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Umland OB Hanke schlägt wegen Fachkräftemangels für Kitas Alarm
Region Umland OB Hanke schlägt wegen Fachkräftemangels für Kitas Alarm
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18:49 08.07.2019
Symbolbild. Quelle: dpa
Pirna

Droht nach dem Lehrer- nun auch ein Erziehermangel an Kitas und in der Tagespflege? Pirnas OB Klaus-Peter Hanke (parteilos) schlägt jedenfalls Alarm. Das Problem, Fachkräfte zu finden, beschäftigt bereits die Kindertageseinrichtungen der Sandstein-Stadt. „Es kann nicht die Lösung sein, dass Kommunen und Einrichtungen sich gegenseitig das Personal abwerben und unsere Kinder darunter leiden“, mahnt der OB und appelliert, an seine Kollegen im Städte- und Gemeindetag, gemeinsam mit dem Land nach Möglichkeiten zu suchen, den Personalbedarf abzudecken.

Die Sorge kommt nicht von ungefähr. Der Träger der Kita Schlängelbachweg und des Hortes Zehista, die AWO Kinder- und Jugendhilfe gemeinnützige GmbH, musste wegen Personalmangels bereits die Eltern bitten, Betreuungsstunden zu reduzieren oder komplett auf die Betreuung der Kinder im Mai, Juni und Juli dieses Jahres zu verzichten.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe sagt für Deutschland bis zum Jahr 2025 einen Mehrbedarf von 330 000 Fachkräften voraus. Gründe sind unter anderem der Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten ab dem ersten Lebensjahr sowie der Renteneintritt etlicher Erzieherinnen und der dadurch erforderliche Ersatz durch Nachwuchskräfte. Wenn sich gleichzeitig der Betreuungsschlüssel sowie die pädagogische Tätigkeit durch mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung verbessern sollen, wächst der Bedarf an Erziehern sogar bis zu 600 000 Fachkräfte an.

In Pirna werden alle Kitas durch Freie Träger betrieben. Daher liegt der Stadtverwaltung keine Gesamtübersicht über unbesetzte Stellen vor. „Bekannt ist, dass alle Träger massiv in Ausbildung und Akquise investieren, um altersbedingte Abgänge, den Mehrbedarf für Vor- und Nachbereitungszeiten wie auch für die Betreuung zusätzlicher Kinder abdecken zu können“, teilte Stadtsprecher Thomas Gockel mit. Darüber hinaus werden für die neu entstehende „Waldkita“ voraussichtlich bis zu vier Vollzeitstellen benötigt, für die neue Kita am Reitplatz sind es laut Gockel circa 13 Vollzeitstellen.

In der Kinderbetreuung setzt die Sandstein-Stadt nicht nur auf die Kitas der freien Träger, sondern auch seit Jahren auf Tagespflege. Inzwischen bieten 18 Frauen und ein Mann für rund 90 Kinder Betreuungsplätze an. Da sich aufgrund der aktuellen Bevölkerungsprognosen ein höherer Bedarf bei der Betreuung von Kindern im Krippenalter abzeichnet, sucht die Stadt fünf neue Tagespflegepersonen – vor allem für die Stadtteile Innenstadt und Altstadt sowie Copitz.

Um offene Stellen in Kitas und bei der Tagespflege besetzen zu können, möchte sich OB Hanke für eine Flexibilisierung in der Gesetzgebung, in der Betreuung und in der Personalgewinnung einsetzen. Auch verbesserte Modalitäten während der Ausbildung, wie die Übernahme der Kosten oder effizientere Schulungsabläufe sollten überprüft werden.

Von Silvio Kuhnert

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