempo 50 rollen können.

Aufgrund des teilweisen schlechten Zustandes der Fahrbahn und vor allem der Gleisanlagen ist dies in mehreren Abschnitten seit Jahren nicht möglich. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte sich die Lößnitzstadt daher aufgemacht, den gesamten Straßenzug grundhaft auszubauen. Jedoch rund 20 Jahre später stehen noch mehrere Bereiche auf der Warteliste. Und so wundert die Frage, wann die Meißner Straße endlich komplett saniert ist, nicht, als sie auf der Informationsveranstaltung, zu der die Stadtverwaltung am Dienstagabend geladen hatte, aus den Reihen des Publikums kam.

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„Wenn alles positiv läuft, in zehn Jahren“, sagte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Wenn es allerdings schlimm kommt, dauere es noch mal 20 Jahre. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Derartige komplexe Straßenbauvorhaben, bei denen man die Interessen aller Verkehrsteilnehmer – vom Kraftfahrer und dem Straßenbahnbetrieb über Radfahrer bis hin zu Fußgängern – unter einen Hut bringen muss, benötigen eine lange Planungszeit und wie die Praxis zeigt, hat sich die Zeitspanne zwischen den ersten Gestaltungsideen bis zur Baureife unter anderem wegen gesetzlicher Vorgaben und Vorschriften verlängert.

Bei drei offenen Ausbauvorhaben, die sich noch im Vorplanungsstatus befinden, geht die Bauverwaltung jetzt in die Offensive. Im kommenden Jahr plant sie eine vorzeitige Bürgerbeteiligung für die Abschnitte zwischen Forststraße und Gleisschleife Radebeul-Ost (Schillerstraße), zwischen Eduard-Bilz-Straße und Wasastraße sowie Gradsteg und Gleisschleife West, wie Müller ankündigte. Der Informationsabend im Kulturbahnhof bildete daher den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen, um Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung für die weitere Planung entgegenzunehmen.

Erste Vorschläge kamen beispielsweise für den östlichsten noch offenen Abschnitt der Meißner Straße. Die Stadt möchte unter anderem eine Ampelanlage an der Forststraße bauen. Und sie lässt die Errichtung einer Fußgängerampel in Höhe des Aldi-Supermarktes prüfen. Aus dem Publikum kam der Wunsch, die Straßenbahnhaltestelle von der Fortstraße mehr in westliche Richtung in Höhe der Discounter Aldi und Lidle zu verlegen, da sich dort in der Nähe auch Arztpraxen, eine Kita und eine Förderschule befinden.

Auch wenn der vollständige grundhafte Ausbau der Meißner Straße noch auf sich warten lässt, im nächsten Jahr startet auf einem der schlechtesten Abschnitte die Instandsetzung. Sobald in 2019 bauoffenes Wetter herrscht, was bereits im Februar der Fall sein kann, werden zwischen Rennerbergstraße und Dr.-Külz-Straße die Pflastersteine und Gleise, wegen deren schlechten Zustand die Straßenbahn in dem Bereich nur zehn Stundenkilometer fahren darf, herausgerissen. Vor Gleis- und Straßenbau sind umfassende Kanalbauarbeiten und Leitungsverlegungen vorgesehen. Nach anderthalb bis zwei Jahren soll der grundhafte Ausbau abgeschlossen sein.

Von Silvio Kuhnert