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Umland Radebeul plant lückenloses Radwegenetz
Region Umland Radebeul plant lückenloses Radwegenetz
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21:20 29.05.2019
Symbolfoto. Quelle: dpa
Radebeul

Im vorigen Jahr hat der Radebeuler Stadtrat einen neuen Verkehrsentwicklungsplan verabschiedet. Jedoch sind darin wenig Aussagen über den Radverkehr zu finden. Für diesen lässt die Stadt derzeit ein eigenes Konzept erarbeiten. „Der Radfahrer will schnell von einem zum anderen Ende der Stadt kommen“, sagte Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Ziel der Radverkehrskonzeption sei daher, ein lückenloses Radwegenetz in der Lößnitzstadt zu schaffen.

Am Mittwochabend fand im Kulturbahnhof eine Auftaktveranstaltung statt, bei der die mit der Erstellung der Konzeption beauftragten Planer vom Ingenieurbüro PGV-Alrutz GbR mit Sitz in Hannover Anregungen von Einwohnern entgegennahmen. Rund 40 Radebeuler waren zu dem Workshop gekommen und wiederholt sprachen sie die Meißner Straße an.

Die Verkehrssicherheit sei entlang der Hauptverkehrsader katastrophal, war einhellige Meinung. Mit circa 13 800 Kraftfahrzeugen täglich in Höhe der August-Bebel-Straße und 23 400 Fahrzeugen östlich der Paradiesstraße nimmt die „Meißner“ nach wie vor den meisten Verkehr in Radebeul auf und sie ist nicht nur für Pkw und Laster die kürzeste Verbindung zwischen Ost und West, sondern auch für Radfahrer. „Ein baulich von Straße und Fußweg getrennter Radweg ist notwendig“, sagte ein Bürger, der für die Forderung Applaus bekam.

Auf einzelnen Abschnitten gibt es einen farblich getrennten oder einen mit Strichellinie markierten Radschutzstreifen bereits, auf anderen wie etwa in Zitzschewig fehlt derartiges ganz. Ein Manko, was auch die beiden Planerinnen, Heike Prahlow und Linn Schröder, bereits erkannt haben und als „fehlende Führungskontinuität“ beschrieben. Neben der Schließung der Lücken wird im Rahmen der Radverkehrskonzeption auch über Alternativrouten nördlich und südlich der Meißner Straße nachgedacht.

Die Schaffung eines lückenlosen Verkehrsnetzes für Radler besteht nicht nur im Bau von Radwegen und dem Markieren von Schutzstreifen. In ihre Überlegungen, wie Pedalritter künftig auf sicheren Routen von ihrer Wohnung zum Arbeitsplatz oder in die Schule, zu Einkaufszentren oder Freizeiteinrichtungen gelangen, beziehen die Planer auch die Nutzung von Gehwegen, die Öffnung von Einbahnstraßen entgegen der für Autos ausgewiesenen Fahrtrichtung oder auch Mischverkehr mit ein. Mit Letztgenannten ist die gemeinsame Nutzung von Straßen durch Rad- und Kraftfahrer wie in verkehrsberuhigten Bereichen und Tempo-30-Zonen gemeint. Ebenfalls wird das fertige Papier Empfehlungen zum Fahrradparken, der Etablierung von Serviceangeboten wie zum Beispiel Schlauch-O-Maten und zur Beschilderung enthalten.

Nachholbedarf sahen Teilnehmer des Workshops beim Fahrradklima allgemein. Bei Straßenbaustellen fühlen sich Radfahrer nicht ausreichend berücksichtigt. Für sie werden keine Umleitungstrecken ausgeschildert, sondern sie sollen oft, wie derzeit auf der Großbaustelle auf der Meißner in Radebeul-Mitte, vom Rad absteigen und es auf dem Fußweg schieben. Werbeschilder und -aufsteller wie für die am Freitag beginnenden Karl-May-Festtage werden auf Geh- und Radwege platziert. „Fußgänger und Radfahrer sollen diese Hindernisse einfach hinnehmen“, monierte eine Frau.

Der Entwurf des Radverkehrskonzepts soll Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres vorliegen.

Von Silvio Kuhnert

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