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Umland Mach’s gut, Karel! Wie ein Ehepaar aus Pirna zur Bekanntschaft mit Karel Gott kam
Region Umland Mach’s gut, Karel! Wie ein Ehepaar aus Pirna zur Bekanntschaft mit Karel Gott kam
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14:34 11.10.2019
Karoline, Gérard und Sohn Marcel Döhring mit Karel Gott (2.v.l.) vor dessen Villa in Prag. Quelle: privat
Pirna/Prag

Fünfmal hat Gérard Döhring aus Pirna „ganz spontan“ und auf „gut Glück“ Karel Gott in seiner Villa auf einem Hügel im Prager Stadtteil Smíchov besucht. Jedes Mal, wenn „Karl“ zuhause war, wurden der Koch und seine Familie am Eingang des Luxusanwesens von dem Weltstar empfangen. „Da stehst du da und denkst, das gibt es doch gar nicht. Du kommst als Köchlein aus Pirna dorthin und ein Mann von Welt macht dir alle Türen auf. Das ist unglaublich“, sinniert Döhring noch immer.

Frechheit und Stollen als Türöffner

In dieser Woche standen der Wirt des historischen Gasthauses „Zum Anker“ in Pirna und seine Frau Karoline wieder an jener Stelle am Ende einer Sackgasse – sprachlos und überwältigt vor dem Meer aus tausenden Lichtern und Blumen, das sich vor dem Grundstück erstreckt und keinen Zugang mehr ermöglicht. „Genau hier haben wir zum letzten Mal mit ihm gesprochen“, berichtet der 57-Jährige.

Das Ehepaar vor der komplett mit Kerzen und Blumen bedeckten Zufahrt zu Karel Gotts Vila. Quelle: privat

Der erste Besuch geschah spontan beim jährlichen Weihnachtsbummel in der tschechischen Hauptstadt. Mit etwas Aufwand war die Adresse gefunden und der Besuch absolviert. Ein persönliches Treffen gelang nicht. 2015 änderte sich das. Im November war bekannt geworden, dass Karel Gott an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Daraufhin machten sich Gérard Döhring und Sohn Marcel mit einem Christstollen von Tonis Bäckerladen und einem Weihnachtsgesteck in den Händen erneut auf den Weg.

Zunächst sei nur die Haushälterin dagewesen, dann fuhr ein Wagen vor. Im Inneren lag Karel Gott versteckt, am Steuer saß seine Frau Ivana. Das Auto rollte aufs Grundstück, Döhrings gingen frech hinterher und trafen auf einen Weltstar ohne Scheu. Er berichtete, er sei gerade aus der Klinik zurück. „Wir waren die ersten, mit denen er überhaupt öffentlich nach seinen Behandlungen gesprochen hatte, erzählte er uns“, berichtet Döhring, der heute noch verblüfft ist, wie offen der Sänger sich zeigte.

Erinnerungen für die Ewigkeit

Ein Jahr später – Karl Gott hatte gerade einen Bandscheibenvorfall hinter sich gelassen – wurden die Döhrings erneut vorgelassen, wieder hatten sie Stollen im Gepäck. Damit hatten sie wohl unbewusst einen Nerv getroffen. „Ich wusste zwar, dass er Kuchen mag. Aber wir haben erst viel später in einer Reportage erfahren, dass Karl Gott wahnsinnig gern Stollen isst. Bis dahin waren wir schon dreimal dort und haben ihm welchen gebracht“, so Döhring. 2017 war auch Dörings Frau Karoline, die singende Wirtin mit dabei und verstand sich im Gespräch über die Musik ganz prächtig mit dem Sänger.

Im Dezember 2018 schüttelte Döhring erneut die berühmten Hände. Es war kalt, Karel Gott hatte gerade eine Lungenentzündung auskuriert. Er hätte sehr gut, ja absolut fit ausgesehen. „Wir hatten fest daran geglaubt, ihn auch in diesem Jahr wiederzusehen.“ Kurz bevor sie sich verabschiedeten, hatte „Karl“ noch das im Vorjahr entstandene Foto mit der Familie signiert. Doch zu einem weiteren Treffen kam es nicht.

Karel Gott starb am 1. Oktober und wurde am heutigen Freitag in Prag unter riesiger Anteilnahme aufgebahrt.

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Zehntausende nehmen unter Tränen Abschied von Karel Gott

Im „Anker“ in Pirna erinnern zahlreiche Fotos und Autogramme an die denkwürdigen Zusammentreffen. „Die Erinnerungen an unsere Begegnungen werde ich nie vergessen. Die Momente haben sich bei mir fest im Kopf eingebrannt“, meint Döhring.

Von Daniel Förster

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