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Umland Im Wahlkreis 49 geht den Brunnendörfern das Wasser aus
Region Umland Im Wahlkreis 49 geht den Brunnendörfern das Wasser aus
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09:46 21.08.2019
Die Region will weg von dem einseitigen Image als Winter- und Weihnachtsland. Quelle: Arno Burgi, dpa
Osterzgebirge

Von der Stadtgrenze Dresdens hinauf bis zur deutsch-tschechischen Staatsgrenze erstreckt sich der Wahlkreis 49. „Der Bergbau prägte die Osterzgebirgsregion über fünf Jahrhunderte und ist Ursprung vieler Siedlungen und das Fundament für viele Gewerke. Von ihm gingen technische Innovationen aus. Heute findet man zahlreiche Unternehmen, deren Schwerpunkttechnologie die Feinmechanik ist“, charakterisiert Landrat Michael Geisler (CDU) diesen Landstrich.

Von der Stadtgrenze Dresdens hinauf bis zur deutsch-tschechischen Staatsgrenze erstreckt sich der Landkreis 49. Quelle: Holger Grigutsch

„Wintersport und Wintertourismus sowie Leistungssport von Weltrang hat in Altenberg auf der Bobbahn eine Heimat“, führt der Kreischef weiter aus. Vom 17. Februar bis 1. März 2020 steht der Eiskanal mit der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft wieder im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. „Die Berichterstattung in Funk und Fernsehen sowie Presse ist zugleich unbezahlbare Werbung für die Region und Sachsen“, so Geisler. Daher sei zur Erhaltung des Standortes eine technisch einwandfreie und sportlich anspruchsvoll zu fahrende Bahn sehr wichtig. Neben dem jährlichen Unterhalt steht als nächstes großes Investitionsvorhaben die Entschärfung der Kurven 11 bis 13 an. Ohne Fördermittel vom Freistaat könnte der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge den über 3,3 Millionen Euro teuren Umbau im Jahr 2021 nicht stemmen.

Weg vom einseitigen Image als Winter- und Weihnachtsland

Da es in der kalten Jahreszeit keine Garantie für Schnee gibt, bewegt sich der Tourismus im Osterzgebirge vom früheren Image als Winter- und Weihnachtsland weg und entwickelt sich immer mehr zum Ganzjahresreiseziel. So habe sich die Region in den vergangenen Jahren neben „Traditionshandwerk & Weihnachten“ stärker auf die Schwerpunktthemen „Sportlich & Aktiv“, „Eisenbahn & Oldtimer“ sowie „Bergbau & Kulturschätze“ fokussiert. „Zu diesen Themen wurden und werden immer neue Angebote für die Gäste entwickelt, wie zum Beispiel 2011 die Eröffnung des Kammweges von Geising bis ins Vogtland oder die Rennradstrecke

Strukturdaten

Zum Wahlkreisgehören Altenberg (Stadt), Bannewitz, Dippoldiswalde (Stadt), Glashütte (Stadt), Hartmannsdorf-Reichenau, Hermsdorf/Erzgeb., Klingenberg, Kreischa und Rabenau (Stadt).

Die Flächedes Wahlkreises beträgt 566 Quadratkilometer, davon sind 59,6 Prozent Landwirtschaftsfläche.

Insgesamt leben im Wahlkreis 57 408 Menschen. Davon sind 50,3 Prozent Frauen, der Ausländeranteil liegt bei 1,9 Prozent (2017).

16,8 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt, demgegenüber sind 26,2 Prozent der Einwohner im Wahlkreis über 65 Jahre alt.

Das Durchschnittsalterliegt bei 47,5 Jahren. Vor fünf Jahren betrug es 47,1 Jahre und vor zehn Jahren lag es lediglich bei 45,8 Jahren.

Das mittlere monatliche Nettoeinkommen (Median) lag 2017 nach den Angaben des Statistischen Landesamtes bei 1311 Euro, fünf Jahre zuvor waren es 1191 Euro und 2009 lediglich 972 Euro.

Grundsicherungim Alter beziehen von 1000 Einwohnern fünf Bürger.

Es gibt 2701 Betriebe im Wahlkreis. Im Tourismus stehen 4992 Gästebetten zur Verfügung, deren durchschnittliche Auslastung 2017 bei 52,3 Prozent lag. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug im gleichen Jahr 5,7 Prozent.

’Stoneman Miriquidi Road’ von Oberwiesenthal nach Altenberg im vergangenen Jahr“, berichtet Geisler. In diesem Jahr wird die Mountainbike-Route, die sogenannte „8000 Blockline“, an den Start gehen, ein Angebot auch für Familien mit Kindern. Zudem werden die jährlich wiederkehrenden Angebote, wie Tag des traditionellen Handwerks oder die Frühjahrs- und die Herbst-Wanderwochen immer wieder mit neuen Ideen gespickt.

