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Umland Landratsamt: Weinkellerei ruft nach Giftfund ersten Wein zurück
Region Umland Landratsamt: Weinkellerei ruft nach Giftfund ersten Wein zurück
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23:00 08.02.2016
Quelle: Archiv
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Meißen/Dresden

Nach dem Fund des im Weinbau verbotenen Insektizids Dimethoat wird ein erster sächsischer Wein zurückgerufen. Das bestätigte das für Lebensmittelüberwachung zuständige Landratsamt des Landkreises Meißen. Zuvor hatten bereits Händler von einem Schreiben mit dem Rückruf für 2015er Müller-Thurgau aus der Weinkellerei Jan Ulrich berichtet. Das sei die Konsequenz aus Laboranalysen, die der Familienbetrieb selbst in Auftrag gab. Die Trauben stammten vom selben Erzeuger, der auch die Trauben für den bereits gesperrten Goldriesling geliefert habe. Dieser Wein war jedoch nie abgefüllt worden und ist nicht in den Handel gelangt. Vom zurückgerufenen Wein gehe keine gesundheitliche Gefahr aus. Der Winzer war am Montag nicht zu erreichen.

Das Landratsamt erklärte, den Rückruf habe der Familienbetrieb selbst organisiert und seine Kunden angeschrieben. "Das Amt begleitet diese Aktion." Zur Menge des betroffenen Weins konnte das Landratsamt mit Verweis auf noch laufende Untersuchungen keine Angaben machen. Die Kreissprecherin sagte: "Der Zeitpunkt, wann endgültige Ergebnisse vorliegen und ob weitere Weinsorten betroffen sind, lässt sich im Moment noch nicht abschätzen." Alle Ebenen vom Landkreis bis zum Land arbeiteten eng zusammen, hieß es. Das bestätigte auch das für den Verbraucherschutz zuständige sächsische Sozialministerium. Auf der Webseite lebensmittelwarnung.de des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit war der sächsische Wein bis gestern Nachmittag nicht verzeichnet - laut Landkreis, weil keine gesundheitliche Gefahr bestehe.

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Aus dem Handel erhalten Verbraucher widersprüchliche Angaben: Im Dresdner Feinkostmarkt Perfetto erklärte der Weinberater auf Anfrage, es gebe keine Rückrufaktion, sonst würde man die Kunden informieren. Die Marktleiterin bestätigte hingegen telefonisch, der Müller-Thurgau 2015 des Weinguts könne zurückgebracht werden. Der Kaufpreis werde erstattet. Der Konsum Dresden teilte mit, der Wein sei nicht in den Handel gelangt.

Zwei Edeka-Märkte und eine Vinothek erklärten, den Wein nicht gelistet zu haben. Da zwei Rebsorten betroffen sind, gerät die These der Traubenerzeuger in Wanken, wonach das Insektizid durch Abdrift aus benachbarten Kulturen auf die Rebflächen gelangt sei. Die Behörden untersuchen den Einsatz des Pflanzenschutzmittels nun penibel. Wie es aus Winzerkreisen hieß, stünden der kontaminierte Goldriesling und der Müller-Thurgau nicht unmittelbar nebeneinander. Die Winzergenossenschaft Meissen lässt ihre Weine vor der Füllen analysieren, um Belastungen mit Dimethoat in fertigen Produkten auszuschließen. 

Lars Müller

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