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Umland Hahnemannzentrum will "Heilig Kreuz" sanieren - Verein verzeichnet steigendes Interesse an Homöopathie
Region Umland Hahnemannzentrum will "Heilig Kreuz" sanieren - Verein verzeichnet steigendes Interesse an Homöopathie
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19:35 21.03.2012
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Von Uwe Hofmann

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Meißen. "Wir hatten eine Denkpause dringend nötig. Dazu haben wir den Winter genutzt", sagt Helge Landmann. Jetzt will der Vorsitzende des Meißner Hahnemannzentrums so richtig loslegen. So soll die Sanierung der Klosterruine Heilig Kreuz in Gang kommen, auf deren Gelände sich der Verein 1994 angesiedelt hat. Bis zur 800-Jahr-Feier der Anlage im Jahr 2017 soll sie nicht nur baulich gesichert, sondern denkmalgerecht restauriert werden. So ist etwa an die Wiederherstellung historischer Fassadenmalereien gedacht, was das "graumäusige" Erscheinungsbild des alten Gemäuers doch sehr verändern würde. Die Kosten beziffert Landmann auf etwa 450 000 Euro. "Wir sind in Gesprächen mit verschiedenen Stiftungen", sagt er. Spätestens bis Mitte des Jahres erhofft er sich konkrete Zusagen. Der Verein peilt dabei eine Förderquote von 85 Prozent an.

"Bisher haben wir zusehen müssen, wie es hier verfällt", sagt Landmann, der für die Freien Bürger im Stadtrat sitzt. Neuen Schwung brachte ein Entscheid des Kommunalparlaments im vorigen Jahr. Demnach bekam der Verein Erbbaurecht über das gesamte Grundstück der Klosterruine. Weil das Bauwerk so sanierungsbedürftig ist, strich der Stadtrat im Gegenzug die rund 7000 Euro Erbpacht, die der Verein bisher jährlich für seine Rechte über etwa zwei Drittel der Anlage gezahlt hat. Dieses Geld bildet nun den Grundstock an Eigenmitteln, die aus verschiedenen Töpfen für die Sanierung aufgestockt werden sollen.

Die Arbeiten werden anders als bisher professionelle Handwerker vornehmen. Denn die Jugendwerkstatt, bei der ins Straucheln gekommene oder straffällige Jugendliche durch nützliche Arbeit zurück in geregelte Bahnen finden sollten, ist bis auf weiteres auf Eis gelegt. "Der Freistaat kann die Komplementärmittel nicht aufbringen", sagt Landmann lapidar. Ohne Förderung könne der Verein das Programm nicht aufrecht erhalten. Dabei hat es durchaus nicht nur für die Jugendlichen Nutzen gehabt. So hat die Klosterruine ein Notdach über marode Gewölbe im Ostteil den jungen Leuten zu verdanken.

Während die Sanierung viele Kräfte bündelt, läuft das Kerngeschäft des Vereins offenbar glänzend. Dabei geht es darum, an den in Meißen geborenen Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann zu erinnern. So sind die Mitte April stattfindenden Hahnemanntage hoffnungslos überbucht. 50 bis 60 Namen stünden auf der Warteliste, meint Landmann. Mit dem Thema "Erschöpfungszustände und Burn out" habe man offenbar einen Nerv getroffen. Auch sonst verzeichnet Landmann steigendes Interesse an den Angeboten des Vereins, besonders bei Ärzten. Allerdings wolle man auch die Seminare für Laien forcieren, schließlich "wollen wir Medizin nicht nur zur Strecke für die Halbgötter in Weiß machen", sagt der Vereinschef. So gibt es etwa ab Ende Juni "Vater-Mutter-Kind-Kurse".

Auch die schöne Gartenanlage soll Besucher in die Klosterruine locken. Erstmals wird eine Reihe mit Gartenführungen angeboten, bei denen je eine Pflanze im Mittelpunkt steht. Ein Spektakel verspricht das Rosenfest, das im "barocken Lustgarten" gefeiert werden soll. Wie das aussieht, steht noch nicht fest. Man arbeite mit Hochdruck am Programm, teilt Landmann mit.

Hahnemannzentrum Meißen, Leipziger Str. 94, Anmeldung unter Tel.: 03521/40 02 34

- am 10. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren

- nach Besuch der Meißner Stadtschule und der Fürstenschule St. Afra beginnt Hahnemann 1775 ein Medizinstudium an der Universität Leipzig

- nach einem Dreivierteljahr wechselt er an die Wiener Universität, 1779 promoviert er in Erlangen.

- nach 1800 lassen sich erstmals homöopathische Behandlungen Hahnemanns belegen; 1805 führt er den Begriff in einem Aufsatz ein

- 1810 erscheint das Grundlagenwerk "Organon der rationellen Heilkunde"

- 1812 Lehrbefugnis an der Universität Leipzig, Hahnemann sammelt Schüler um sich und begründet so die neue Disziplin Homöopathie

- 1821 wird er herzoglicher Leibarzt in Köthen

- 1835 zieht Hahnemann nach Paris

- am 2. Juli 1843 verstirbt er dort

aus dem programm

- 13. April, 19 Uhr: Stadtbibliothek Meißen, Vortrag "Burn Out - Modekrankheit oder mehr?", 10 Euro

- 14./15. April: Hahnemanntage

- 25. April, 17-19 Uhr: Gartenimpressionen Küchenschelle, 10 Euro

- 1. Mai, 10 Uhr: Kräuterwanderung durch das Jahnabach-Tal

- 4./5. Mai: Seminar Vergleichende Materia Medica, 130 Euro

- 7. Mai, 10-12 Uhr: Kostenfreie homöopathische Beratung

- 20. Mai, 15 Uhr: Führung durch die Klosterruine, 3,50 Euro

- 30. Mai, 17-19 Uhr: Gartenimpressionen Kamille, 10 Euro

- 16. Juni, 16 Uhr: Rosenfest in der Kloster- ruine

- 14. Juli, 14-17 Uhr: Tag der offenen Tür

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.03.2012