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Umland Grundstücke im Landkreis Meißen werden teurer
Region Umland Grundstücke im Landkreis Meißen werden teurer
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17:44 24.06.2019
Symbolfoto. Quelle: Patrick Pleul, dpa/Archiv
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Meißen

Auf dem Immobilienmarkt im Landkreis Meißen gibt es viel Bewegung, was zu steigenden Preisen für Wohneigentum führt. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge für Grundstücke um 539 oder 20,16 Prozent erhöht. Bei dem dabei gemachten Umsatz ist im gleichen Zeitraum eine Steigerung von 166 Millionen Euro, ein Plus von 62,14 Prozent, zu beobachten.

Auf der Kreistagssitzung am Montagabend präsentierte die Verwaltung erste Auszüge aus dem neuesten Grundstücksmarktbericht, der noch in diesem Sommer erscheint. Zur Darstellung des Grundstücksmarktgeschehens haben Mitarbeiter des Landratsamtes Meißen die Immobiliengeschäfte von 2013 bis 2018 ausgewertet.

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Im Jahr des letzten verheerenden Hochwassers an der Elbe wechselten im Landkreis Meißen 2674 Grundstücke den Eigentümer. Darunter waren 1163 bebaute Grundstücke, 434 Eigentums- und Teileigentumswohnungen sowie 384 land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen. 425 Häuslebauer erwarben im Jahr 2013 unbebautes Bauland. Der Flächenumsatz betrug knapp 1759 Hektar, der Geldumsatz rund 267,6 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr registrierte die Landkreisverwaltung 3213 Grundstückswechsel. Darunter waren 1187 Gebäude, 897 Eigentums- und Teileigentumswohnungen und 322 Äcker, Wiesen und Wälder. 509 Familien wollen sich den Traum von den eigenen vier Wänden im Kreis verwirklichen und erwarben zusammenaddiert fast 77 Hektar Bauland. Insgesamt lag der Flächenumsatz in 2018 bei 2068,4 Hektar. Dafür überwiesen die Neueigentümer rund 433,9 Millionen Euro an die bisherigen Besitzer.

Diese Entwicklung hat Folgen für die Bodenrichtwerte. Der Gutachterussschuss des Kreises ist per Gesetz verpflichtet, diese Werte aller zwei Jahre zu ermitteln. Die jüngste Erhebung ist zum Stichtag 31. Dezember 2018 erfolgt. Danach bleibt Radebeul weiterhin das teuerste Pflaster im Kreisgebiet. Der Höchstbodenrichtwert liegt dort bei 375 Euro je Quadratmeter, eine Steigerung um 25 Prozent gegenüber 2016.

Andere Kommunen holen auf. Der größte Anstieg ist mit 69 Prozent in Moritzburg zu verzeichnen. Dort beträgt der höchste Bodenrichtwert 261 Euro je Quadratmeter. In den Nachbarkommunen Weinböhla und Coswig sind Steigerungen von 48 oder 37 Prozent auf 201 bzw. 199 Euro je Quadratmeter und in der „Kreishauptstadt“ Meißen ein Plus von 38 Prozent auf 150 Euro je Quadratmeter zu beobachten.

Als Gründe für die anhaltende Steigerung der Immobilienpreise macht die Landkreisverwaltung zum einen die anhaltende Niedrigzinsphase aus, weshalb Anleger in das als krisen- und inflationssichere „Betongold“ aufgrund fehlender Anlagealternativen investieren. Andererseits wirken sich die stark steigenden Immobilienpreise in der Landeshauptstadt Dresden auf das Umland aus.

Von Silvio Kuhnert