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Umland Händler verteidigen das Stadtzentrum von Radebeul-West und arbeiten an dessen Zukunft
Region Umland Händler verteidigen das Stadtzentrum von Radebeul-West und arbeiten an dessen Zukunft
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18:43 21.03.2019
Schulterschluss in der Händlerschaft: Sie bleiben auf der Bahnhofstraße und engagieren sich für eine positiven Entwicklung des Stadtteils. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

Das von Architekt Thomas Scharrer Anfang dieser Woche gefällte Urteil über das Stadtzentrum von Radebeul-West wollen die Händler rund um die Bahnhofstraße nicht unkommentiert in der Welt stehen lassen. „Das ist kein abgestürzter Stadtteil“, kontert Uwe Marx, Inhaber von Mode Marx. Rund 40 Gewerbetreibende gibt es vor Ort. Es stünden gerade einmal fünf Geschäfte leer, betonen Händler und Stadtteilmanagerin Nadine Wollrad.

Der Eindruck, dass ein Laden nach dem anderen auf der Bahnhofstraße sowie im Kreuzungsbereich zu Meißner und Moritzburger Straße schließt, wird durch große Schaufenster ohne Warenangebot wie die von der ehemaligen Rossmann-Filiale vermittelt. Aber das täuscht. Es gibt viel Bewegung im Viertel. So eröffnet im Erdgeschoss des Klinkerbaus Bahnhofstraße 12b in rund einem Monat eine Hautärztin ihre Praxis. Auf die Ladenfläche des geschlossenen Schokoladens dehnt sich der benachbarte Optiker aus. Verleger Jens Kuhbandner ist mit seinem Notschriftenverlag in einen kleinen Laden in zweiter Reihe hinter der Stadt-Apotheke eingezogen. Und auch für die mit Folie verhangenen Schaufenster in der Bahnhofstraße 4 gegenüber der Sparkassen-Filiale gibt es Hoffnung. Das benachbarte auf skandinavische Wohnaccessoires spezialisierte Geschäft „elbdal“ möchte sich dort vergrößern. Für die Händlerschaft sind dies positive Belege dafür, dass Kunden das Zentrum von Radebeul-West nicht meiden.

Ihnen ist bewusst, dass es das noch Problem und Defizit gibt, sonst wäre das Viertel nicht Sanierungsgebiet. Von Ideenlosigkeit, wie sich die Attraktivität, Aufenthaltsqualität und der Branchenmix verbessern lässt, kann allerdings nicht die Rede sein. „Seit einem Dreivierteljahr arbeiten die Händler an einem Leitbild“, berichtet Stadtteilmanagerin Wollrad. Seit Mittwoch stehen ihre Vorschläge und Vorstellungen beispielsweise zur Gestaltung des Bahnhofvorplatzes oder der Bahnunterführung fertig auf Papier. „Jetzt müssen wir noch auf das Verkehrsleitbild warten“, sagt Wollrad.

Die Stadtverwaltung lässt derzeit ein Konzept erstellen, wie der Durchgangs- und Schwerlastverkehr auf der Bahnhofstraße minimiert werden kann. Ende April soll das Papier vorliegen. Danach werden beide Leitbilder aufeinander abgestimmt und im Anschluss der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Kritik Scharrers, die Eigentümer der Geschäftseinheiten werden in den Diskussionsprozess nicht einbezogen, weist Wollrad zurück. Sie habe alle kontaktiert und ihnen den Dialog angeboten. Jedoch erwies sich dies nicht immer als einfach, da die meisten weit weg oder im Ausland wohnen und nicht alle zu Gesprächen bereit sind. „Wir sind auf einem guten Weg, brauchen aber einen langen Atem“, so Wollrad.

Von Silvio Kuhnert

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