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Umland Sachsens grüne Schatzkammer in Zuschendorf gefährdet
Region Umland Sachsens grüne Schatzkammer in Zuschendorf gefährdet
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20:18 07.05.2020
Kamelienblütenschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf (Archivbild). 2020 sahen diese nur sehr wenige Besucher. Quelle: Marko Förster
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Pirna

Die große Kamelien(blüten)schau im und am Landschloss Pirna-Zuschendorf musste Mitte März kurz nach der Eröffnung wegen der Corona-Pandemie wieder geschlossen werden. „Die Kamelien blühen herrlich, nur sieht sie keiner mehr“, war Matthias Riedel, der Leiter der Botanischen Sammlungen der TU damals konsterniert. Denn aus seiner Sicht hätten der über einen Hektar große Zuschendorfer Gutspark und die gut gelüfteten Gewächshäuser genügend Raum geboten, dass Besucher voneinander Abstand halten. Aber im Shutdown ging nichts mehr.

„Der Weiterbetrieb ist in großer Gefahr“

Jetzt dürfen die Botanischen Sammlungen in Zuschendorf, mit ihrer einzigartigen Pflanzensammlung ein grüner Schatz Sachsens, wieder für Besucher öffnen und zwar ab Donnerstag, 7. Mai, Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr. In den Glashäusern seien noch die letzten Kamelien- und Azaleenblüten zu entdecken, so Matthias Riedel. Die Gärtner hätten zudem alle Bonsai wieder aufgestellt. In der zweiten Maihälfte könne man sich dann an den blühenden Rhododendren freuen.

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Doch wie lange die Botanischen Sammlungen ihre Tore für Spaziergänger und Pflanzenfreunde noch öffnen können, ist unklar. „Der Weiterbetrieb ist in großer Gefahr“, sagt Wolfgang Friebel, der Vorsitzende des Fördervereins Landschloss Zuschendorf e.V.

Denn die Pflanzensammlungen sind zwar Eigentum des Freistaates Sachsen, der die TU Dresden mit der Betreuung beauftragt hat, die wiederum einen Teil der Stellen finanziert. Doch einen großen Teil der Kosten und auch Geld für Investitionen müssen die Botanischen Sammlungen selbst erwirtschaften. Die beliebte Kamelienschau ist die Haupteinnahmequelle. „Wir rechnen in der Kamelien-Azaleenzeit durchschnittlich mit 25.000 bis 30.000 Gästen“, so Matthias Riedel. Durch die Schließung konnten nun nur wenige Besucher die Kamelienschau besichtigen.

Keine Kurzarbeit für Gärtner

„Der Verlust an Eintrittskarten beträgt bis jetzt 100.000 Euro. Dumm gelaufen. Wäre der Virus im August gekommen, hätten wir das weggesteckt“, so Riedel. Einsparmöglichkeiten sieht er nicht. Für die Gärtner kam auch Kurzarbeit nicht infrage, da ja die Pflanzenschätze weiter gepflegt werden müssen.

Der finanzielle Verlust sei gravierend und könne durch die Sammlungen nicht ausgeglichen werden, bestätigt Wolfgang Friebel vom Förderverein. Dieser hat nicht nur die Verantwortung für das Schloss, sondern beteiligt sich auch an der Erhaltung der Pflanzensammlungen und des Gartens. „Die Sammlungen brauchen schnell finanzielle Unterstützung“, sagt er. „Sonst wird es eng.“

Von Catrin Steinbach

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