Im Zentralgasthof Weinböhla endet eine Ära
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Umland Im Zentralgasthof endet eine Ära
Region Umland Im Zentralgasthof endet eine Ära
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12:13 17.04.2020
Christina Wolf bekam einen Präsentkorb zum Abschied.
Christina Wolf bekam einen Präsentkorb zum Abschied. Quelle: Steffen Manig
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Weinböhla

Der Abschied falle ihr etwas schwer, sagt Christina Wolf. Als Geschäftsführerin hat sie den Zentralgasthof Weinböhla als Kulturhaus mit aufgebaut und zu der Adresse gemacht, die im Schnitt jedes Jahr zwischen 12 000 und 13 000 Besucher über die Gemeindegrenzen hinweg anlockt. Mit 65 Jahren verabschiedet sich Wolf nun in den Ruhestand.

Im Januar 2001 übernahm sie die Leitung des „Zentraler“, wie das Kultur- und Veranstaltungszentrum der Kommune im Volksmund kurz genannt wird. Das war rund anderthalb Jahre nach der Wiedereröffnung des sanierten Jugendstil-Ballsaals. Damals gab es bis auf Aufführungen der Landesbühnen Sachsen und Konzerte der Elblandphilharmonie kaum Veranstaltungen in dem außerhalb Weinböhlas eher unbekannten Kulturhaus.

Fünf Jahre nach der Wiedereröffnung des „Zentraler“: Geschäftsführerin Christina Wolf und Steffen Mendrok in ihrem wunderschönen Saal. Quelle: Birgit Andert

Schwierige Aufbaujahre

„Der Aufbau war nicht einfach“, erinnert sich Wolf. Es galt Kontakte zu Künstlern und Agenturen zu knüpfen und Überzeugungsarbeit zu leisten, damit sie ein Konzert, Kabarettabend oder Lesung im Haus geben. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Im Schnitt stehen normalerweise jährlich rund 65 eigene Veranstaltungen sowie bis zu sieben Gastspiele auf dem Programm.

Der Reigen an bekannten Namen, die Wolf nach Weinböhla holte, kann sich sehen lassen. Roland Kaiser, Andrea Berg, Helene Fischer, Matthias Reim und Nina Hagen sowie Bands wie Silly, Karat oder Puhdys traten im Saal mit 585 Plätzen auf.

Gäste ohne Starallüren

„Es gab viele schöne Momente“, sagt Wolf. Ihr persönliches Highlight war der Auftritt von Armin Mueller-Stahl. Der weltbekannte Star sei ein ganz toller Typ und trotz seiner Berühmtheit ganz bodenständig geblieben, schwärmt Wolf noch heute. Generell ist ihr keiner ihrer Gäste durch irgendwelche Starallüren negativ in Erinnerung geblieben.

Leitet künftig den „Zentraler“: die Eventmanagerin und ehemalige Weinkönigin Antje Wiedemann (hier auf einem Foto von 2003). Quelle: Oliver Killig/dpa

Wolf freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Nun kann sie mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Im Herbst plant sie, eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Hospiz aufzunehmen. Ihre Nachfolge im „Zentraler“ tritt die ehemalige Weinkönigin und Eventmanagerin Antje Wiedemann an.

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Von Silvio Kuhnert