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Umland Landkreis und Coswig bauen gemeinsam neue Turnhalle
Region Umland Landkreis und Coswig bauen gemeinsam neue Turnhalle
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13:37 22.10.2018
Die Turnhalle der Coswiger Rosegger-Förderschule ist zu klein und soll durch Neubau ersetzt werden. Quelle: Uwe Hofmann
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Coswig

Drei Schulen unter einem Dach, dazu eine Kita – es war einigermaßen bahnbrechend für die sächsische Schullandschaft, als Coswig vor reichlich vier Jahren sein Schulzentrum aufgemacht hat. Dort, wo zuvor allein die Grundschule West Platzhalter war, teilen sich nun die staatliche Schule sowie die von einem Verein getragene evangelische Grund- und Oberschule die Räume. Die Sache hat jedoch eine Kehrseite, die mit dem Aufwachsen der evangelischen Oberschule zu tun hat. „Es fehlen am Standort die Turnhallenkapazitäten“, sagt Bürgermeister Thomas Schubert (Parteilos). Besonders für die evangelische Oberschule sei es immer schwer gewesen, normgerechten Sportunterricht anzubieten. „Derzeit gelingt das nicht“, sagt Schubert.

Gemeinsam mit dem Landratsamt will Coswig nun das Problem angehen. Denn die Kinder der Privatoberschule werden derzeit mehr schlecht als recht in der Sporthalle des vom Landkreis Meißen getragenen des FörderschulzentrumsPeter Rosegger“ im Spitzgrund im Turnen und in Ballspielen unterwiesen. Diese Halle ist zu klein und in die Jahre gekommen, weshalb man sich im Landratsamt schon länger mit den Gedanken an einen Neubau oder eine Modernisierung trägt. Die Coswiger Nöte haben diesen Überlegungen jetzt Nachdruck verliehen. Nach einigen Gesprächen hat sich der Landkreis bereit erklärt, gemeinsam mit der Stadt eine neue Zweifelderhalle zu bauen. Für das etwa fünf Millionen Euro teure Gebäude hat man Kostenteilung vereinbart, weshalb auf Stadt und Landkreis abzüglich der Fördermittel je rund 1,5 Millionen Euro Kosten zukommen. „Wir hoffen aber noch auf eine Erhöhung der Fördermittelquote“, sagt Bürgermeister Schubert, der gleichzeitig Kämmerer ist. Dann könnte der kommunale Anteil an den Baukosten weiter sinken.

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Darauf warten will man allerdings nicht, weil Eile geboten ist. Schließlich ist es auch am Gymnasium Coswig mit Hallenzeiten etwas eng, weshalb einige Sportarten von dort in den Neubau verlegt werden, sobald dieser steht. Gebaut werden soll daher so schnell wie möglich, was nach derzeitigem Stand in den Winterferien 2019 ist. Etwa ein Jahr später soll der Neubau hinter der derzeitigen Turnhalle fertig sein. Die alte Halle wird anschließend, so der Plan, abgerissen. An ihrer Stelle ist ein Sportfeld nur für die Schüler des Förderschulzentrums vorgesehen, das dem Standort am Waldrand angemessen eine grüne Tartanbahn erhalten soll. Außerdem sind dort eine Erweiterung des Schulhofs und ein Schulgarten geplant.

Die neue Turnhalle stellt einen zweigeschossigen Bau dar, der das etwas abfallende Gelände ausnutzt. Förderschüler und Oberschüler erhalten je separate Eingänge sowie Sanitäranlagen in den zwei Geschossen. Bei den Markierungen auf den Sportfeldern will man darauf achten, nur die aufzubringen, die auch wirklich benötigt werden, um die Förderschüler nicht durch unnötige Linien auf dem Parkett zu irritieren. Diese Absprachen seien schon sehr weit gediehen, sagt Bürgermeister Schubert.

Zum Hallenneubau kommt noch ein eigener Parkplatz auf dem Schulgrundstück hinzu, der einen Teil der erforderlichen 36 Stellplätze aufnimmt. Die übrigen werden an der Sachsenlaufstraße angeordnet, so dass kein Eingriff in den angrenzenden Wald nötig ist. Gleichwohl werden auf dem Schulgrundstück einige Bäume fallen, räumt Bürgermeister Schubert ein.

Bauherr der Halle ist die stadteigene Wohnverwaltung- und Service-GmbH (WVS), die Halle bleibt anschließend auch in Stadtbesitz. Mit Förderschulzentrum und Oberschule werde man nach Fertigstellung langfristige Nutzungsverträge abschließen, nach Schulschluss stehe die Halle für Freizeitsportler offen, so Schubert. Der größte Teil der Nutzungskapazitäten falle aber auf die Schulen. Das die Stadt über eine eigene Gesellschaft baut, hat noch andere Auswirkungen: Sie kann dem Neubau einen Namen geben. „Sporthalle Peter Rosegger ist nur ein Arbeitstitel, wir können uns den Namen aussuchen. Darüber können sich die Stadträte schon einmal Gedanken machen“, sagt der Bürgermeister.

Von Uwe Hofmann