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Umland Rund 150 Wohnungen sollen auf Wasapark-Areal entstehen
Region Umland Rund 150 Wohnungen sollen auf Wasapark-Areal entstehen
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16:43 25.03.2019
In gestützter und veränderter Form bleibt nur das „Blaue Haus“ auf dem Wasapark-Areal an der Meißner Straße stehen. Quelle: Foto: Jürgen-M.Schulter, DPA
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Radebeul

Als „Projekt der Hoffnung“ bezeichnete CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi die Pläne für das Areal des Wasaparks in Radebeul. Ein Wohnquartier soll die Gebäude des ehemaligen VEB Kraftwerksanlagenbau ersetzen. Für viele Radebeuler sind die Industriebauten aus den 1970er Jahren ein Dorn im Auge, weil sie mit ihrer mehrgeschossigen Gestalt nicht in das Stadtbild passen. Einen „Schandfleck“ nannte Jacobi die Bauten, für deren Abriss bzw. Umbau der Stadtrat einstimmig mit dem Aufstellungsbeschluss zu dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 71 den Weg bereitet hat.

Das Plangebiet umfasst neben dem blauen Riegel an der Meißner Straße, in dem sich bis 2016 das DDR-Museum befand, die nach ihrer Fassadenfarbe – Rotes und Weißes Haus – benannten Baukörper dahinter sowie Nebengebäude und reicht bis zum Parkplatz an der Ecke Pestalozzi-/Schumannstraße. Im Gegensatz zum im November vorigen Jahres verabschiedeten Rahmenplan für die künftige Bebauung des Areals hat sich die Anzahl der Wohnungen von rund 200 auf 151 reduziert. Statt in drei möchte der Investor die Realisierung in zwei Abschnitten angehen.

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Der erste umfasst weiterhin den Abriss des „Weißen Hauses“ auf der Ostseite des Grundstückes. An dessen Stelle und auf dem sich daneben befindlichen Parkplatzgelände entstehen mehrere Mehrfamilienhäuser in lockerer Bebauung. Gleichzeitig erfolgt der Umbau des Blauen Hauses. Dieses soll nicht fallen, sondern als Lärmschutz für die neue Wohnsiedlung dahinter stehen bleiben, und aufgehübscht werden. Von den sechs Geschossen wird das oberste komplett zurückgebaut. Das fünfte wird teilweise abgerissen. Es bleibt nur ein zurückgesetzter und verkürzter Staffelgeschossaufbau stehen, der von der Meißner Straße aus nicht weiter zu sehen ist und Penthouse-Wohnungen beherbergen wird. Auch das Erdgeschoss wird eingerückt. So entsteht eine freistehende Arkade an der Front zur Meißner Straße. Auch die Fassade wird neu gestaltet.

Dass ein großer Teil des „Blauen Hauses“ stehen bleibt und mehrere Mehrfamilienhäuser dahinter neu gebauten werden, verteidigte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) aus städtebaulicher Sicht mit den Worten: „Wir sind dicht, wir sind hoch, aber wird sind auch im Stadtzentrum.“ Dort müsse so eine Bebauung möglich sein. Vor 2021/22 werden laut Müller keine Arbeiten beginnen. Die Fertigstellung ist bis 2025 geplant.

Das „Rote Haus“ bleibt vorerst stehen und als Bürogebäude in Betrieb. „Es ist durchsaniert und gut belegt“, so Müller. Erst nach 2030 ist der Abriss und an der Stelle der Bau von Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Bei rund 40 Millionen Euro liegt die Gesamtinvestitionssumme.

Wenn nach dem Gellertpark (aktuell im Bau) und Glasinvest (eventueller Baubeginn noch in diesem Jahr), auch der Wasapark ein Wohnviertel wird, sind alle Flächen für eine größere Wohnbebauung in Radebeul-Ost belegt. „Danach ist nur noch Lückenbebauung möglich“, so OB Bert Wendsche (parteilos).

Von Silvio Kuhnert

25.03.2019
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