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Umland Radebeul lässt nachts das Licht an
Region Umland Radebeul lässt nachts das Licht an
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18:05 03.09.2019
Wenn es nach dem Radebeuler Ralf K. ginge, würde es nach 22 Uhr auf Radebeuls Straßen und dem Dorfanger Altkötzschenbroda dunkel sein. Quelle: Archiv
Radebeul

Wer nachts durch Radebeul spazieren möchte, sollte künftig eine Taschenlampe mitnehmen. Das meint Einwohner Ralf K. Denn wenn es nach ihm ginge, würde die Anzahl der Straßenlaternen nicht nur halbiert, sondern der Großteil der verbleibenden Leuchten ab 22 Uhr ausgeschaltet werden. Nur an wenigen besonderen Punkten dürfen sie seiner Meinung nach bis Mitternacht brennen.

Mit diesem Ansinnen hat sich der Radebeuler an Stadtverwaltung und Stadtrat per Brief gewandt. Denn die Straßenbeleuchtung in der gegenwärtigen Form beeinträchtige seine Nachtruhe. Er geißelt sie als Energie- und Geldverschwendung. „Insekten und damit auch Vögel werden beeinträchtigt“, führt Ralf K. als weiteren Grund für eine Reduzierung der Leuchtmittel ins Feld. Und schließlich fragt er in seinem Schreiben: „Gibt es kein Recht auf die Schönheit des Nachthimmels?“

1,3 Millionen Euro pro Jahr für brennende Laternen

Im städtischen Haushalt sind für 2019 Ausgaben für die Straßenbeleuchtung an Gemeindestraßen von 960 000 Euro, an Kreisstraßen von 127 500 Euro und an Staatsstraßen von 197 500 Euro veranschlagt. In Summe sind das fast 1,3 Millionen Euro im Jahr, welche die Lößnitzstadt aufbringt, damit die Straßenlaternen brennen.

Trotz dieser Ausgaben wird die Stadtverwaltung dem Ansinnen von Ralf K. nicht folgen. „Die Straßenbeleuchtung ist eine Errungenschaft der Industrialisierung und der Elektrifizierung unseres Landes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie ist als ein nicht unwesentliches Element des Lebensgefühls und vor allem auch der Erhöhung der Sicherheit nicht mehr wegzudenken und unverzichtbar“, schreibt OB Bert Wendsche (parteilos) in seinem Antwortbrief an Ralf K. Hier auf die Alternative Taschenlampe zu verweisen, wäre nach Meinung des Rathauschefs „ein Rückfall in vorindustrielle Zeiten“.

Beleuchtungspflicht innerhalb geschlossener Ortslagen

In seinem Schreiben verweist das Stadtoberhaupt auf einen Stadtratsbeschluss von Ende 2017. Um das subjektive Sicherheitsgefühl der Radebeuler und ihrer Gäste zu steigern, hatten die Räte die zeitweise Nachtabschaltung jeder zweiten Leuchte in der Zeit von 23 bis 5 Uhr – um Geld zu sparen, wurde dies 15 Jahre lang praktiziert – rückgängig gemacht. Seither brennen die Straßenlaternen die ganze Nacht. „Es ist derzeit nicht vorgesehen, diese Entscheidung erneut in Frage zu stellen“, so Wendsche.

In seinem Antwortschreiben macht der OB weiterhin deutlich, dass es laut sächsischem Straßengesetz für Kommunen eine Beleuchtungspflicht innerhalb geschlossener Ortslagen gibt. Für die Erfüllung dieser Pflicht gibt es technische Regelwerke und Standards. So sind die Abstände zwischen den Lichtmasten klar vorgegeben. „Es ist daher unmöglich, einfach jede zweite Lampe abzubauen, da damit eine normgerechte Ausleuchtung von Straßen nicht mehr gegeben wäre“, stellt OB Wendsche klar.

Von Silvio Kuhnert

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