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Umland Radebeuls Stadtrat bringt Erhaltungssatzung für Villengebiete auf den Weg
Region Umland Radebeuls Stadtrat bringt Erhaltungssatzung für Villengebiete auf den Weg
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19:33 28.11.2019
Im Historischen Rathaus tagt in der regel einmal im Monat der Radebeuler Stadtrat. Quelle: Uwe Hofmann/Archiv
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Radebeul

Um den Charakter Radebeuls als Garten- und Villenstadt zu erhalten und besser zu schützen, soll die Stadtverwaltung eine Erhaltungssatzung für die Stadtteile Ober- und Niederlößnitz erarbeiten. Einstimmig verabschiedete der Stadtrat am Mittwochabend auf Antrag der CDU-Fraktion einen entsprechenden Grundsatzbeschluss und leitete durch einen Aufstellungsbeschluss das dafür erforderliche Verfahren ein. „Wir sollten dieses Instrument nutzen, um auf die Größe und Dimension von Gebäuden Einfluss zu nehmen“, sagte CDU-Stadtrat Jens Baumann.

Freie Bauplätze sind in der Lößnitzstadt rar. Daher ist der Trend zu beobachten, dass sich Investoren nach nicht denkmalgeschützten Häusern umschauen, sie kaufen, abreißen und an die Stelle ein größeres Gebäude setzen. Jüngstes Beispiel sind zwei Bauprojekte am Augustweg, die in der Bürgerschaft auf Kritik stoßen.

„Ist ein Wohnhaus von 1875 für uns, nur weil es nicht denkmalgeschützt ist, so wertlos, das der Abrissbagger anrücken darf?“, fragte Stadtrat Uwe Wittig (Freie Wähler) rhetorisch und führte fort: „Selbst an städtebaulich markanten Stellen wird zerstört was zu zerstören geht.“ An vielen Stellen hätte das Stadtbild bereits empfindlichen Schaden genommen.

Die Stadträte haben mit dem Aufstellungsbeschluss den Geltungsbereich der Erhaltungssatzung festgelegt. Dieser erstreckt sich zwischen Meißner Straße und den Weinbergen ab der Gleisschleife in Radebeul-Ost bis Schloss Wackerbarth. „Das Gebiet ist rund 400 Hektar groß und umfasst circa 3000 Gebäude“, informierte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Von diesen steht nur jedes fünfte Haus unter Denkmalschutz. Bei Objekten, die diesen Schutzstatus nicht genießen, kann die Stadt derzeit den Abbruch nicht verhindern.

Eine Erhaltungssatzung besteht in der Regel aus sieben Paragrafen. „Worauf es ankommt, ist die Begründung“, sagte Müller. Daher erfolgt als nächster Schritt eine umfassende Ortsbildanalyse. Über die Satzung können Gebäude nur im Bezug auf ihr städtebauliches Umfeld geschützt werden. Das heißt, die Umgebung muss eine gewisse Homogenität der Bebauung aufweisen und das jeweilige Haus muss für den Straßenzug oder das Quartier ortsbildprägend beziehungsweise von herausragender geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung sein. Daher werden am Ende der Analyse einige Bereiche, die beispielsweise eine zu heterogene Bebauung mit Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen, in verschiedenen Stilen und Größen aufweisen, aus dem Geltungsbereich wieder herausfallen. Statt einer wird es zudem voraussichtlich mehrere Erhaltungssatzungen geben, um der städtebaulichen Eigenart eines Gebietes zu genügen.

„So eine Satzung hat nicht nur Auswirkung auf Investoren, sondern auf jeden Grundstückseigentümer, der im Geltungsbereich lebt“, hob FDP-Stadtrat Johannes Domasch hervor. Denn nicht nur auf Bauherren mit Abriss- oder Neubauplänen kommen zusätzliche Genehmigungen und damit verbundene Kosten zu, sondern auf jeden, der an seinem Haus und Grundstück etwas verändern möchte.

Von Silvio Kuhnert

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