Anerkennung als Weltkulturerbe einmalige Chance

Und ganz aktuell ist die Montanregion Erzgebirge seit dem 6. Juli dieses Jahres UNESCO-Weltkulturerbe. „Drei der 22 Bestandteile der Montanregion liegen im Osterzgebirge, und zwar die Hochmittelalterlichen Silberbergwerke Dippoldiswalde, die Montanlandschaft Altenberg-Zinnwald und der Verwaltungssitz Lauenstein“, informiert Geisler. Die Anerkennung als Weltkulturerbe sei eine einmalige Chance, „den Bekanntheitsgrad des Erzgebirges weltweit auszubauen und der Region neue Entwicklungsimpulse für den Tourismus mit auf den Weg zu geben.“

Im Landtagswahlkreis 49 gibt es neun Kommunen – darunter sind vier Städte und die Gemeinde Bannewitz mit allein fast 10 900 Einwohnern. Dieser Fakt könnte die Vermutung nahelegen, es handelt sich um einen urbanen Raum. Doch das Gegenteil ist der Fall. Allein die Anzahl der Ortsteile von Altenberg – 20 sind es – zeigt auf, dass es sich um eine ländlich geprägte Region handelt.

Der heiße und trockene Sommer 2018 warf ein neues Problem auf. Die Einwohner etlicher Ortschaften beziehen ihr Trinkwasser aus eigenen Brunnen. Durch fehlende Niederschläge sank der Grundwasserspiegel. Trinkwasser wurde in den sogenannten „Brunnendörfern“ knapp. Der Anschluss dieser Ortschaften ans Trinkwassernetz wird laut Geisler vorangetrieben, gestaltet sich jedoch schwierig. Die durch den Freistaat vorgesehenen Fördersätze von 65 Prozent seien zu gering, um die „übrig gebliebenen“ besonders aufwendigen Vorhaben zu finanzieren. Der Eigenanteil der Betroffenen wäre vergleichsweise sehr hoch und beliefe sich auf 20 000 bis 30 000 Euro pro Grundstück. „Um eine möglichst hohe Quote des Anschlusses zu erreichen, müsste der Freistaat die Förderung auf circa 85 Prozent anheben“, schreibt Geisler dem neuen Landtag in das Hausaufgabenbuch. Bis zur Realisierung sei die Wasserversorgung der Einwohner gegebenenfalls über mobile Einrichtungen sicher zu stellen.

Kitas, Schulen, Brandschutz

Zentral liegt im Wahlkreis die Große Kreisstadt Dippoldiswalde. „Ich erhoffe mir, dass die Abgeordneten des Sächsischen Landtages mindestens wie bisher die Kommunen durch eine bedarfsgerechte finanzielle Ausstattung stärken, damit wir die vielfältigen Herausforderungen, die vor uns liegen, umsetzen können“, sagt die erst Ende Mai dieses Jahres frisch ins Amt gewählte Dippser Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Hierzu zählt sie Aufgaben der Daseinsvorsorge wie Kitas, Schulen, Brandschutz sowie infrastrukturelle Maßnahmen wie Straßenunterhaltung und -bau.

Die Direktkandidaten im Wahlkreis 49 – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge 2

CDU: Andrea Dombois, Landtagsabgeordnete, geboren 1958 in Leipzig, wohnhaft in Dippoldiswalde

Linke: Steffen Wolf, Rohrleitungsbauer, geboren 1963 in Bischofswerda, wohnhaft in Heidenau

SPD: Dagmar Neukirch, Diplom-Sozialwirtin, Landtagsabgeordnete, geboren 1972 in Freiberg, wohnhaft in Dresden

AfD: André Barth, Landtagsabgeordneter, geboren 1969 in Dresden, wohnhaft in Dippoldiswalde

Bündnis 90/Die Grünen: Holger Weiner, Gartenbauingenieur, geboren 1963 in Leisnig, wohnhaft in Freital

FDP: Peter Weinholtz, Richter, geboren 1957 in Berlin, wohnhaft in Freital

Freie Wähler: Thomas Kirsten, Bürgermeister, geboren 1953 in Altenberg, wohnhaft in Altenberg

Neben diesen Pflichtaufgaben kommen freiwillige Aufgaben der Daseinsvorsorge hinzu, bei denen die Kommunen im ländlichen Raum auf die Unterstützung des Landes angewiesen sind. Damit die ländlich geprägten Gegenden für Unternehmen sowie die Bewohner attraktiv bleiben, sind Themen wie Mobilität, schnelles Internet, Ärzteversorgung und ortsnahe Kitas und Schulen wichtig. „Ebenfalls sollte die Landesregierung das Thema Sicherheit weiterhin forcieren“, meint Körner. Hier müsse das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden. „Das wiederum wird nur der Fall sein, wenn man die Einsatzkräfte ’körperlich’ außen wahrnimmt“, so die OB, die für mehr Polizeipräsenz auf der Straße plädiert.

Auf Körners Wunschliste an den neuen Landtag steht zudem, den Breitbandausbau zu beschleunigen und Dippoldiswalde bei der Finanzierung besser zu unterstützen. „Derzeit geht die Stadt voll in Vorkasse!“, betont die Oberbürgermeisterin. Das gleiche gelte bei der Beseitigung von Hochwasserschäden und anderen Naturkatastrophen.

Von Silvio Kuhnert

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