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Umland Rossmann möchte sich in Radebeul-West vergrößern
Region Umland Rossmann möchte sich in Radebeul-West vergrößern
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17:35 20.06.2018
Den alten Fichladen an der Meißner Straße mit den blauen Fließen möchte Rossmann abreißen, um auf dem Grundstück einen Drogeriemarkt zu errichten. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Radebeul

Der ehemalige Fischladen in Radebeul-West ist wohl mit einer der größten Schandflecke im Stadtgebiet. Seit der Wende steht das Gebäude mit den blauen Fließen an der Front zur Meißner Straße leer und verfällt zusehends. Doch die Tage des ruinösen Gebäudes sind gezählt. „Für den alten Fischladen wurde der Abriss beantragt“, informiert OB Bert Wendsche (parteilos).

Antragsteller ist die Drogeriemarktkette Rossmann. Das Unternehmen hat das Grundstück über eine eigene Immobilienfirma im Jahr 2016 ersteigert. „Rossmann möchte den Fischladen abreißen, um dort ein neues Geschäft zu bauen“, führt Wendsche weiter aus.

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Bislang befindet sich die Rossmann-Filiale auf der Bahnhofstraße. „Mit rund 200 Quadratmetern ist der Standort nicht mehr zeitgemäß. Rossmann benötigt heute rund 700 Quadratmeter, um sein Sortiment entsprechend zu präsentieren“, teilt Unternehmenssprecher Josef Lange mit. Die Schließung des Geschäfts an der Bahnhofstraße erfolge bereits im Oktober dieses Jahres. Der Mietvertrag endet. „Ein genauer Schließungstermin steht noch nicht fest“, so Lange. Den dortigen Mitarbeitern sollen Arbeitsplätze in der Umgebung angeboten werden. Denn der Auszug aus dem Laden an der Bahnhofstraße ist terminlich nicht mit dem Einzug in die neue und größere Filiale an die Meißner Straße verbunden. Eine gewisse Zeit lang wird es keine Rossmann-Drogerie in Kötzschenbroda geben.

Das Schicksal des einstigen Fischgeschäft ist besiegelt. „Der Abriss soll noch im laufenden Jahr geschehen“, kündigt Lange an. Danach entsteht auf dem Gelände zwischen Netto-Supermarkt und Alter Post laut Lange ein Rossmann-Drogeriemarkt mit einer Verkaufsfläche über 700 Quadratmeter plus Nebenräume für Lager, Büro und Personal.

Während die Zukunft des alten Fischladens feststeht, bleibt sie für das benachbarte einst kaiserliche Postgebäude vorerst offen. Laut Stadtlexikon beschloss der Kötzschenbrodaer Gemeinderat im Jahr 1914 den Neubau eines repräsentativen Postgebäudes. Drei Jahre später wurde das Postamt an der Meißner Straße eröffnet und im Jahr 2000 geschlossen. Die Sanierung des Denkmalbaus gehört zu den geplanten großen Bauvorhaben im Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“. Danach soll das Gebäude die Kreismusikschule nutzen. So wünscht es sich die Stadtverwaltung. Allerdings gibt es ein Problem. Die Stadt kann über das Grundstück nicht frei verfügen. „Es ist in Privateigentum“, informiert Wendsche.

An den Plänen für das einstige Postgebäude hält das Stadtoberhaupt dennoch weiter fest. Mit Eigentümer und Landkreis als Träger der Musikschule steht die Lößnitzstadt in Verhandlungen. Jüngst sprach Wendsche von „guten Gesprächen“. Er zeigte sich optimistisch, dass „es zu einer guten Lösung kommen kann.“

Für das Areal mit dem alten Fischgeschäft hatte die Stadt ursprünglich eigene Pläne. Sie wollte dort gern einen Parkplatz errichten, um die Stellplatznot in Radebeul-West etwas zu lindern. Parkflächen benötigt sie vor Ort vor allem dann, wenn die Musikschule in die Alte Post einziehen sollte. Um den eigenen Stellplatzbedarf zu decken, strebt die Verwaltung eine Kompromisslösung mit dem Lebensmittelmarkt und Rossmann an.

Von Silvio Kuhnert