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Umland Nachbarn benennen Straße nach Olympiasieger um
Region Umland Nachbarn benennen Straße nach Olympiasieger um
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14:54 05.03.2018
Mit Kabelbindern haben Nachbarn das täuschend echte Straßenschild angebracht.
Mit Kabelbindern haben Nachbarn das täuschend echte Straßenschild angebracht. Quelle: Daniel Förster
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Pirna

Gibt es in Pirna bald eine Francesco-Friedrich-Straße - benannt nach dem Sohn der Stadt, dem zweifachen Bob-Olympiasieger von Pyeongchang?

Über Nacht haben Anwohner ihrem Nachbarn, dem Erfolgspiloten Francesco Friedrich, kurzerhand das neue Wohnviertel gewidmet – und mit Kabelbindern ein täuschend echtes Schild an der Sackgasse über dem ursprünglichen befestigt.

Francesco Friedrich hatte bei den olympischen Winterspielen zunächst zusammen mit Thorsten Margis in einem regelrechten Krimi im Zweierbob Gold geholt – und teilt sich diesen Sieg mit den Kanadiern, die bis auf die Hundertstelsekunde dieselbe Zeit fuhren. Danach raste der 27-jährige Bundespolizist zusammen mit seiner Mannschaft auch im Viererbob zu Gold.

„Wir in unserer Straße sind alle ganz stolz, das Franz die beiden Titel geholt hat“, sagt Familienvater Steffen Mewes. Wer hat schon so einen Ausnahmesportler in seiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnen? Für uns ist das ganz toll.“ Auf einem Kurzvideo an „Franz“ ruft Mewes: „Du bist der Star unserer Straße, deshalb heißt sie nun Francesco-Friedrich Straße. Wir beglückwünschen dich zu deinem Doppelsieg, Doppelgold Olympia.“ Der Chor der Anwohner jubelte. Und Francesco? „Er war überwältigt, ohne Ende.“

Francescos Nachbarn würden sehr zusammenhalten, berichtet Mewes. „Es ist ein sehr schönes Miteinander. Das ist wunderbar.“ Im Sommer treffe man sich zum gemeinsamen gemütlichen Grillen. In einer Gruppe beim Instant-Messaging-Dienst WhatsApp würde man in Kontakt stehen und sich austauschen. So sei auch schnell der Gedanke aufgekommen, die Straße umzubenennen.

Einen Vorstoß, den Straßennamen offiziell zu ändern, gibt es bereits. Mewes sei beim Olympia-Empfang auf dem Markt gleich auf den Oberbürgermeister zugegangen und habe ihn aufgefordert, die Umbenennung im Stadtrat vorzutragen. Nach dem die ehemalige Brache bebaut ist, sei der jetzige Straßennamen sowieso nicht mehr zeitgemäß. „Aber mit dem Namen Francesco Friedrich können alle Pirnaer mittlerweile etwas anfangen.“ Klaus-Peter Hanke hätte erstmal nur gelächelt. Rund 40 Familien in Mehrfamilienhäusern und in Eigenheimen müssten im Fall der Fälle in ihren Pässen, Ausweisen und Fahrzeugpapieren ihre Anschrift ändern. Und was sagt der Namensgeber dazu? „Es ist ein schöner Gag meiner Nachbarn. Aber ob es wirklich so wird? Von Amts wegen bleibt wohl alles beim Alten.“

Straßen zu benennen oder umzubenennen sei „ein sehr kompliziertes Verfahren“, erklärt Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos). „Für die Vergabe von Straßennamen ist der Stadtrat zuständig, genauso wie für die Entscheidung. Wenn die Mehrheit im Stadtrat das will, kann das aber gemacht werden.“

Von df