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13:42 05.03.2019
Frank Kunzendorf bereitet seine erste eigene Fläche fürs Aufreben vor. Er will Trauben erzeugen, als Ausgleich zu seinem Bürojob. Quelle: Lars Müller
Meißen

Frank Kunzendorf bereitet mit einem Bagger im Meißner Spaargebirge eine 2018 gerodete und vorübergehend begrünte Rebfläche für die Neupflanzung vor. Im April will der Firmenkundenberater für Finanzen und Versicherungen die 1.200 Quadratmeter die Sorten Kerner und Regent aufreben. Es ist die erste eigene Fläche des 26-Jährigen. „Ich suche noch mehr Weinberge, möchte gerne Trauben im Nebenerwerb erzeugen“, sagt er. Er brauche neben seinem Bürojob einfach noch einen Ausgleich – eine Arbeit, bei der man auch mal richtig dreckig werde.

Auf was er sich einlässt als Weinbauer, das weiß er genau. Sein Vater hat 200 Stöcke Müller-Thurgau, Weißburgunder und Riesling in Meißen stehen. Seit dem achten Lebensjahr unterstützt Frank Kunzendorf seinem Vater bei allen Arbeiten rund um die Weinstöcke. Seit zwei Jahren hilft er zudem hin und wieder im Weingut Schuh in Sörnewitz zu Stoßzeiten aus. Matthias Schuh sei ein innovativer Winzer, der bestens ausgebildet die Zukunft des sächsischen Weinbaus verkörpere, so Kunzendorf. „Bei ihm und seinem Winzermeister Holger Horter kann ich viel lernen.“

Um eigene Weinberge muss sich der Finanzfachmann aber selbst kümmern. Das gestaltet sich allerdings schwierig – obwohl die Zahl der Kleinwinzer in Sachsen rapide sinkt. Waren vor gut zehn Jahren noch 3.686 Weinbauern im sächsischen Anbaugebiet gemeldet, waren es im vergangenen Jahr 1.882. Flächen werden also durchaus frei. Viele sind zu klein, um von Haupterwerbsbetrieben lukrativ bewirtschaftet werden zu können. Sie wären also geeignet für Nachwuchswinzer im Nebenwerb. Allerdings hängen etliche dieser Flächen an der Genossenschaft, bedauert Frank Kunzendorf. Genossenschaftsweinbauer will er jedoch keinesfalls werden.“Ich will selbst entscheiden, was ich in meinem Weinberg mache, wie ich den Ertrag manage und wohin ich meine Ernte verkaufe“, stellt er klar. Auch einige Preisvorstellungen von Verpächtern oder Verkäufern privater Flächen hätten nicht ganz der Realität und dem Zustand der Weinberge entsprochen.

Frank Kunzendorf ist nachhaltige Bewirtschaftung seiner Rebflächen wichtig - naturnah und nur mit so viel Pflanzenschutz, wie die Reben je nach Witterung tatsächlich benötigen. Mit geeigneter Begrünung will er gegen „den Raubbau des Bodes“ aktiv vorgehen, den Boden in der ‚Monokultur Wein‘ beleben. „Gerade nach dem heißen Sommer 2018 sehen wir, dass der Erdboden als Wasserspeicher enorm wichtig ist und wohl immer wichtiger werden wird.“

Durch seine freiberufliche Arbeit bleibt Frank Kunzendorf genug Zeit für den Weinbau. „Ich kann ziemlich spontan loslegen, wenn beispielsweise kurzfristig Pflanzenschutz oder andere Arbeiten im Weinberg nötig sind.“ 12.000 bis 13.000 Quadratmeter wären sein Wunsch, damit könne er auch wirtschaftlich Trauben erzeugen. Und natürlich sollten die einzelnen Flächen nicht über die gesamten 55 Kilometer Weinstraße verteilt sein. „Rund ums Spaargebirge wäre ideal.“ Dass es Frank Kunzendorf ernst meint, beweist er auch mit seiner Anmeldung zu einem 14-monatigen Lehrgang in der Weinbauschule im fränkischen Veitshöchheim, der sich an Nebenerwerbswinzer mit Vorerfahrung richtet. Im November nächsten Jahres geht es los.

Winzer in Sachsen, die einen zuverlässigen Nachfolger für ihre Rebfläche suchen, können sich an Frank Kunzendorf wenden. Tel.: 0152/34 081 804 oder kunzendorffrank@gmail.com.Lars Müller

Von Lars Müller

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