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Umland Sanierungskonzept für Hoflößnitz zeigt Erfolg
Region Umland Sanierungskonzept für Hoflößnitz zeigt Erfolg
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18:06 31.05.2019
Das Berg- und Lusthaus beherbergt ein architektonisches Kleinod, den opulent ausgestatteten Festsaal. Quelle: Foto: Martin Förster,/Archiv
Radebeul

Das städtische Weingut Hoflößnitz sei nachhaltig saniert und betriebswirtschaftlich ertragreich. Dieses Fazit zogen jüngst Geschäftsführer Jörg Hahn und Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos) im Stadtrat. 2008 hatten die Räte ein Konzept beschlossen, wie die vom Verfall bedrohte Anlage gerettet werden und der Weinbau schwarze Zahlen schreiben kann. Und das Konzept ist aufgegangen. Das Jahresergebnis 2018 lag bei 118 000 Euro im Plus.

Die Hoflößnitz hat eine bewegte Geschichte von einigen Aufs und Abs hinter sich. Aus dem Jahr 1401 stammt der erste urkundliche Nachweis, dass das sächsische Herrscherhaus der Wettiner auf dem Gebiet der heutigen Lößnitzstadt Weinberge besaß. Der Name „Hoflößnitz“ selbst ist erstmals 1622 nachweisbar. Das einstige Lust- und Berghaus entwickelte sich zum Zentrum des höfischen Weinbaus und lag mitten im sächsischen Weinanbaugebiet, das im 17. Jahrhundert eine Anbaufläche von 6000 Hektar umfasste. Zum Vergleich: Heute beträgt die Rebfläche zwischen Diesbar-Seußlitz und Pirna rund 500 Hektar.

In den 1880er Jahren kam es zur Reblauskatastrophe, in deren Folge die Wettiner den Weinanbau aufgaben und ihren Besitz veräußerten. Nach einer Insolvenz 1912 stand der Kern der Hoflößnitz, ein 2,8 Hektar großes Anwesen mit der Weingutsanlage, ein weiteres Mal zum Verkauf. Bürger übernahmen 1912 das Weingut, was 1915 erst an die Gemeinde Oberlößnitz und später an die Stadt Radebeul ging.

Nach der Wende wurde die Höflößnitz wieder städtisch. 1995 kam es zur Gründung einer Stiftung, die für die Immobilien zuständig ist, und einer GmbH, die sich um den Weinbau kümmert. Allerdings gab es ein Problem. „Beide Teile wurden dabei jedoch nicht mit den entsprechenden Finanzmitteln ausgestattet, so dass weder eine grundlegende Sanierung des Gebäudebestands der Stiftung noch ein nachhaltiger Weingutsaufbau möglich war“, berichtete OB Wendsche. Diesen Fehler korrigierte die Stadt im Jahr 2008 nicht nur mit einem neuen Konzept für die Hoflößnitz, sondern auch hohen Zuschüssen.

Dass damals der Weinanbau nicht besonders rentabel wirtschaftete, verdeutlichte Hahn an zwei Zahlen aus seinem ersten Jahr als Geschäftsführer. Auf achteinhalb Hektar Anbaufläche wurden 2009 nur 5400 Liter Wein erzeugt. Der besonders schlechte Ertrag resultierte auch aus einem harten Winter, bei dem viele Weinstöcke im Elbtal erfroren waren.

Unter Hahns Führung rebte das Weingut seine Weinberge konsequent auf und vergrößerte die Anbaufläche auf 11,5 Hektar. Es konnte so den Ertrag in 2017 auf rund 53 800 Liter und in 2018 auf fast 64 500 Liter steigern. Die Hoflößnitz setzt konsequent auf Bioweine.

Parallel wurde seit 2009 in das historische Gebäudeensemble des ältesten Weingutes Sachsen kräftig investiert. „Bis auf das Kavaliershaus ist die gesamte Anlage durchsaniert“, informierte Wendsche. Aber auch das Gebäude soll schrittweise in den nächsten Jahren eine Modernisierung erfahren.

Die Hoflößnitz versteht sich nicht nur als Weinbaubetrieb, sondern auch als Ort für Kunst und Kultur. Neben dem Weinbaumuseum wurden die Angebote wie Ausstellungen, Konzerte und Feste ausgebaut, was sich in steigenden Besucherzahlen niederschlug. Im Jahr 2011 wurden laut Hahn offiziell 22 000, in 2018 rund 38 000 Besucher in der Hoflößnitz gezählt.

Von Silvio Kuhnert

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