Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Ins einstige Druckhaus zieht neues Leben ein
Region Umland Ins einstige Druckhaus zieht neues Leben ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 08.02.2019
Die Visualisierung zeigt den Blick vom Baderberg aus auf die „Laurentii Residenz“. Quelle: Visualisierung: Wohnartplus
Meißen

Barken sperren die Badergasse zwischen Theaterplatz und Lorenzgasse in Meißen ab. Aus den Häusern entlang der Gasse Baberberg dringen Arbeitsgeräusche – ein untrügliches Zeichen, dass sich was im ehemaligen Meißner Druckhaus tut. Seit die Druckerei, die heute den Namen „Unitedprint.com SE“ trägt, im Jahr 2003 das Gebäudeensemble bestehend aus fünf Häusern verlassen hat und sich im Gewerbegebiet Radebeul-Naundorf ansiedelte, stand der Komplex leer und verfiel zusehends. Nun baut die Dresdner Wohnartplus GmbH das Quartier zum seniorengerechten Wohnen um.

„Es entstehen 56 Wohnungen“, berichtet Geschäftsführer Rico Jopp. Der Großteil ist um die 40 Quadratmeter groß, ein paar wenige bis zu 75 Quadratmeter. Alle werden barrierefrei gestaltetet beispielsweise mit bodengleichen Duschen in den Bädern. Darüber hinaus bekommen jede Wohneinheit entweder eine Terrasse, Loggia oder Balkon. Der Austritt ist ebenerdig.

Als künftige Mieter stellt sich der Bauherr jetzt noch aktive Senioren und Ehepaare vor. Im Gegensatz zu anderen Formen des Betreuten Wohnens können sie mit zunehmenden Alter und je nach Bedarf Haushalts-, Freizeit- oder Pflegeleistungen zur normalen Miete hinzubuchen. „Die Kosten für diese Leistungen werden erst bei Inanspruchnahme durch den Mieter fällig“, informiert Jopp. Als Dienstleister ist die DSW24 Dresdner Servicewohnen GmbH vor Ort. Wie hoch die Kaltmiete je Quadratmeter ausfallen wird, muss erst noch kalkuliert werden. Es solle aber kein Luxuswohnen werden, sondern für die große Mehrheit bezahlbar bleiben, so Jopp.

Im Erdgeschoss des Gebäudes Theaterplatz 7 entsteht ein Gemeinschaftsraum, den die künftigen Bewohner für Feierlichkeiten, als Treffpunkt, für Sportangebote oder andere Veranstaltungen nutzen können. Das Haus daneben muss dagegen weichen und Platz für die Einfahrt zur Tiefgarage mit elf Stellplätzen machen. Auch im Innenhof werden nicht benötigte Nebengebäude abgerissen, um den frei werdenden Bereich grün zu gestalten. Vor drei Wochen haben die Entkernungsarbeiten begonnen. Für Mitte 2020 ist die Fertigstellung geplant. Die Investitionssumme umfasst zwölf Millionen Euro.

„Laurentii Residenz“ lautet der Name des altersgerechten Wohnprojekts, das das Carré ab dem Haus Theaterplatz 7, den Baderberg hinauf und die Lorenzgasse hinunter bis zum Doppelgebäude Lorenzgasse 5a umfasst. Das Quartier hat eine bis ins Mittelalter zurückreichende Geschichte. So wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1221 ein Hospital des Domkapitels erwähnt, das sich auf dem Areal befand. Später wurde es St. Laurentii genannt. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges kam es zu einem schweren Brand und im Anschluss zu umfangreichen Umbauten.

Im Jahr 1815 kaufte Christian Ehregott Klinkicht die früheren Räume der Badestube am unteren Baderberg, um dort seine Druckerei unterzubringen. Seine Familie führte über mehrere Generationen hinweg das Unternehmen weiter und dehnte es immer weiter auf die umliegenden Gebäude aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Enteignung.

Ab Anfang der 1950er Jahre produzierte an dem Standort das „Meißner Druckhaus“ als eigenständiges Werk. 1965 ging es im „VEB Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden“ auf. Im Februar 1992 kaufte Wolfgang Lerchl das Druckhaus und entwickelte es zu einer Online-Druckerei. Da die Altbauten in Meißens Innenstadt dem expandierenden Unternehmen Grenzen setzte, erfolgte 2003 der Umzug nach Radebeul.

Von Silvio Kuhnert

Auf der Jahrespressekonferenz am Donnerstag ließ die Festung Königstein auf ein ereignisreiches Jahr blicken. Im diesjährigen Programm beleuchtet die Festung ihre Bedeutung in den verschiedenen Epochen – und feiert ein großes Jubiläumsfest.

08.02.2019

Am Samstag wurde in Meißen der sächsische Gründerinnenpreis vergeben. Petra Köpping (SPD) bezeichnet die Preisträgerinnen als „herausragende Vorbilder".

08.02.2019

Die westsächsische Firma Weck und Poller lässt in der Großgemeinde eine Niederlassung errichten – und schließt damit die letzte große Lücke im Ottendorfer Gewerbegebiet.

08.02.2019