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Umland Seit zehn Jahren organisiert Ute Czeschka den sächsischen Manufaktur-Weihnachtsmarkt
Region Umland Seit zehn Jahren organisiert Ute Czeschka den sächsischen Manufaktur-Weihnachtsmarkt
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12:21 04.12.2019
Heidi Folprecht (l.) ist mit ihrer Blaudruckerei seit vielen Jahren Ausstellerin auf dem von Ute Czeschka organisierten Weihnachtsmarkt. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul/Coswig

Ob die Blaudruckerei Folprecht in Coswig, Schnitzer und Dreher im Erzgebirge oder Textildesigner, Kirschner sowie Töpfer und Keramiker – in Sachsen hat traditionelle Handarbeit eine Heimat. „Wir sind das Bundesland mit der größten Dichte an Manufakturen und seltenen Handwerksbetrieben in Deutschland“, sagt Ute Czeschka. Die Meißnerin hat sich zur Aufgabe gemacht, die Handwerker und Manufakturisten mit ihrem Können öffentlich und bekannt zu machen.

Zu einer festen Adresse hat sich die „Sächsische Manufaktur Weihnacht“ entwickelt, die am zweiten Adventswochenende ihre Pforten auf Schloss Wackerbarth in Radebeul öffnet. Seit zehn Jahren organisiert Czeschka dieses Ereignis nun schon. Die Idee zu diesem besonderen Handwerksmarkt kam der Marketingberaterin durch die Zusammenarbeit mit der Leinenweberei Hoffmann aus Neukirch in der Lausitz. Fasziniert von dieser Weberei machte sich die Meißnerin neben ihren Job auf eine einjährige Reise zu den oft im Verborgenen arbeitenden Manufakturen im Freistaat. Um einmal im Jahr den Menschen aus nah und fern zu zeigen, welche Handwerkskunst Sachsen zu bieten hat, rief Czeschka die „Manufaktur Weihnacht“ ins Leben.

75 Aussteller präsentieren Ihre Handwerksprodukte

Die erste Ausgabe fand am Nikolaustag 2009 mit 14 Ausstellern in einem Dresdner Restaurant statt. „Die Veranstaltung stieß auf eine positive Besucherresonanz“, berichtet Czeschka. Der Ausstellungsort erwies sich als zu klein. Schon bald darauf kam Schloss Wackerbarth auf sie zu. Seit 2010 bietet das Staatsweingut die Kulisse. „Jetzt präsentieren sich 75 Aussteller“, berichtet Czeschka. Die angebotenen Waren produzieren sie alle selbst und sind persönlich vor Ort. Kamen zum ersten Manufakturweihnachtsmarkt einige Hundert Besucher, waren es im vorigen Jahr rund 6000.

Seit Jahren als Aussteller mit von der Partie ist Heidi Folprecht mit ihrer Blaudruckerei. Ihr Handwerksbetrieb existiert seit April 1988 an der Hohensteiner Straße in Coswig. Dort bedruckt sie mit diesem selten gewordenen Verfahren Heimtextilien, Tischdecken und -bänder, Schals und Tücher in Blau und Weiß. Vor einem Jahr hat die Unesco diese Technik als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. „In Deutschland gibt es insgesamt nur noch zwölf Blaudruckwerkstätten, zwei davon befinden sich in Sachsen“, informiert Czeschka.

Geführte Reisen zu den Manufakturen geplant

Um die Handwerksbetriebe unter einem „Dach“ in die Öffentlichkeit zu bringen, gründete Czeschka das Manufakturhaus Meißen. Damit Interessierte die Manufakturisten nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, sondern auch in den Werkstätten vor Ort kennen lernen, ist ihr die Idee zu „ManufakTouren“, geführten Besuchen, gekommen, mit der sie in diesem Sommer die 1. Preisträgerin im „So geht sächsisch“ Tourismuswettbewerb wurde. Ziel ist es, bis Frühjahr 2021 buchbare Manufakturreisen zu präsentieren.

Dafür wird Czeschka im nächsten Jahr noch einmal einen Gesamtüberblick zusammentragen, wer in Sachsen welches Handwerk ausübt, wer Schauwerkstätten hat, wo sich Werksverkäufe und thematisch passende Museen befinden, aber auch wer ausbildet. Alle Informationen vereint sie auf der Website „Manufakturhaus“.

„Sächsische Manufaktur Weihnacht“ auf Schloss Wackerbarth; Sa. 10-19 Uhr, So. 10-18 Uhr, Eintritt: acht Euro, Kinder bis 16 Jahre frei

Von Silvio Kuhnert

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