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Umland Pirnas „Hanno“ blickt in ungewisse Zukunft
Region Umland Pirnas „Hanno“ blickt in ungewisse Zukunft
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18:20 25.06.2019
Im Jugend-, Kultur- und Vereinshaus „Hanno“ in Pirna fanden einst Konzerte, Disco und Faschingsfeiern statt. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Pirna

Im kommenden Monat beginnt die Erschließung eines kleinen Wohngebietes mit fünf Häusern neben dem „Hanno“ in Pirna. Das wirft die Frage auf, was aus dem einstigen Jugend-, Kultur- und Vereinshaus an der Hohen Straße wird. Für Konzerte, Discos und Partys war es einmal eine feste Adresse. Die Betonung liegt jedoch auf „war“. Denn seit etlichen Jahren finden keine Veranstaltungen mehr im Saal an der Hohen Straße statt.

Saal ist seit Jahren gesperrt

Zuletzt war noch regelmäßig der Lokfasching mit seinen Karnevalsfeiern zu Gast im Haus. Doch damit war auch spätestens im Oktober 2016 Schluss. Denn seit der damals turnusmäßig vom Gesetz her vorgeschriebenen Brandschutzprüfung ist der Saal baupolizeilich gesperrt. Weil Wände und Decken mit brennbarem Material verkleidet sowie Einrichtungsgegenstände vorhanden sind, die ebenfalls aus leicht entflammbaren Werkstoffen bestehen, und die Elektroanlagen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechen, ist eine Nutzung des Saals untersagt. Diesen Zustand kann nur eine umfassende brandschutztechnische Ertüchtigung ändern.

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Sanierung ist nicht geplant

Eine Sanierung des Saals steht seit Jahren nicht auf der Agenda der Stadtverwaltung. Und mit der Erschließung des kleinen Wohngebiets in unmittelbarer Nachbarschaft wird eine Reaktivierung des „Hannos“ als Kulturhaus unmöglich gemacht. Im Rahmen des B-Planverfahrens für die fünf Wohnhäuser wird die Stadtverwaltung im Abwägungsprotokoll deutlich: „Wegen des Charakters der Umgebungsbebauung sowie aus Lärmschutzgründen wäre eine zukünftige Nutzung des Hannos als Veranstaltungsstätte nicht genehmigungsfähig.“

An anderer Stelle verwies die Verwaltung auf die hohen Investitionskosten für die Brandschutzsanierung. Nach Abwägung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses kam sie zu dem Schluss, dass durch eine umfassende Instandsetzung nicht eine stetige Nachfrage durch Vereine oder Privatpersonen zu Veranstaltungszwecken resultiert, die den hohen Geldeinsatz rechtfertigen würde.

Jugend hat längst neuen Treff

Mit dem Konzept eines Jugend-, Kultur- und Vereinshauses war der „Hanno e.V.“ einst in den 1990er Jahren gestartet. Im Sommer 2014 zog der Jugendtreff aus. Sein Domizil befindet sich seither im Gebäudekomplex der Stadtbibliothek am Zollhof. Eine Rückkehr an die Hohe Straße ist sehr unwahrscheinlich, da der Jugendclub im Stadtzentrum mehr Teenager anlockt als zuletzt am alten Standort.

Das „Hanno“-Gebäude wird momentan von drei Vereinen genutzt. Im Hinterhaus trainieren die Tänzer des 1. TSC Silberpfeil. Der Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat Büroräume im Vorderhaus gemietet. Und „Die Theatermacher“ arbeiten an ihren Stücken in den Räumlichkeiten der Kleinkunstbühne im Dachgeschoss. Das „Hanno“ dient damit noch als Vereinshaus. Doch mit dem beschlossenen Umbau des Schulhauses Nicolaistraße 3, in welchem die Stadt die Aula sanieren und Vereinsräume schaffen möchte, wird auch dieser Nutzungszweck fraglich.

Wie Stadtsprecher Thomas Gockel auf DNN-Anfrage informierte, wolle die Verwaltung mit dem neu gewählten Stadtrat über die Zukunft des „Hannos“ diskutieren.

Von Silvio Kuhnert