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Umland Michas Leibspeiserei goes West
Region Umland Michas Leibspeiserei goes West
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09:23 21.08.2018
Micha Wilk (M.) ist mit seiner Leibspeiserei auf der Bahnhofstraße anzutreffen. Beim Austeilen der Mittagessen hilft ihm Nikolaj Bachmann (l.). In den Bürgertreff geholt hat beide Stadtteilmanagerin Nadine Wollrad. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Radebeul

„Mit oder ohne?“ – jeder Radebeuler, der in Michas Leibspeiserei zu Mittag isst, kennt diese Frage. Sie bezieht sich darauf, ob man das Tagesgericht mit Fleisch möchte oder die vegetarische Variante bevorzugt. Bislang stellte sie Küchenchef Micha Wilk in seinem Bistro an der Scharfen Ecke in Radebeul-Ost. Frei nach dem Motto „Go West“ fragt er nun auch Gäste in der Bahnhofstraße im Stadtteil Kötzschenbroda.

An diesem Montag hat Micha Wilk eine Außenstelle im Bürgertreff Bahnhofstraße 8 eröffnet. In den nächsten vier Wochen bietet er dort jeden Tag zwei Gerichte an – eins mit und eins ohne Fleisch. Am ersten Tag waren es Krautnudeln. „Das ist ein Lieblingsessen meiner Gäste“, verrät der 48-Jährige, der vor acht Jahren in der ehemaligen Fleischerei Lehnert an der Schildenstraße seine Leibspeiserei ins Leben rief. Dort bietet er werktags von 11 bis 14 Uhr Mittagessen an. Alle Speisen werden aus frischen Zutaten zubereitet. Dass es bei Micha immer gesunde warme Mahlzeiten gibt, sprach sich nicht nur unter Anwohnern und Werktätigen in Radebeul-Ost herum. „Auch aus West kamen viele Gäste angefahren“, berichtet Wilk. Und so blieb die Frage nicht aus, ob er nicht auch in Kötzschenbroda seine Speisen anbieten könnte.

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Den ersten Fühler nach Radebeul-West streckte er im Frühjahr dieses Jahres aus. Im Lößnitzbad eröffnete er eine zweite Küche – die „Kuchenbude“. Dort bietet er nicht nur analog zur Leibspeiserei werktags Mittagsmahlzeiten, sondern auch an Badetagen – wenn nicht gerade Blaualgen wie in diesem Sommer den Badespaß in der einstigen Kiesgrube vermiesen – einen Imbiss an. Zudem können die Bistroräume für Feiern gemietet werden. Seine Mannschaft ist mittlerweile an beiden Standorten zusammen auf neun Mitarbeiter angewachsen. Sie teilen täglich bis zu 300 Essen aus.

Den zweiten Fühler nach Radebeul-West bildet nun die Außenstelle in der Bahnhofstraße. Für vier Wochen hält Micha Wilk dort für Testzwecken rund 90 Essen pro Tag für hungrige Anwohner und Werktätige ringsum der Einkaufsstraße im Zentrum von Kötzschenbroda parat. Wenn sein Mittagstisch auf große Resonanz stößt, schließt Micha Wilk nicht aus, eine Außenstelle dauerhaft an der Bahnhofstraße zu etablieren.

Der Bürgertreff in der Bahnhofstraße 8 liegt mitten im Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“. Diese Ladenfläche in bester Lage hatte allerdings bislang nur mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Nun möchte Stadtteilmanagerin Nadine Wollrad diesen Laden als „Experimentierfläche“ oder auch „Ideenschmiede“ nutzen. „Man könnte auch Pop-up-Store dazu sagen. Ich möchte Händlern vor Ort, aber auch Interessierten aus der Region die Möglichkeit bieten, diese Ladeneinheit bzw. Lage auf der Bahnhofstraße für einen Monat auszutesten“, berichtet Wollrad. Micha Wilk macht mit seiner Leibspeiserei den Anfang. Weitere Geschäftsideen sollen folgen.

„In Kötzschenbroda inklusive Altkötzschenbroda gibt es ein breites gut sortiertes Angebot, jedoch fehlen noch verschiedene Geschäfte und derzeit haben wir vier leerstehende Ladeneinheiten vor Ort“, so Wollrad. Die Nachfrage beispielsweise nach einer Weinhandlung mit regionalem Sortiment, ein Sportgeschäft mit Utensilien für Laufsportarten und Triathlon, ein Bekleidungsgeschäft für junge Leute oder ein Jeansgeschäft seien sehr groß.

Händler, Neulinge mit interessanten Konzepten für eine Ladeneinheit aber auch Künstler, die dem Beispiel Micha Wilks folgen möchte und den Bürgertreff für ihre Unternehmensidee einen Monat lang mietfrei testen möchten, sollen sich bei Stadtteilmanagerin Nadine Wollrad per E-Mail an bahnhofstrasseacht@gmail.com melden.

Von Silvio Kuhnert

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