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Umland Mit der Bahn zum Baden direkt von Dresden nach Senftenberg
Region Umland Mit der Bahn zum Baden direkt von Dresden nach Senftenberg
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07:48 29.06.2019
Am Senftenberger See bietet sich auch die Möglichkeit zum Baden. Quelle: Foto: Archiv
Dresden/Kamenz

Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, und dann nischt wie raus nach – Senftenberg. Und zwar mit der Eisenbahn. Zumindest jetzt in den Sommerferien reaktivieren der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der Kreis Bautzen die Bahnstrecke von Ka­menz nach Senftenberg für den Personenverkehr und lassen an den sieben Sonnabenden zwischen Dresden und dem Seenland durchgehende Züge rollen.

Seit vielen Jahren kämpfen Politiker aus der Region für die Wiederinbetriebnahme der 1998 aus dem Fahrplan gestrichenen Verbindung zwischen der Lessingstadt und der Kleinstadt in Brandenburg. Ein Ar­gument dabei ist nicht zuletzt das Seenland, dass so für die Dresdner in eineinhalb Stunden mit der Bahn direkt erreichbar wird. Inzwischen gibt es tatsächlich sogar Pläne, die Strecke mit den in Aussicht gestellten Kohle-Millionen wieder fit zu machen und zwischen Dresden und Senftenberg künftig S-Bahnen fahren zu lassen (DNN berichteten).

200 Millionen Euro benötigt

Ein Vorhaben, für das allerdings mindestens 200 Millionen Euro be­nötigt werden und das auch nicht in Kürze umgesetzt werden kann. Das ist auch dem Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel (CDU) be­wusst, der sich schon lange für die Wiederinbetriebnahme der Strecke einsetzt. Seine Stadt liegt auf halbem Weg zwischen Kamenz und Senftenberg und hatte 1998 ne­ben dieser Verbindung auch den Direktanschluss über Königsbrück nach Dresden verloren. Deshalb hatte er die Initiative gestartet, zu­mindest in den Sommerferien die Züge wieder rollen zu lassen – mit Erfolg.

Auf der Strecke werden nach An­gaben des VVO Triebwagen der Städtebahn Sachsen (SBS) eingesetzt. Die SBS bedient ohnehin die reguläre Verbindung von Dresden nach Kamenz. In beide Richtungen fahren jeweils zwei Zü­ge, die Fahrt dauert je nach Verbindung rund eineinhalb Stunden. Zwischen Kamenz und Senftenberg halten die Züge auch in Bernsdorf, Wiednitz und Hosena.Vom Bahnhof in Senftenberg sind es etwa zwei Kilometer Fußweg bis zum Stadthafen. Der Senftenberger See ist zu­gleich ein beliebter Ausgangspunkt für Radtouren ins Seenland.

Stopp wegen fehlender Genehmigungen

Bereits in vor fünf Jahren hatte es schon erstmals wieder di­rekte Fahrten von Dresden ins Seenland ge­geben – wegen fehlender Genehmigungen blieben die Signale auf der Bahnstrecke jedoch zwischendurch wieder auf Rot.

Dass dort überhaupt noch Züge fahren können, liegt nicht zuletzt daran, dass die Strecke zwar vor mehr als 20 Jahren aus dem Kursbuch verschwand, aber weiterhin für den Güterverkehr genutzt wurde. Zwischen Bernsdorf und Königsbrück werden derweil keine Zü­ge mehr fahren können: Dort wurden nach der Stilllegung inzwischen längst die Gleise rausgerissen.

Der VVO hat bereits angekündigt, dass auch in den kommenden Sommerferien zwischen Dresden und Senftenberg Direktzüge unterwegs sein werden – dann nicht nur an den Sonnabenden, sondern vor­aussichtlich auch an den Sonntagen.

Überdies hatte der Verbund erst in den vergangenen Tagen richtungsweisende Entscheidungen getroffen, um den Nahverkehr auf Schienen in der Region nordöstlich von Dresden auszubauen. So sollen künftig bis Ka­menz im Halbstundentakt die Triebwagen fahren. Zudem soll die Bahnstrecke nach Königsbrück modernisiert werden, damit dort künftig zwi­schen Dresden und Ottendorf-Okrilla ebenfalls im Halbstunden­takt Züge verkehren können.

So geht’s mit der Bahn direkt an den See

Die Züge fahren vom 6. Juli bis einschließlich 17. August an allen sieben Sonnabenden vom Dresdner Hauptbahnhof bis Senftenberg.

Start ist um 9.02 Uhr beziehungsweise um 14.02 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof. Die Züge fahren bis Kamenz und von dort nach einem Aufenthalt von wenigen Minuten weiter nach Senftenberg. Die Triebwagen treffen dort um 10.25 beziehungsweise um 15.32 Uhr ein. Die Züge in die Gegenrichtung starten in Senftenberg um 11.15 und 16.15 Uhr.

Eine Ausnahme ist der 20. Juli: Weil die Bahn zwischen Radeberg und Kamenz baut, müssen die Fahrgäste an diesem Tag zwischen beiden Städten auf Ersatzbusse umsteigen, auch bei den An- und Abfahrtszeiten gibt es Veränderungen. Die Fahrten dauern etwa eine halbe Stunde länger.

Bei den Tickets gelten die üblichen Preise des VVO-Tarifs. Fahrgäste ab Dresden bis Senftenberg benötigen ein Billett für den VVO-Verbundraum. Für einen Ausflug in Familie wird die Familientageskarte zu 20 Euro empfohlen. Fünf Reisende kommen mit einer Kleingruppenkarte für 29,50 Euro hin und zurück. Das Sachsenticket ist ebenso gültig. Die Tickets sind an allen Servicestellen, an Automaten und bei den Zugbegleitern erhältlich.

I
nfos und Fahrpläne gibt es im Netz unter: www.vvo-online.de/seenlandbahn

Von Sebastian Kositz

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