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Umland Seit acht Jahren wird um die Friedensburg gestritten – auch 2016 gibt es wohl kein Urteil
Region Umland Seit acht Jahren wird um die Friedensburg gestritten – auch 2016 gibt es wohl kein Urteil
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10:21 18.11.2016
Was sagen die Radebeuler zum jahrelangen Streit um die Friedensburg? Die DNN wollen Licht ins Meinungsdickicht bringen.  Quelle: Archiv/Martin Förster
Radebeul

Es ist ein trauriges Jubiläum: Vor zehn Jahren, im Sommer 2006, beschloss der Stadtrat den Bebauungsplan für die Friedensburg. Es war der Startschuss für die Sanierung der 1870/71im Stil der Tudorgotik errichteten Ausflugsgaststätte durch den damaligen Besitzer Carsten Weinberg. Ein Jahr später bekamt die Stadtverwaltung Wind davon, dass dieser es beim Umbau nicht so genau mit den Vorgaben nahm, woraufhin die Stadträte 2008 nach langem Hin und Her eine so genannte Nachtragsgenehmigung erließen. Wichtiger Bestandteil: An der Wiedereinrichtung einer Gastronomie im Erdgeschoss der Friedensburg wird nicht gerüttelt. Dagegen klagte der Druckereibesitzer Weinberg vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) und darum wird seither gestritten. Seit acht Jahren.

Die Hoffnung, dass das Mammutverfahren in diesem Jahr abgeschlossen werden kann, hat Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) längst aufgegeben. „Wir warten alle auf das Gutachten, in diesem Jahr wird es keine Verhandlung geben“, sagt er. Mit „dem Gutachten“ ist die Expertise eines Dehoga-Fachmanns gemeint, der im Auftrag des OVG untersuchen soll, ob sich auf der Friedensburg eine Gastronomie überhaupt lohnen könnte. Im Sommer gab es schon mal ein solches Gutachten, das die Wirtschaftlichkeit ausschloss. Das hätte dem Immobilienunternehmer Oliver Kreider in die Hände gespielt, der die Friedensburg 2014 bei einer Zwangsversteigerung für zwei Millionen Euro erwarb und mit ihr den Rechtsstreit von Weinberg übernommen hat. Die inzwischen längst zur Luxusimmobilie umgebaute Friedensburg hätte mit ihrer beherrschenden Lage im Elbtal auf dem überhitzten Grundstücksmarkt einen ordentlichen Gewinn gebracht, auch wenn Kreider betont, selbst darin wohnen zu wollen. Als Gaststätte ist sie dagegen laut einem Verkehrswertgutachten vergleichsweise wertlos – zumindest gemessen an den Geldern, die in ihren Umbau geflossen sind.

Verständlich, dass die Stadt gegen das Gutachten Sturm lief (DNN berichteten) und auch das Gericht sah Nachbesserungsbedarf, weil es nicht alle Fragen geklärt sah. Seither wartet man wieder, verstreichen die Wochen und Monate. Sind die Nerven bis zum Zerreißen gespannt. Denn: Das Gutachten könnte alles entscheiden. Nach all dem juristischen Feinheiten, dem kleinkarierten Kampf um Formalitäten geht es nun um die eigentliche Frage: Lässt sich eine Gastronomie in der Friedensburg dem Besitzer zumuten? Beantwortet das OVG diese Frage negativ, verliert Radebeul alle Etappengewinne bis hierher. Perdu wären die erkämpften Wegerechte. Sinnlos wäre auch der Bau einer Weinbergstreppe bis unmittelbar an die Grundstücksgrenze. Die Treppe würde auf ewig im Nichts enden.

Wie sehen das eigentlich die Radebeuler? „Die Über-40-Jährigen werden sicher daran interessiert sein, die Ausflugsgaststätte noch einmal zu nutzen und den Blick von der Terrasse zu sehen“, meint OB Wendsche. Wie die Jüngeren das sehen, die keine aufgrund ihre rJugend Chance auf den Besuch der 1993 geschlossenen früheren HO-Gastronomie hatten, könne man nicht wissen. Bis Ende der 90er Jahre war die Terrasse der Friedensburg bewirtschaftet, inzwischen legendärer Gesprächsstoff ist auch ein Roland-Kaiser-Konzert vor der Terrasse in dieser Zeit. Um die Jahrtausendwende begann die Fassadensanierung der Friedensburg – seither bleibt das Gelände der Öffentlichkeit verschlossen.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben die DNN eine Umfrage erstellt, bei der alle Interessierten um ihre Mitwirkung gebeten werden. Der Umfragezeitraum beträgt zwei Wochen.

www.dnn.de/friedensburg

Von Uwe Hofmann

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