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Umland Radebeuls Stadtrat strebt den Kauf des Bahnhofs in Radebeul-West an
Region Umland Radebeuls Stadtrat strebt den Kauf des Bahnhofs in Radebeul-West an
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17:35 24.01.2019
Der Bahnhof in Radebeul-West befindet sich seit fünf Jahren in Privatbesitz. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

Mit großer Mehrheit hat der Radebeuler Stadtrat die Verwaltung beauftragt, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um den Bahnhof in Radebeul-West zu erwerben. Der befindet sich seit nunmehr fast fünf Jahren in Privatbesitz. „Es ist ein markantes Denkmal. Wenn sich die Chance zum Erwerb ergibt, sollten wir sie nutzen“, sagte CDU-Stadtrat Jens Baumann.

Im Vorfeld der Beratung appellierten mehrere Händler aus dem Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ an die Stadträte, der Beschlussvorlage ihre Zustimmung zu geben. „Es bietet sich die Chance, einen Magneten zur Belebung der Bahnhofstraße zu schaffen“, war ihre einhellige Meinung. Dem pflichtete Baumann bei: „Mit Bürgerbahnhöfen sind viele Städte gut gefahren.“ Ein positives Beispiel ist bereits in der Lößnitzstadt zu finden, und zwar der Kulturbahnhof im Stadtteil Ost.

Wenn es zum Erwerb des Bahnhofes kommt, soll nach der Sanierung die Stadtbibliothek West einziehen. Beim gescheiterten Kaufversuch durch die Stadt im Jahr 2014 wurden die Sanierungskosten auf rund 5,8 Millionen Euro geschätzt. Stadträte der Fraktion Bürgerforum/Grüne sehen das Vorhaben daher kritisch. „Das wird für uns als Stadt zu teuer“, meinte Fraktionsmitglied Tobias Plessing. Andere Vorhaben wie etwa der Bau eines dritten Sportplatzes rücken in weite Ferne. „Wir würden es daher vorziehen, dass die Stadt mit einem privaten Investor eine Lösung findet“, so Plessing weiter.

Im Blick hat er den jetzigen Eigentümer. Dieser wollte laut Plessing unter anderem einen Biomarkt sowie ein Café im Bahnhofsgebäude unterbringen. Allerdings gibt es Probleme, wie der Lieferverkehr für den Markt gestaltet werden kann. Denn auf der einen Längsseite sind die Bahngleise und auf der anderen die Güterhofstraße nur durch den Fußweg vom Gebäude getrennt. Zudem äußerte der Eigentümer den Wunsch, einen Teil des Bahnhofvorplatzes für Außengastronomie der Stadt abzukaufen. „Diese Dinge sind zu lösen“, meinte Plessing, denn ein Biomarkt würde zu mehr Kundenfrequenz führen als eine Bibliothek.

Auf Gespräche mit dem Eigentümer drängten auch die beiden Stadträte Thomas Gey (SPD) und Jan Mücke (FDP). „Dialog wäre das Gebot der Stunde. Wir sollten uns auch die Möglichkeit einer privaten Lösung offen halten“, so der Sozialdemokrat. Und Mücke mahnte, dass mit dem jetzt gefassten Beschluss die Fronten sich weiter verhärten. „Es ist besser, miteinander zu sprechen, als sich gegenseitig zu bedrohen“, sagte der Liberale und verwies wiederholt darauf, dass die Stadt für die Umsetzung des Beschlusses auf den Eigentümer und dessen Willen, überhaupt zu verkaufen, angewiesen ist.

In Bezug auf Außengastronomie am Bahnhof betonte OB Bert Wendsche (parteilos): „Wir werden keine öffentlichen Plätze verkaufen.“ Die Verwaltung habe dem Bahnhofseigentümer jedoch eine langfristige Sondernutzung angeboten. Für die Realisierung seines Vorhabens habe der Investor fünf Jahre Zeit gehabt. „Bis jetzt liegt kein Bauantrag vor“, so das Stadtoberhaupt. Im Interesse des Sanierungsgebietes sollte man daher nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen.

Nach Meinung des Verwaltungschefs eröffnet der jetzt gefasste Beschluss mehrere Handlungsmöglichkeiten außer dem Erwerb durch die Stadt, um den weiteren Verfall des Bahnhofsgebäudes zu stoppen und dem zentralen Klinkerbau einer Nutzung zuzuführen. Eine Lösung könnte sein, dass der Eigentümer seine Pläne umsetzt und selbst endlich saniert. Ober aber es kommt ein anderer Investor. Wenn dessen Konzept Verwaltung und Stadtrat zusagt, „werden wir ihm den Vorzug geben“, so der OB.

Von Silvio Kuhnert

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