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Umland Spätmittelalterliche Klosterpforte auf Festung Königstein für kommende Sonderausstellung nachgebaut
Region Umland Spätmittelalterliche Klosterpforte auf Festung Königstein für kommende Sonderausstellung nachgebaut
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18:12 09.03.2016
Die Restauratoren Tina Dömling und Dawid Wardak setzen das reproduzierte Mauerwerk auf der Festung Königstein in den Ausstellungsräumen der Magdalenenburg zur Klosterpforte zusammen. Quelle: Foto: Sebastian Kahnert, dpa
Königstein

Die Festung Königstein hat die hinter dicken Mauern verborgene einstige Klosterpforte ans Licht gebracht. Es ist zwar nicht das Original, das zwei Restauratoren derzeit in der Magdalenenburg für die kommende Sonderausstellung aufbauen, aber eine detailgetreue Kopie. „Es ist eines der letzten Relikte des einstigen Cölestinerklosters“, sagt Markus Bitterlich, Historiker und Kurator der Schau „Mönche auf dem Königstein und wie ‚der böse Samen Doctor Luthers‘ sie vertrieb“, die am 23. April öffnet.

Durch das Tor schritten im Jahr 1516, also vor nunmehr 500 Jahren, zwölf Mönche und ein Prior, um auf das Felsplateau zu gelangen. Das Klosterleben währte nur kurz. Denn bereits im Folgejahr schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Die einsetzende Reformation machte vor den Klostermauern auf dem Königstein keinen Halt. Die Einsiedlermönche sympathisierten recht bald mit den Lehren Luthers und verließen nach und nach den Tafelberg. 1524 wurde das Kloster aufgegeben.

Als authentisches Zeugnis dieses kurzen Kapitels der Festungsgeschichte ist neben der Garnisonskirche, welche die Mönche für den Gottesdienst einst nutzten, nur noch die Klosterpforte erhalten geblieben. Das Original befindet sich rund 20 Meter in der Tiefe, verdeckt von dem dicken Mauerwerk aus der Zeit des Ausbaus zur Landesfestung ab 1589. Der beschwerliche Weg dorthin ist keinem Besucher zumutbar. Daher stiegen die beiden Restauratoren Tina Dömling und Dawid Wardak aus Dresden hinab. Durch eine schmale Luke ließen sie Dampfreiniger, Staubsauger, Bürsten und Pinsel per Seilwinde herunter. „Wir haben die Pforte erst einmal gereinigt“, berichtet Dömling. Dann trug sie mit ihrem Kollegen eine Silikonschicht auf. Es folgte Gips, um einen Abdruck zu erhalten. Weil sie diese dreidimensionale Vorlage für die Reproduktion des 2,20 mal 2,60 Meter großen Torbogens nicht im Ganzen aus der schmalen Luke hieven konnten, zerlegten sie die in Einzelteile. Im Atelier setzten sie das Puzzle wieder zusammen und formten die originalgetreue Nachbildung.

Die beiden Restauratoren hätten theoretisch eine Kopie aus echtem Sandstein erstellen können. „Doch dann würde die Klosterpforte rund 2,5 Tonnen auf die Waage bringen“, berichtet Dömling. Dieses Gewicht können die Decken und Fußböden der Magdalenenburg nicht tragen. Daher verwendeten Dömling und Wardak Steinersatzmaterial. Dieses sieht Sandstein täuschend ähnlich, ist jedoch mit circa 300 Kilogramm deutlich leichter. Die Pforte bildet einen Höhepunkt der Ausstellung. Wie einst die Mönche können die Besucher durch sie hindurchgehen.

Von Silvio Kuhnert

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