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Umland Radebeuls Bauausschuss möchte kein Wohnhaus im Bussard-Weinberg
Region Umland Radebeuls Bauausschuss möchte kein Wohnhaus im Bussard-Weinberg
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18:13 04.04.2019
Vor der ehemaligen Sektkellerei Bussard liegt ein historischer Weinberg. Quelle: Archiv
Radebeul

Auf dem Bussard-Weinberg in Radebeul darf kein Wohnhaus gebaut werden. Der Stadtentwicklungsausschuss möchte dem Ansinnen des Eigentümers der Rebfläche, auf einer Teilfläche an der Ecke zur Oberen Bergstraße ein Gebäude im Winzerhausstil zu errichten, einen Riegel vorschieben. Er empfiehlt dem Stadtrat, für das Gebiet eine Veränderungssperre zu verhängen, die für zwei Jahre gilt, und die Verwaltung zu beauftragen, einen Bebauungsplan aufzustellen. Nach DNN-Information soll dieser zum Ziel haben, den Weinberg zu erhalten und jegliche Bebauung auf dem Areal zu unterbinden.

Das Ansinnen des Eigentümers, der eine Bauvoranfrage an die Stadt gestellt hat, sorgte bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung für Empörung und Entsetzen bei Anwohnern und Bürgern der Lößnitzstadt. Denn die Rebfläche liegt zu Füssen der ehemaligen Sektkellerei Bussard, dem ersten Sekthersteller in Sachsen. „Das nun geplante Gebäude, welches es so hier nie gegeben hat, es würde den Blick auf Weinberg und Sektkellerei versperren. Mit der drohenden Bebauung wäre ein Teil des Weinbergs für das Stadtbild, die Bewohner und Besucher unwiederbringlich verloren. Und das vollkommen ohne Not“, schrieb beispielsweise ein Bürger in einem Brief an die Räte, der den DNN vorliegt. Seine Sorge, wenn der Stadtrat einen positiven Bauvorbescheid erteilen würde, könnte dies der Einstieg in eine vollständige Bebauung des historischen Weinbergs oder gar der Einstieg in die Bebauung weiterer ortsprägenden Weinbergsflächen im Stadtgebiet von Radebeul sein.

Dies stellt die Frage, wie viel Bebauung verträgt die Lößnitzstadt noch, ohne ihren Charakter als Wein- und Gartenstadt zu verlieren? Unabhängig von der Debatte um den Bussard-Weinberg machte hierzu CDU-Stadtratsfraktionschef Ulrich Reusch in seiner Haushaltsrede eine interessante Bemerkung. Er verwies darauf, dass es in Radebeul derzeit rund 17000 Wohnungen gibt und an die 600 aktuell und demnächst neu gebaut werden, mit genehmigten Baulückenschließungen insgesamt sogar 650 Wohnungen. Nicht berücksichtigt sind einzelne kleinere Gewerbe- und Industriebrachen, die durchaus für den Wohnungsbau entwickelt werden könnten, sofern eine gewerbliche Nachnutzung aufgrund des Umfeldes auszuschließen ist. In Anbetracht der anstehenden Überarbeitung des Flächennutzungsplans sagte Reusch: „Damit ist es eigentlich genug, viel mehr können wir nicht genehmigen, ohne den Charakter unserer Stadt zu gefährden und ihre Leistungsfähigkeit über Gebühr zu strapazieren.“

Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Auch SPD-Fraktionschef Thomas Gey vertritt die Auffassung, dass es Wachstumsgrenzen gibt. Ein Bevölkerungsanstieg bis auf rund 35000 Einwohner könne Radebeul vertragen. Bei mehr stoße die jetzige Infrastruktur an Probleme und eine weitere Nachverdichtung würde das Stadtbild verändern. Der Charakter einer Wein- und Gartenstadt ginge verloren.

Gey beobachtet schon jetzt, dass die Begehrlichkeiten, bislang grüne Flecken mit Wohnhäusern zu bebauen, wachsen. Als Beispiel nannte er den Goldschmidt-Park. Auf einer Teilfläche möchte dort ein Investor sieben Häuser draufsetzen. Das Thema stand ursprünglich auf der Tagesordnung der Stadtratsitzung im Dezember 2018, wurde aber wieder zurückgenommen und zurück in den Ausschuss verwiesen.

Von Silvio Kuhnert

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