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Umland Wahlkreis 48: Weniger Bürokratie gewünscht
Region Umland Wahlkreis 48: Weniger Bürokratie gewünscht
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14:31 19.08.2019
Freital ist die größte Stadt des Landkreises. Quelle: Kerstin Ardelt
Freital/Wilsdruff/Tharandt

Den Landtagswahlkreis 48 beschreibt Landrat Michael Geisler (CDU) wie folgt: „Freital ist die größte Stadt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Zusammen mit dem touristisch wertvollen Tharandter Wald und dem prosperierenden Gewerbe- und Industriestandort Wilsdruff wird dieser sehr urbane Wahlkreis gebildet.“ Mit der Forstlichen Hochschule ist in ihm zudem der einzige universitäre Standort des Kreises zu finden.

Zum Wahlkreis 48 Quelle: Holger Grigutsch

Für Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) sollten Entbürokratisierung und Stärkung der kommunalen Eigenverantwortung einen hohen Stellenwert beim neuen Landtag haben. „Die Kommunen müssen handlungsfähiger werden und sich wichtigen Projekten widmen können, als sich immer mehr mit Richtlinien und Verfahren beschäftigen zu müssen“, so das Stadtoberhaupt. Rumberg plädiert sogar dafür, die Förderprogramme insgesamt zu verschlanken und stattdessen die finanzielle Ausstattung der Kommunen zu verbessern, „sodass diese gezielt selbst und ohne Umwege entscheiden und investieren können.“

Möglichkeit für sozialen Wohnungsbau eröffnen

Beim Punkt Finanzen schlägt sein Kollege in der Nachbarstadt Wilsdruff ähnliche Töne an. „Abkehr von bürokratischen Förderverfahren, hin zu mehr pauschaler Finanzausstattung und Stärkung der Eigenverantwortung vor Ort“, lautet ein Wunsch von Ralf Rother (CDU) an die neue Landesregierung. Au­ßerdem lautet eine Forderung von ihm: „Vereinfachung der Bauvorschriften, damit Wohnraum bezahlbar bleibt.“ Beim Thema Bauen sollte der Landtag die Möglichkeit für sozialen Wohnungsbau auch im ländlichen Raum eröffnen und dies nicht nur auf die Großstädte Dresden, Chemnitz und Leipzig beschränken.

Strukturdaten

Zum Wahlkreisgehören die Städte Wilsdruff, Freital und Tharandt mit Dorfhain. Er hat eine Fläche von 200 Quadratkilometer, 45,6 Prozent davon sind Landwirtschaftsfläche. Die Bevölkerungsdichte gibt das Statistische Landesamt mit 301 Einwohnern je Quadratkilometer an.

59 957 Einwohnerlebten 2017 im Wahlkreis, davon waren 51,0 Prozent Frauen. Der Ausländeranteil lag bei 2,6 Prozent.

Unter 18 Jahrealt waren 17,3 Prozent der Einwohner.

Über 65 Jahre alt waren 24,9 Prozent der Einwohner.

Das Durchschnittsalterliegt im Wahlkreis bei 46,3 Jahren. 2009 lag es noch bei 45,1 und vor fünf Jahren waren es 46,1 Jahre.

Das mittlere monatlicheNettoeinkommen (Median) lag 2017 bei 1287 Euro, 2014 waren es 1136 und 2009 noch 1012 Euro. Von 1000 Einwohnern beziehen neun Personen Grundsicherung im Alter.

2686 Betriebegibt es derzeit im Wahlkreis.

Im Tourismusstanden 2018 insgesamt 1000 Gästebetten zur Verfügung. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 31,3 Prozent.

Die Aufenthaltsdauervon Gästen lag im Schnitt bei 1,8 Tagen.

