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Umland Kulturamtsleiter Alexander Lange wird Stadtgalerist
Region Umland Kulturamtsleiter Alexander Lange wird Stadtgalerist
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19:12 01.10.2018
Seit 2005 ist Alexander Lange Kulturamtsleiter in Radebeul. Jetzt verlässt er den Chefsessel und wird Stadtgalerist – als Nachfolger seiner Mitarbeiterin Karin Baum. Es sei eine „Herzensangelegenheit“ begründet er den Schritt. Quelle: Uwe Hofmann
Radebeul

Anfang 2019 geht die langjährige Stadtgaleristin Karin Baum in den Ruhestand. Mit der Stellenausschreibung hat sich die Stadt Zeit gelassen, was unter den mehr als 60 bildenden Künstlern der Lößnitzstadt mehr und mehr für Unruhe gesorgt hat. Gilt doch die Stadtgalerie in Altkötzschenbroda nicht nur als identitätsstiftend für die kunstsinnige Stadt sondern auch als Kristallisationspunkt für die Kreativszene. Seit Montag wird nun gesucht, allerdings kein Galerist, sondern ein Kulturamtsleiter – Bewerbungen bis 30. November erbeten. Wie passt das zusammen?

Grund ist eine ungewohnte Personalrochade im Kulturbereich der Stadtverwaltung. Alexander Lange, seit 2005 Leiter des Amts für Kultur und Tourismus, wird neuer Stadtgalerist. Karin Baums Nachfolger ist damit ihr derzeitiger Chef. Eine Degradierung? „Nein“, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) entschieden. Der Schritt habe sich in den letzten ein, zwei Jahren in mehreren Diskussionen ergeben habe, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) sagt. Kulturamtsleiter Lange spricht gar von einer „Herzensangelegenheit“. „Ich übernehme jetzt die Verantwortung nur für den Bereich, für den ich mich schon immer interessiert habe“, sagt der 56-Jährige.

Karin Baum leitet seit 34 Jahren mit viel Verve die Stadtgalerie Radebeul. Anfang 2019 geht sie in den Ruhestand. Quelle: Archiv

Dazu muss man wissen, dass Lange Kunstwissenschaften studiert hat und seine erste Laudatio überhaupt 1992 zu einer Ausstellung von Peter Pit Müller, Cornelia Schleime und Ralf Kerbach – in der damals noch in Radebeul-Ost beheimateten Stadtgalerie gehalten hat. Seither kehrte er in dieser Rolle immer wieder. Ausstellungen hat er dort zwar noch keine konzipiert, dafür aber in Moritzburg und Schloss Albrechtsberg. Das war zur Zeit seiner Selbstständigkeit ab Mitte der 1990er, zuvor war er von 1991 bis 1994 Berater für Kultur und Medien für die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gewesen. Lange habe er mit der Stadtgalerie geliebäugelt, sich dann aber für die Leiterstelle im Kulturamt beworben, als diese zu besetzen war. Dass er diesen Chefsessel jetzt aufgibt, um sich ganz der bildenden Kunst zu widmen, ist für Lange daher auch etwas wie ein Ankommen. „Viele denken hierzulande, dass man in seiner Karriere immer aufsteigen muss. Ich halte mehr von der US-amerikanischen Sichtweise, dass man die Karriere dem Lebensabschnitt anpasst“, sagt er. Nach 13 Jahren Amtsstress seien nun, auch wegen eines Pflegefalls in der Familie, flexiblere Arbeitszeiten und Kürzertreten angesagt.

Was nicht heißt, dass die Stadtgalerie ein Ruhepol ist. Die Ausstellung ab Februar 2019 wird noch Karin Baum konzipieren, dann zeichnet schon Lange verantwortlich. Es soll im Frühjahr eine Schau indianischer Kunst in Kooperation mit dem Karl-May-Museum geben – passend zu den Karl-May-Festtagen im Frühjahr. Vielleicht ein Fingerzeit für Langes Handschrift als Galerist. „Ich möchte mehr mit Nachbarkommunen wie Moritzburg und Coswig zusammenarbeiten“, sagt er. „Aber im Kern wird es in der Stadtgalerie immer um die Kunst der Lößnitz gehen – das ändert sich auch nicht“, bekräftigt er.

Diese Konstanz betont auch OB Wendsche angesichts des Personalwechsels. Es bleibe dabei, dass das Kulturamt als Organisator der Stadtfeste und als Strippenzieher in der Kulturszene seine eigenständige Rolle behalte. Nur mehr Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen und Freien Kreativen der Stadt, etwa dem Lügenmuseum oder den Landesbühnen, wünsche er sich.

Es wird noch eine Weile dauern, bis ein neuer Kulturamtsleiter gefunden ist. Bis dahin muss der in Dresden-Niederwartha auf der anderen Elbeseite lebende Lange beide Rollen ausfüllen. Wird es schwer, loszulassen? „Die Feste werden mir fehlen, aber ich kann mich von der Verantwortung trennen“, sagt er. So oder so wird es 2019 interessante Konstellationen im Gebäude Altkötzschenbroda 21 geben. Eine streitbare und gut vernetzte Ex-Stadtgaleristin, bei der ein Ruhestand eigentlich gar nicht vorstellbar ist, ein neuer Kulturamtsleiter und der frühere Chef als Sachgebietsleiter noch im Haus. „Das wird spannend“, sagt Lange und schmunzelt.

Von Uwe Hofmann

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