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Umland Meißen sucht Standort für neue Turnhalle
Region Umland Meißen sucht Standort für neue Turnhalle
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17:40 18.09.2018
Eine Turnhalle für das Franziskaneum ist auf dem Ratsweinberg möglich, betonen Nico Riefling (l.), OB Olaf Raschke (M.) und Lutz Krüger. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Meissen

Kein Pachtvertrag steht einem eventuellen Bau einer Turnhalle für das Gymnasium Franziskaneum auf dem benachbarten Ratsweinberg im Wege. Das ist die zentrale Botschaft von CDU-Stadtverbandschefin Bianca Wunderwald, Lutz Krüger, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Meissen, sowie OB Olaf Raschke (parteilos).

Für einige Verwirrung hatten Äußerungen von CDU-Stadtratsfraktionschef Falk-Werner Orgus gesorgt. Er sagte jüngst auf einer Sondersitzung des Stadtrates, dass die Stadtverwaltung den Pachtvertrag mit der Winzergenossenschaft für den Ratsweinberg für 25 Jahre verlängert habe. Seit über zehn Jahren hoffen Schüler und Lehrer des Franziskaneums auf einen Turnhallenneubau, denn in den beiden Sporthallen auf dem Schulgelände ist kein lehrplangerechter Sportunterricht möglich. Als potenzieller Standort ist der Ratsweinberg seit vielen Jahren im Gespräch, denn das Grundstück ist städtisch und liegt neben dem Gymnasium.

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Die Aussage des CDU-Stadtratsfraktionschefs ließ den Eindruck in der Öffentlichkeit zurück, dass der Pachtvertrag erst kürzlich verlängert worden sei und somit die Verwirklichung des Wunsches nach einer Turnhalle auf diesem Grundstück in weite Ferne rücke. Dies korrigierte nun sein Fraktionskollege Nico Riefling. Zwischen Stadt und Winzergenossenschaft seien die Pachtverträge bereits vor drei Jahren vereinheitlich worden, informierte er. Und laut Stadtverbandschefin Wunderwald waren die Äußerungen von Orgus falsch.

„Seit mindestens 1982 wird der Ratsweinberg durch die Winzergenossenschaft bewirtschaftet“, berichtete deren Geschäftsführer Krüger. Das ist nicht das einzige Land, was der Zusammenschluss von 1500 Weinbauern von der Domstadt gepachtet hat. Im Jahr 2012 beschloss der Meißner Stadtrat, dass die vielen Einzelverträge zu einem Generalvertrag zusammengeführt werden und die Pachtpreise zu vereinheitlichen sind. Dies sei 2015 mit einem neuen Vertragsabschluss erfolgt. „Seither gab es keine Veränderungen am Vertragswerk“, so Krüger.

Die notwendige Turnhalle für das Franziskaneum soll nicht an der Winzergenossenschaft scheitern. „Wenn hier gebaut werden soll, dann werden wir in die interne Diskussion gehen, um Wege zu finden, dieser Entwicklung nicht entgegenzustehen“, so Krüger. Er erinnerte an eine ähnliche Situation mit der Freien Werkschule am Crassoberg, wo man eine einvernehmliche Lösung fand.

Derzeit besteht keinerlei Baurecht auf dem Ratsweinberg. Im Flächennutzungsplan ist das rund ein Hektar große Areal als landwirtschaftlich genutzte Fläche ausgewiesen. „Wir haben eine Bauvoranfrage gestellt, ob eine Bebauung dort überhaupt möglich ist“, sagte OB Raschke. Als problematisch könnte sich der felsige Untergrund erweisen. Des Weiteren gibt es denkmalschutzrechtliche Aspekte, die zu beachten sind. Ein Neubau darf die Blickbeziehungen zwischen Albrechtsburg und Gymnasium nicht stören.

Neben dem Ratsweinberg untersucht die Stadt als potenzielle Standorte für eine Turnhalle und Schulerweiterung aktuell zwei weitere private Grundstücke, die fußläufig nur eine Minute vom Gymnasium entfernt liegen. Bis zum Jahresende soll laut Rachke eine Aussage von den Fachbehörden in der Standortfrage vorliegen.

Von Silvio Kuhnert