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Umland Müllgebühren rund um Dresden steigen um ein Drittel an
Region Umland Müllgebühren rund um Dresden steigen um ein Drittel an
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11:41 07.11.2019
Volle Mülltonnen vor einem Wohnhaus (Symbolbild). In der Region wird die Müllentsorgung künftig deutlich teurer. Quelle: dpa/Jens Wolf
Radebeul

Die Abfallgebühren in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge steigen im nächsten Jahr um etwa ein Drittel an. Das hat die Verbandsversammlung des zuständigen Zweckverbands Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) am Mittwoch beschlossen. Demnach steigt die durchschnittliche Gebührenbelastung von derzeit 52 Euro pro Person auf rund 70 Euro. Die Abfallgebühren im Verbandsgebiet waren seit 2007 weitestgehend stabil geblieben.

Kostenexplosion bei Papier, Altgeräten und Schadstoffen

Damit hatte der ZAOE eigentlich auch weiterhin gerechnet. Die bestehende Kalkulation jedenfalls reicht bis 2021 und muss nun abgebrochen werden. Es hätte sich einfach ein zu dickes Minus angehäuft, für dessen Begleichung der Verband andernfalls Kredite hätte aufnehmen müssen, sagt ZAOE-Chef Raimund Otteni. „Wenn wir so weitergemacht hätten, hätte sich bis 2021 ein Minus von 23,2 Millionen Euro angehäuft“, sagt er. So rechnet er bis zum Jahresende mit rund 7,1 Millionen Euro Verlust, die nun durch die höheren Gebühren ausgeglichen werden.

Als Grund für die tiefroten Zahlen führt Otteni eine Kostenexplosion bei den Dienstleistungen an, die rund zwei Drittel der ZAOE-Ausgaben ausmachen. So sei die Entsorgung von Altpapier von 800.000 Euro um zwei Drittel auf 1,34 Millionen Euro angestiegen, die Kosten für Elektroaltgeräte stiegen um 146 Prozent auf 466.000 Euro, die für die Schadstoffentsorgung gar um 215 Prozent auf 442.000 Euro. „So ist das Geschäft im Moment“, sagt Otteni.

Insgesamt beklagt er einen Kostenanstieg um 40,2 Prozent auf knapp 36 Millionen Euro. Der Trend hat viel mit Wirtschaftsboom, neuen gesetzlichen Regelungen und einer hochgradigen Auslastung von Müllverbrennungsanlagen zu tun. Dort wollen mittlerweile auch Großstädte wie Dresden ihren Müll verbrennen lassen.

Biotonne bleibt bis 2021 kostenfrei – „Versprochen ist versprochen“

Konnte Otteni für zwei Entsorgungspakete von insgesamt 30 Tonnen Restmüll vor Jahren noch Preise unter 40 Euro je Tonne heraushandeln, liegt die jetzt ausgehandelte Gebühr nun irgendwo zwischen 50 und 100 Euro. 2024 muss er einen Abnehmer für 40 Tonnen Restmüll finden. „Wir hoffen, dass sich die Dinge dann gedreht haben“, sagt er. Anders als bisher üblich hat der ZAOE wegen der großen Preissprünge nun nur für drei statt fünf Jahre kalkuliert.

Ein wichtiger Kostentreiber ist auch die Biotonne. Seit der Verband das Versprechen abgab, diese fünf Jahre lang kostenlos zu entsorgen, stieg die Nutzung rasant an. 2016 wurden 19.425 Tonnen Bioabfall in rund 37.600 Biotonnen gesammelt, zwei Jahre später waren es schon 52.700 Tonnen Abfall in 71.800 Biotonnen. „Das hat uns anfangs überfordert“, gesteht Otteni ein. Und hat allein im vergangenen Jahr für 5,34 Millionen Euro Mehrkosten gesorgt. Man habe deshalb überlegt, schon jetzt Gebühren für die Biotonne zu verlangen. „Aber versprochen ist versprochen“, sagt Otteni. Die Entsorgung bleibt bis Ende 2021 kostenfrei.

Der ZAOE-Chef konnte am Mittwoch immerhin eine gute Nachricht verkünden. Ab 2021 könnten überall im Verbandsgebiet Gelbe Tonnen die missliebigen Gelben Säcke ablösen. Darauf drängt der ZAOE. Nach ersten Gesprächen mit Verantwortlichen des Dualen Systems geht Otteni davon aus, dass das auch klappt.

Von Uwe Hofmann

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