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Umland Meißen möchte Stadtteile rechts der Elbe weiter auf Vordermann bringen
Region Umland Meißen möchte Stadtteile rechts der Elbe weiter auf Vordermann bringen
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09:28 16.05.2018
Quelle: Archiv
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Meissen

 Die stolze Summe von 41,8 Millionen Euro möchte die Domstadt in den nächsten zehn Jahren in das Stadtumbaugebiet „Meißen rechts der Elbe“ investieren. Für städtische und private Bau- und vor allem Sanierungsvorhaben hofft sie auf einen Zuschuss von rund 18 Millionen Euro von Bund und Land. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung das entsprechende Fördergebietskonzept samt Maßnahmenkatalog beschlossen.

Das Sanierungsgebiet umfasst eine Fläche von 97,1 Hektar im rechtselbischen Stadtgebiet. Es überdeckt den überwiegenden Teil der Stadtteile Cölln und Niederfähre/Vorbrücke. Neben alten Dorfkernen und Siedlungsbereichen sind zahlreiche Gebäude aus der gründerzeitlichen Stadterweiterung Ende des 19. Jahrhunderts vorzufinden. Des Weiteren stehen in dem Sanierungsgebiet das Landratsamt, das Jobcenter, vier Schulen, der Bahnhof und die Johanneskirche.

Bereits in den zurückliegenden Jahrzehnten seit der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 hat die Stadt sich mit verschiedenen Förderprogrammen bemüht, dass Areal auf Vordermann zu bringen. Trotz dieser Anstrengungen „weisen die Stadtteile Cölln und Niederfähre-Vorbrücke immer noch zahlreiche städtebauliche Mängel und Missstände auf“, heißt es in dem vom Stadtrat verabschiedeten Papier, das die KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH im Auftrag der Verwaltung erarbeitet hat. Dazu zählen der Zustand und die Gestaltung der Straßen, die momentan nicht zu einem längeren Verweilen einladen, sowie der teilsweise noch schlechte Zustand von Gebäuden.

Zu den bereits in Anspruch genommenen Förderprogrammen zählt das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“. Die Fördermittelgeber haben es mit veränderten Regelungen neu aufgelegt. Mit einem etwas verkleinerten Gebietszuschnitt und einer neuen Prioritätenliste möchte die Domstadt von weiteren Finanzspritzen aus dem Fördertopf zur Beseitigung städtebaulicher Missstände profitieren.

Ganz oben auf der Liste steht die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Der soll unter anderem mehr Grün bekommen. Des Weiteren sollen die Interessen von Fußgängern und Radfahrern vor allem bei der Querung des Kreuzungsbereiches Dresdner-, Großenhainer – und Bahnhofstraße mehr Berücksichtigung finden. So ist beispielsweise die Umgestaltung der Ampelkreuzung zu einem Kreisverkehr im Gespräch. Nach erster Schätzung sind für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes rund eine Million Euro veranschlagt.

Höchste Priorität genießt auch die Sicherung und Sanierung des ehemaligen „Hamburger Hofes“. Der Gaststättenbetrieb in dem denkmalgeschützten Gebäude, Dresdner Straße 9, wurde 1991 eingestellt, die Kegelsportanlage ist seit 1996 geschlossen. Zu einer Notsicherung des zusehens verfallenden Hauses musste der städtische Bauhof erst nach Sturmtief „Friederike“ im Januar dieses Jahres anrücken. Dachziegel drohten auf Gehweg und Straße zu stürzen. Der „Hamburger Hof“ befindet sich in Privatbesitz. Mithilfe von Zuschüssen aus dem Fördertopf möchte die Stadt den Eigentümer zur Sicherung der baulichen Substanz sowie zur Sanierung des Denkmalschutzobjektes animieren.

Zu den großen städtischen Vorhaben im Sanierungsgebiet zählen unter anderem die Sanierung des Hauses B (Weinbergschule) am Franziskaneum, der Bau einer Zwei-Feld-Sporthalle für Gymnasium und Freie Werkschule sowie die Instandsetzung der Gewichtheberhalle am Stadion Heiliger Grund.

Von Silvio Kuhnert

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