Nach Auffassung der Stadtoberhäupter muss auch in Zukunft weiterhin Bildung einen Schwerpunkt der Landespolitik bilden. So muss nach Meinung von Rumberg der Freistaat weiter dran bleiben, dass in den Schulen ausreichend Lehrerpersonal verfügbar ist. Nach Lehrermangel droht den Kommunen nun ein Erziehermangel. Denn in diesem Bereich sei es derzeit besonders schwer, Fachkräfte zu finden, so Rumberg.

Fremdpraktika verkürzen

Damit es nicht zu einer Reduzierung von Betreuungsleistungen kommt, schlägt Rother vor, dass die Landesebene Assistenzkräfte auf den Kita-Personalschlüssel aner­kennt und anrechnet. Bei einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Erzieher sollten Fremdpraktika verkürzt werden. Außerdem sollte das Land im Hinblick auf seine Kita-Kosten-Pauschale eine Dynamisierung beschließen, denn sonst geht beispielsweise die Erhöhung des Personalschlüssel zu Lasten der Kommunen und Elternbeiträge.

Auf der Wunschliste von Wilsdruffs Bürgermeister steht des Weiteren der Bau der Westumfahrung Wilsdruff. Durch die beiden großen Gewerbestandorte in Kesselsdorf und an der Autobahn 4 ist sein Stadtgebiet stark von Schwerlastverkehr und seinen Folgen gebeutelt. Um den Verkehr auf den Straßen zu mindern, sollte der Güterverkehr mehr auf die Schiene verlagert werden. Bis diese Maßnahmen greifen, gehören Lärmschutz und eine Erweiterung der A 4 zu den prioritären Vorhaben. Außerdem wünscht Rother sich eine Stärkung des ÖPNV generell und besonders eine leistungsfähige Anbindung seiner Kommune an Dresden. Dazu zählt er zum Beispiel Schnellbuslinien sowie eine Verlängerung der Dresdner Straßenbahnlinie 7 von der jetzigen Endhaltestelle Pennrich bis nach Kesselsdorf.

Hoffen auf ein „Haus der Bildung“

Freitals OB Rumberg hofft weiter auf ein „Haus der Bildung“ und erinnert an den Beschluss der Landesregierung in 2011, dass nach einer Zusammenlegung der Sächsischen Bildungsagentur und des Sächsischen Bildungsinstituts zu einem Landesamt für Schule und Bildung diese neue Behörde nach Freital kommt. Der Umsetzung dieses Kabinettsbeschlusses sollte wieder mehr Priorität eingeräumt werden, mahnt Rumberg. Zudem wünscht er sich, dass der neue Landtag die Realisierung der letzten Abschnitte beim Hochwasserschutz an der Weißeritz endlich angeht.

Die Direktkandidaten im Wahlkreis 48

CDU: Roland Wöller, Staatsminister, Landtagsabgeordneter, geboren 1970 in Duisburg, wohnhaft in Freital

Linke: Uta-Verena Meiwald, Landtagsabgeordnete, geboren 1966 in Görlitz, wohnhaft in Wilsdruff

SPD: Daniela Forberg, Rechtsfachwirtin, geboren 1970 in Freital, wohnhaft in Freital

AfD: Norbert Otto Mayer, selbständiger Kaufmann, geboren 1957 in Dresden, wohnhaft in Freital

Bündnis 90/Die Grünen: Ines Kummer, Büroleiterin, geboren 1962 in Freital, wohnhaft in Freital

FDP: Lothar Brandau, Diplom-Bauingenieur, geboren 1950 in Heinebach, jetzt Alheim, wohnhaft in Freital

Freie Wähler: Andreas Hofmann, DJ Happy Vibes, Geschäftsführer und Inhaber, geboren 1966 in Dresden, wohnhaft in Wilsdruff

V-Partei³ – Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer: Martina Hanke, Vertriebsmitarbeiterin – Verlag, geboren 1958 in Eberswahl, wohnhaft in Freital

Quelle: Kreiswahlleitung

Von Silvio Kuhnert

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