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Umland Meißens Linke erstattet wegen Plossen-Kurve Anzeige gegen die Stadt
Region Umland Meißens Linke erstattet wegen Plossen-Kurve Anzeige gegen die Stadt
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14:15 10.10.2019
In der Plossen-Kurve in Meißen ist die Fahrbahn sehr beengt. Lkw bleiben immer wieder stecken. Quelle: DNN-Archiv
Meißen

Die Linke-Stadtratsfraktion in Meißen unternimmt einen neuen Versuch, den Schwerlastverkehr vom Plossen-Aufstieg zu verbannen. Sie hat die Stadtverwaltung bei der Staatsanwaltschaft Dresden angezeigt, weil diese keine Tonnagebegrenzung vornehme. „In der Plossen-Kurve herrscht eine enorme Gefahrensituation für alle Verkehrsteilnehmer“, sagt Linke-Stadtrat Andreas Graff.

Gefährliche Rangiermanöver rückwärts und auf dem Fußweg

Die Wilsdruffer Straße (Staatsstraße 177) ist im Bereich des Plossen-Aufstiegs in einem sehr schlechten baulichen Zu­stand und bedarf einer Sanierung. Probleme bereitet vor allem die enge Haarnadelkurve. „Mindestens zweimal die Woche bleibt ein Laster dort stecken“, berichtet Graff. Vor allem bergauf schaffen sie es nicht um die Kurve. Zudem gibt es kein Weiterkommen, wenn sich zwei 40-Tonner im Kurvenbereich begegnen.

Um sich aus der misslichen Lage zu befreien, beginnt ein gefährliches Rangiermanöver. Die Fahrzeuge dahinter müssen rückwärtsfahren, damit ein Großlaster zurück und wieder vorsetzen kann. „Und er kommt nur um die Kurve herum, wenn er über den Fußweg rollt“, berichtet Graff. Nur durch glückliche Umstände seien solche Situationen bislang nicht in einer Katastrophe geendet.

Vergangene Woche habe es wieder eine so eine gefährliche Situation gegeben. Auf nasser Fahrbahn wäre ein Laster fast den Berg hinuntergerutscht, sagt Graff. Er verweist auf einen Stadtratsbeschluss zu einer Tonnagebegrenzung auf 20 Tonnen. Dieser werde jedoch von der Verwaltung nicht umgesetzt. „Die Stadt Meißen verstößt damit nicht nur gegen demokratische Prinzipien, sondern billigt damit fahrlässig, dass Menschenleben gefährdet werden. Hier ist Gefahr in Verzug“, schreibt Graff gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen Tilo Hellmann und Ingolf Brumm in dem Brief an die Staatsanwaltschaft. Wegen der Billigung der Gefahr für Leib und Leben sowie der Verletzung der Fürsorgepflicht für die Bürger erstatteten sie jetzt Strafanzeige gegen die Stadtverwaltung. Die drei Stadträte pochen auf eine Tonnagebegrenzung.

Ausbau mit Verbreiterung wäre eine Lösung

Seitens der Stadtverwaltung gibt es mit Verweis auf ein laufendes Verfahren keine Stellungnahme zur Anzeige. Wie Stadtsprecher Michael Eckardt jedoch sagte, habe man auf dem vorgeschriebenen Verwaltungsweg versucht, eine Tonnagebegrenzung herbeizuführen. Jedoch kamen von den zuständigen Fachbehörden Absagen. Deshalb hatten sich bereits zu Beginn dieses Jahres Vertreter des Stadtrates und der Verwaltung mehrheitlich darauf verständigt, die Forderung nach einer Tonnagebegrenzung fallen zu lassen.

So hat sich beispielsweise das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) als höhere Verkehrsbehörde ge­gen eine Tonnage-Brenzung auf 20 Tonnen positioniert. Die S 177 sei ein Verkehrsweg höchster Kategorie. Der bauliche Zustand des Plossen-Aufstieges werde regelmäßig geprüft und rechtfertige keine Sperrung für den Schwerlastverkehr, heißt es vonseiten dieser Behörde. Auch wenn der Verkehr auf der Wilsdruffer Straße gestiegen sei, machten Laster nur fünf Prozent des täglichen Verkehrsaufkommens aus. Die Bundesstraßen im Stadtgebiet seien mit einem Lkw-Anteil von zwölf Prozent wesentlich stärker be­lastet.

Eine Tonnagebegrenzung würde auch den Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal vor Probleme stellen. Die Entsorgung über mögliche Umleitungsstrecken sei sehr schwierig, auch die Nutzung eines kleineren Fahrzeuges sei angesichts der in den Wohngebieten auf der Plossenhöhe anfallenden Abfallmengen unrealistisch, argumentiert der Müllentsorger.

Statt einer Tonnagebegrenzung möchte sich die Verwaltung für die Entwicklung überregionaler verkehrslenkender Maßnahmen und Leiteinrichtungen einsetzen. Wegweiser sollen den Lkw-Verkehr von der Plossen-Kurve fernhalten. Des Weiteren plant das Lasuv den grundhaften Ausbau des Plossen-Aufstiegs. In dem Zuge soll die Haarnadelkurve so verbreitern werden, dass Busse und Lkw in dem Bereich künftig ohne Probleme aneinander vorbeirollen können. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren für den Plossen-Ausbau.

Von Silvio Kuhnert

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