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Umland Radebeuler Industriedenkmal wird saniert
Region Umland Radebeuler Industriedenkmal wird saniert
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12:09 13.11.2019
Die frühere Nutzung als Labor ist noch heute erkennbar. Bei der Sanierung soll der industrielle Charme erhalten bleiben. Einige Elemente, die einen Bezug zur früheren Nutzung haben, werden integriert. Quelle: BIAG AG
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Radebeul

Die alten Neonröhren hängen noch an der Decke, die Oberflächen sind verstaubt, die Schränke leer. Doch schon bald soll dem Laborgebäude der früheren von Heyden Chemie- und Pharmafabrik an der Meißner Straße 35 in Radebeul neues Leben eingehaucht werden. Die Biag-Gruppe, ebenfalls Eigentümer des Gebäudeensembles Deutsche Werkstätten Hellerau, hat das Industriedenkmal von Arevipharma gekauft. Das teilte Wolfgang Thiele zu Beginn der Woche mit. Er begleitet die bevorstehende Sanierung für die Eigentümer.

Das Laborgebäude wurde 1912 vom Architekten Gustav Rose fertiggestellt und gehörte zum ehemaligen Arzneimittelwerk Dresden, heute Arevipharma. Der Kaufpreis wird nicht verraten, jedoch sollen rund 3,5 Millionen Euro in die denkmalgerechte Sanierung fließen, wie Thiele auf DNN-Anfrage mitteilte.

Visualisierung des Lab 37 Quelle: BIAG Gruppe

Anfang des nächsten Jahres sollen die Arbeiten beginnen und bis Ende 2020 fertig sein. Auf rund 2500 Quadratmetern wollen die neuen Eigentümer moderne Büroflächen verteilt auf fünf Etagen schaffen – das Lab 37. Auch moderne Arbeitsplätze, die Selbstständige als Coworking-Space nutzen können, sollen hier entstehen. „Der Laborcharakter und das besondere Flair bleiben dabei weitestgehend erhalten“, sagt Thiele. So ist geplant, alte Laborschränke zu Teeküchen umzufunktionieren. Sogar komplette Laboranlagen sollen konserviert und historische Anlagenstränge zu Kunstobjekten werden. Wände, Böden sowie einzelne Kastenfenster und historische Türen werden denkmalgerecht restauriert „und für eine zeitgemäße Nutzung hergerichtet“, sagt Thiele.

Der Denkmalschutz kommt bei diesem Gebäude nicht von ungefähr: 1875 ließ der Chemiker Friedrich von Heyden das Werk als „Salicylsäurefabrik Dr. F. v. Heyden“ in Radebeul errichten. Zuvor richtete er sich in seinem Wohnhaus in der Dresdner Neustadt ein Labor ein, um das von Hermann Kolbe entwickelte Verfahren zur Synthese von Salicylsäure umzusetzen. Außerdem untersuchte er die antiseptischen Eigenschaften des Stoffes. Diese konnte er nachweisen und die Nachfrage nach Salicylsäure stieg rasant.

In der Radebeuler Fabrik wurde schließlich weltweit erstmals Arzneimittelsynthese industriell betrieben. Ohne die damalige Entdeckung der Salicylsäuresynthese durch Kolbe gäbe es heute kein Aspirin. Daneben wurden hier Hexal Produkte, Echinacin und Penicillin erforscht und produziert. 2012 ehrte die Gesellschaft deutscher Chemiker den Standort mit einer Gedenktafel als historische Stätte der Chemie.

Dieses Andenken soll künftig zumindest optisch erhalten bleiben. Welche Unternehmen in die künftigen Büros einziehen, ist noch nicht bekannt.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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