Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland In Miltitz sind die Esskastanien reif
Region Umland

In Miltitz sind die Esskastanien reif

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:10 26.10.2020
Esskastanien, die in Miltitz vom Baum gefallen sind. Quelle: Lars Müller
Anzeige
Miltitz

In Miltitz im Triebischtal unweit von Meißen ist in diesen Tagen ein beinahe mediterranes Naturspektakel zu erleben. Die Maronen mit ihren stacheligen Schalen fallen von mächtigen Bäumen und werden von Liebhabern aufgesammelt. In der kleinen Gemeinde steht unweit des ehemaligen Ritterguts und der Dorfkirche der nördlichste zusammenhängende Esskastanienhain in Europa mit rund 80 Bäumen unterschiedlichen Alters.

Der Sage nach soll der als Heiliger verehrte Meißner Bischof Benno vor gut 900 Jahren die ersten Bäume in Miltitz gepflanzt haben. Ihm wird auch die Ansiedlung des Weinbaus in Sachsen zugeschrieben. Nachgewiesen werden kann die Geschichte des Miltitzer Esskastanienparks bis 1550 zurück. Ein gewisser Karl von Miltitz habe die Bäume damals gesetzt, wissen Dorfbewohner zu berichten. Der Adlige aus dem örtlichen Herrscherhaus war seinerzeit päpstlicher Staatssekretär im Vatikan, hat dort die Maronen kennengelernt.

Das tägliche DNN-Update als Newsletter

Die News aus Dresden, Sachsen, Deutschland und der Welt – von uns zusammengestellt täglich gegen 7 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

In Sachsens Wäldern haben die Esskastanien bislang keine wirtschaftliche Bedeutung. Im Elbtal stehen einzelne Bäume zwischen Weinbergen. Die Behörden haben seit Jahrzehnten ein Auge auf den Miltitzer Hain, der in der DDR-Zeit schon durch Neuanpflanzungen ergänzt wurde und seinerzeit den Status eines Flächennaturdenkmals erhielt.

Ein Ausflug in den Miltitzer Kastanienhain eignet sich für Familien mit Kindern ebenso wie für Ruhesuchende. Das Aufsammeln von Esskastanien für den Eigenverbrauch ist geduldet.

Von Lars Müller