Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Radebeul ringt um künftige Gestaltung der Bahnhofstraße
Region Umland Radebeul ringt um künftige Gestaltung der Bahnhofstraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:59 19.12.2017
Über die Zukunft der großen Allleebäume auf der Bahnhofstraße wird derzeit in Radebeul heftig gerungen: Sollen sie stehen bleiben oder weichen?
Über die Zukunft der großen Allleebäume auf der Bahnhofstraße wird derzeit in Radebeul heftig gerungen: Sollen sie stehen bleiben oder weichen? Quelle: Foto: Uwe Hofmann/Archiv
Anzeige
Radebeul

Die Bahnhofstraße in Radebeul-West bereitet der Verwaltung und dem Stadtrat derzeit ziemliches Kopfzerbrechen. Es geht um die Art und Weise der Neugestaltung der zentralen Einkaufsstraße des Stadtteils. Das Hauptproblem bildet dabei der Umgang mit dem jetzigen Baumbestand und, wie man dessen Erhalt mit dem Wunsch nach einem Wochenmarkt und zusätzlichen Stellflächen in Einklang bringen kann. „Es wird keine eierlegende Wollmilchsau geben“. Mit diesen Worten bringt OB Bert Wendsche (parteilos) das Dilemma auf den Punkt, dass man nicht alle drei ohne Abstriche zufriedenstellend auf dem Straßenzug unter einen Hut bekommt.

Ausgangspunkt der Debatte zur Neugestaltung der Bahnhofstraße war ein Hilferuf der Händler. Sie wollten, dass die Stadt wie in Radebeul-Ost etwas zur Aufwertung und Belebung des Stadtteilzentrums unternimmt. Die Stadtverwaltung rief mit Hilfe eines Städtebauprogramms das Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ ins Leben. Ein zentrales Vorhaben bildet die Bahnhofstraße. „Die Händler waren einmütig für Wochenmarkt und Parkstreifen. Sie wollen die Bahnhofstraße als Einkaufsstraße und nicht als Grünstreifen“, führt das Stadtoberhaupt weiter aus.

Bei einer Einwohnerbefragung in diesem Sommer standen drei Gestaltungsvarianten zur Auswahl. Dem Wunsch nach einem attraktiven Wochenmarkt und zusätzlichen Parkplätzen kam Variante zwei am nächsten. Sie sah folgendes vor: Die vorhandenen Alleebäume werden alle gefällt und dafür neue Gehölze so gepflanzt, dass statt bislang zwölf künftig 23 Pkws auf der Bahnhofstraße parken können. Zu Marktzeiten sollten auf den Parkstreifen bis zu 16 Stände einen Platz finden. Dieser Vorschlag fiel bei der Umfrage komplett durch. 343 Stimmen wurden abgegeben. Von ihnen entfielen nur 23 Prozent auf diesen gravierenden Eingriff in das jetzige Straßenbild.

Mit 43 Prozent fand Variante eins bei der Bürgerbefragung eine Mehrheit. Sie beinhaltet im Wesentlichen die Beibehaltung des jetzigen Zustands. D.h., die Bäume bleiben ebenso wie die zwölf Parkmöglichkeiten bestehen. Zu Marktzeiten finden bei der Variante allerdings nur sechs Händler einen Standplatz, was nicht gerade die Basis für einen Wochenmarkt bildet, der mehr Kunden anlocken soll. Jedoch die Bürger, die sich für diese Gestaltungsoption aussprachen, „wollen einen Wochenmarkt trotzdem“, wie Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) informiert.

Variante drei sah mehr Grün durch das Pflanzen zusätzlicher Alleebäume bei gleichzeitigem Verzicht auf Parkflächen vor. Auch bei dieser Option können während eines Wochenmarktes höchstens sechs Händler auf der Bahnhofstraße stehen. 30 Prozent gab es bei der Bürgerbefragung für diesen Vorschlag. Fünf Prozent der Teilnehmer konnten sich für keine der drei Gestaltungsideen erwärmen und verzichteten darauf, auf dem Stimmzettel eine von ihnen anzukreuzen.

Verwaltungsintern lag das Abstimmungsergebnis seit September vor. Und seither qualmen die Köpfe. So dachte das Stadtplanungs- und Bauamt über einen Kompromiss aus Variante eins und zwei nach, wie man trotz Erhalts des Baumbestands mehr Marktstände auf der Straße unterbringen kann. Doch eine Mischversion musste wieder verworfen werden. Denn einerseits: „Zwischen den Bestandsbäumen haben Marktstände keinen Platz. Die Bäume stehen zu dicht“, so Müller. Andererseits kann aufgrund der engen Gegebenheiten die Fahrbahn nicht für einen Wochenmarkt in Beschlag genommen werden. „Eine Rettungsgasse ist zwingend notwendig“, berichtet der Baubürgermeister.

In den Vorberatungen im Ausschuss fanden weder Variante zwei noch drei eine Mehrheit. Für die erste Option fiel sie mit zwei Stimmen Unterschied denkbar knapp aus. Nun muss am diesem Mittwochabend der Stadtrat entscheiden.

Von Silvio Kuhnert

Umland „Kasper und die Weihnachtspost“ - Weihnachtsprogramm im Max Jacob Theater
19.12.2017
19.12.2017
19.12.2017