Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Polizei fasst gefährlichen Heckenschützen
Region Umland Polizei fasst gefährlichen Heckenschützen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:11 20.08.2018
Ein Polizeihubschrauber (Symbolfoto) kreiste über Bischofswerda. Quelle: imago/Eibner
Anzeige
Bischofswerda

Festnahme am Sonntagnachmittag: Die Polizei hat bei Bischofswerda einen 42-jährigen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, in den vergangenen Wochen mit einer noch unbekannten Waffe auf bis zu 20 vorbeifahrende Autos geschossen zu haben. Das erklärte Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, am Sonntagabend. Der Mann hatte vor seiner Festnahme größere Äste und Baumstücke auf die nahe Staatsstraße 111 geworfen. Es handelt sich um einen der Tatorte, von dem aus in den zurückliegenden Tagen fahrende Autos beschossen wurden.

Am Wochenende waren den Beamten sechs neue Fälle gemeldet worden. Tatorte waren die Bundesstraße 98 im Bereich des Goldbacher Berges, die S 111 (ehemalige Bundesstraße 6) am Ortsausgang Bischofswerda und die Neustädter Straße. Mehrere Polizeistreifen waren in den vergangenen Nächten im Raum Bischofswerda im Einsatz, so Knaup. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste in der Nacht zum Sonntag über der Stadt, um den Schützen ausfindig zu machen. Fährtenhunde suchten nach den Spuren des Täters. Bisher blieb die Fahndung jedoch ohne Erfolg.

Anzeige

Im Hintergrund habe die Kriminalpolizei auf Hochtouren ermittelt, erklärte der Polizeisprecher. Die Ermittler hätten rund 20 Fälle untersucht, bei denen sich der Beschuss eines Fahrzeuges tatsächlich bestätigt habe. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse bewerten die Beamten die Sachverhalte derzeit rechtlich als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr.

Nachdem die Polizei am Wochenende über mehrere neue Fälle informiert hat, haben sich weitere Fahrzeughalter gemeldet, deren Autos bereits vor dem bisher ersten bekannten Fall vom 12. August beschossen wurden. Die Kriminalpolizei prüft jeden einzelnen Fall.

Kriminaltechniker konnten in einem Fall Reste eines Projektils sicherstellen. Weitere Angaben zur Art der verwendeten Munition könne die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Derzeit sei noch nicht bekannt, mit welcher Waffe die Munition verschossen wird. Auch hierzu würden die Ermittlungen andauern.

Bei seiner Festnahme war der 42-Jährige nicht im Besitz einer Schusswaffe, so der Polizeisprecher. Der Mann hatte 0,6 Promille Alkohol in der Atemluft und machte einen verwirrten Eindruck. Der Tatverdächtige lebt in Bischofswerda. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Der Beschuldigte befindet sich in Gewahrsam der Polizei und wird vernommen. „Das Ergebnis der Untersuchungen bleibt jedoch abzuwarten“, so Knaup. Bis die Fälle nicht zweifelsfrei geklärt seien, würden die Ermittlungen der Kriminalpolizei und die operativen Einsatzmaßnahmen der Polizei im Raum Bischofswerda andauern.

Von Thomas Baumann-Hartwig