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Umland Wahlkreis 39: Schulreform stellt Meißen vor Probleme
Region Umland Wahlkreis 39: Schulreform stellt Meißen vor Probleme
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11:01 15.08.2019
Sollte der neue Landtag eine Schulreform beschließen, gäbe es in Meißen Probleme. Quelle: Peter Ending/dpa
Meißen

Zum Landtagswahlkreis 39 oder Meißen III gehören die Stadt Nossen und die Gemeinden Klipphausen, Niederau und Weinböhla. Auch die Wiege Sachsens, die Porzellan-Stadt Meißen, fällt in diesen Wahlkreis. Dort ließ im Jahr 929 Heinrich I. eine Burg anlegen. 2029 wird die Stadt daher ihre 1100-Jahrfeier begehen. Für Stadtoberhaupt Olaf Raschke (parteilos) wäre es erfreulich, „wenn sich der Freistaat in angemessener Weise an Vorbereitung und Durchführung dieses landesgeschichtlich bedeutsamen Jubiläums beteiligen würde.“

Zum Landtagswahlkreis 39 oder Meisen III gehören die Stadt Nossen und die Gemeinden Klipphausen, Niederau und Weinböhla Quelle: Holger Grigutsch

Der Meißner OB hat in Bezug auf die Erwartungen an den nächsten Landtag und der neuen Landesregierung nicht nur Feierlichkeiten im Blick. Angesichts von großen Investitionsvorhaben wie die derzeit beginnende Sanierung der Questenberg-Grundschule sowie die geplante Erweiterung des städtischen Gymnasiums Franziskaneums einschließlich Turnhallenbaus hofft er weiterhin auf eine Co-Finanzierung durch Landeszuschüsse.

>>> Das ist der Wahlkreis 38 – Meißen 2: Breitbandausbau im Fokus

„Dabei denke ich besonders an Fördermittelprogramme wie z.B. für den Schulhausbau, den Bau von Kindertageseinrichtungen oder auch die Städtebauförderung, mit der sich gezielt Infrastruktur und Attraktivität der Städte verbessern lassen, wie wir ja auf der Neugasse gesehen haben“, sagt Raschke. Damit einhergehen sollte eine Straffung und Vereinfachung von Förderprogrammen, was Raschke als einen Beitrag zum Bürokratieabbau versteht.

Strukturdaten

Zum Wahlkreisgehören: Gemeinde Klipphausen, Stadt Meißen, Gemeinde Niederau, Stadt Nossen, Gemeinde Weinböhla.

Die Flächedes Wahlkreises beträgt 320 Quadratkilometer, davon sind 58 Prozent Landwirtschaftsfläche.

63 825 Menschenleben im Wahlkreis, davon sind 50,8 Prozent Frauen. Der Ausländeranteil liegt bei 3,2 Prozent (2017).

Unter 18 Jahre alt sind 16,8 Prozent der Bevölkerung, über 65-jährig sind 25,4 Prozent der Bevölkerung. Das Durchschnittsalter beträgt 46,9 Jahre, das entspricht dem Wert von 2014. Fünf Jahre davor lag das Durchschnittsalter bei 46,0 Jahren.

Das mittlere monatliche Nettoeinkommen (Median) beträgt 1191 Euro. Von 1000 Einwohner beziehen neun Grundsicherung im Alter.

Zur Wirtschaftim Wahlkreis gehören 3060 Betriebe.

Im Tourismusgibt es im Wahlkreis 1680 Gästebetten. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag 2017 bei 36,3 Prozent.

Der Schuldenstandder Kernhaushalte der Gemeinden lag Ende 2017 insgesamt bei 44,2 Millionen Euro, pro Einwohner waren das 699 Euro in diesem Wahlkreis.

Die Debatte um längeres gemeinsames Lernen sieht der Meißner OB kritisch. Denn sollte der neue Landtag eine Schulreform beschließen, „die eine gemeinsame Grundschulzeit bis zur sechsten Klasse vorsieht, bekämen wir in Meißen Probleme“, so Raschke. Denn die Kapazitäten aller Grundschulen im Stadtgebiet, auch die der neugebauten vierten im Stadtteil Bohnitzsch, sind nur bis zur vierten Klasse ausgelegt.

Durch Zuzug junger Familien und Häuslebauern nimmt die Einwohnerzahl nicht nur in Meißen, sondern auch in der Nachbargemeinde Weinböhla zu. Mit rund 10 560 Einwohnern ist der Ort die einwohnerstärkste Gemeinde im Landkreis Meißen.

Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) begrüßt, dass der straßenbegleitende Radweg entlang der Staatsstraßen 80 und 81 bereits abschnittsweise mit der höchsten Priorität versehen wurde. „Eine zeitnahe Planung und Realisierung des Gesamtvorhabens liegt uns sehr am Herzen“, teilt er mit. Auch der Bau der neuen Elbtalstraße (S 84) sollte forciert werden. Zudem wünscht sich Zenker, dass der eingeschlagene Weg des engen Austausches zwischen Landesregierung und kommunaler Ebene fortgeführt wird.

Direktkandidaten im Wahlkreis 39 – Meißen 3

CDU: Daniela Kluge, Landtagsabgeordnete, geboren 1975 in Meißen, wohnhaft in Klipphausen

Die Linke: Tilo Hellmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter, geboren 1983 in Dresden, wohnhaft in Meißen

SPD: Frank Richter, Theologe, geboren 1960 in Meißen, wohnhaft in Meißen

AfD: Thomas Kirste, Hochschulmitarbeiter, Diplomkaufmann (FH), geboren 1977 in Meißen, wohnhaft in Meißen

Bündnis 90/Die Grünen: Martin Wengenmayr, Physiker, geboren 1990 in Cottbus, wohnhaft in Coswig

FDP: Martin Bahrmann, Standortleiter Euro-Schulen, geboren 1987 in Riesa, wohnhaft in Meißen

Freie Wähler: Brit Reimann-Bernhardt, Diplom-Psychologin, geboren 1974 in Dresden, wohnhaft in Klipphausen

Quelle: Kreisverwaltung Landkreis Meißen

Von Silvio Kuhnert

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