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Umland Aus Asien eingewanderte Kirschessigfliege bedroht sächsischen Wein
Region Umland Aus Asien eingewanderte Kirschessigfliege bedroht sächsischen Wein
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11:36 03.09.2019
Eine Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) auf einer Traube. Quelle: dpa
Meißen/Pillnitz

Rund um die sächsischen Weinberge breitet sich ein aus Asien eingewanderter Schädling stark aus. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie teilte auf Anfrage mit, die Nachweise der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) in den aufgehängten Fallen seien in den vergangenen Wochen kontinuierlich angestiegen.

In der letzten Augustwoche sind demnach 408 Kirschessigfliegen in den 16 Fallen in und an Weinbergen nachgewiesen worden. Zwei Wochen zuvor waren es lediglich 62 Exemplare. Die Fallen dienen dem Monitoring, um die Ausbreitung der Kirschessigfliege zu überwachen und Winzer frühzeitig über die Gefahr informieren zu können.

Goldriesling in Pillnitz betroffen

Eine Sprecherin der Landwirtschaftsbehörde teilte mit, dass aktuell besonders viele Schädlinge (738 von 647 im August) in den Fallen entdeckt wurden, die in Hecken neben den Weinbergen aufgehängt sind. Die Experten gehen nach ihren Erfahrungen davon aus, dass die Schädlinge mit zunehmender Reife der Trauben in die Weinberge wandern. Als besonders gefährliche Herde gelten hierbei wilde Brombeeren.

Obwohl der Schädling rote Früchte bevorzugt, wurden die Fliegen inzwischen auch in der frühreifenden Weißweinsorte Goldriesling in Pillnitz nachgewiesen. An neun Standorten nimmt das Amt zudem Fruchtproben von den Trauben. Am 27. August wurden in einer Fruchtprobe erstmals Larven der Kirschessigfliege festgestellt. Mit drei Larven auf 50 Früchte ist der Befall aber noch gering.

Es sei die Rebsorte Cabernet Dorsa auf einem Meißner Weinberg betroffen, hieß es. Winzer Hendrik Weber hat die Trauben am Wochenende ohne Ausfälle und Qualitätsverlust ernten können, sagte er auf Nachfrage. Den Cabernet Dorsa verwendet der Kellermeister des Weinguts Matyas für Rosé-Jahrgangssekt nach klassischer Flaschengärung, die er in seiner kleinen Sektmanufaktur Perlgut herstellt. Sämtliche andere Fruchtproben in der Region waren ohne Befund.

Hendrik Weber hatte Glück. Er konnte die Trauben der Rebsorte Cabernet Dorsa am Wochenende noch ohne Verlust ernten. Durch kühleres Wetter droht aber nun eine explosionsartige Vermehrung der Kirschessigfliege (kleines Foto), deren Larven den Wein unbrauchbar machen können. Quelle: Lars Müller

Nicht nur Winzer sind betroffen: In Schirgiswalde wurde der Schädling in Pheromonfallen an und in einer abgeernteten Süßkirschanlage nachgewiesen. In Westsachsen ist das Insekt bei Wurzen entdeckt worden. Betroffen sind aktuell noch Himbeeren, Brombeeren und Holunder.

Das Landesamt warnt: „Laut Wettervorhersage ist in dieser Woche mit deutlich kühleren Temperaturen und zum Teil auch mit Niederschlägen zu rechen. Das wird die Vermehrung der Kirschessigfliege begünstigen und kann zu einem weiteren Befall der Früchte führen.“

Säge am Hinterteil der Weibchen

Die Pflanzenschutzexperten empfehlen den Obst- und Weinbauern, weiterhin streng auf die Bestandshygiene zu achten: Reife Früchte sollten vollständig abgeerntet und unverzüglich gekühlt werden. Zudem können Winzer Schäden vorbeugen, indem sie die Traubenzonen gefährdeter Rebsorten entblättern.

Die Kirschessigfliege ist im Gegensatz zu heimischen Fruchtfliegen gefährlich, weil die Weibchen mit einer Art Säge am Hinterteil die Fruchthäute aufschneiden und ihre Eier beispielsweise in den Weinbeeren ablegen können. Die Larven entwickeln sich rasend schnell, sorgen für Fäulnis und können fast reife Kulturen kurz vor der Ernte komplett ruinieren.

Von Lars Müller

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