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Umland Glashütte Freital nimmt neuen Ofen in Betrieb
Region Umland Glashütte Freital nimmt neuen Ofen in Betrieb
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19:09 03.10.2019
Die Freitaler Glashütte – hier eine Aufnahme am alten Ofen – kann nun bis zu 160 Millionen Flaschen und Gläser pro Jahr herstellen. Das sind 120 Prozent mehr als vor der jüngsten Investition. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel
Freital

Noch ist der Knopfdruck zur Inbetriebnahme des neuen Glasofens in der Glashütte Freital eher symbolischer Natur. „Wir werden noch bis Ende Oktober brauchen“, schätzt Geschäftsführer Hans-Bernhard Führ. Solange wird es dauern, bis sämtliche Anlagen in der 100 Meter langen Halle fertig installiert und programmiert sind.

Die Inbetriebnahme nimmt rund 20 Tage in Anspruch. Am Tag 0 wird der frisch gesetzte Ofen gezündet und dann bei kleiner Flamme zunächst langsam getrocknet. Im nächsten Schritt fährt der Ofen auf 900 Grad Celsius hoch. Erst dann werden die Brenner gezündet und die Glasscherben eingeblasen, um sie dann bei über 1400 Grad einzuschmelzen.

40 neue Jobs

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Glasschmelzofens liegt zwischen zwölf und 15 Jahren. In dieser Zeit ist er 365 Tage pro Jahr rund um die Uhr in Betrieb. Deshalb arbeiten die 124 Mitarbeiter zuzüglich der acht Lehrlinge in vier Schichten. Für die neue Halle und den neuen Ofen hat das Unternehmen rund 40 neue Leute engagiert. Acht Stellen müssen noch besetzt werden, betont Göran Grosse, der ebenfalls als Geschäftsführer der Glashütte Freital GmbH vorsteht.

iDe Geschäftsführer Göran Grosse und Hans-Bernhard Führ (3. v. l.) führen ihre Gäste von der SIB - Christian Müller (2. v. l.) und Matthias Steinert (r.) - durch die neue Halle. Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel

Die Freitaler Glashütte stellt über 110 Sorten in den drei Farben Weiß, Grün und Antikgrün her und beliefert damit rund 150 Kunden europaweit und regional. So werden in der Glashütte beispielsweise die „Sachsenkeulen“ für sächsische Winzer produziert und die Nudossi-Gläser für die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH in Radebeul.

Emissionswerte halbiert

Geht es nach den Glaswerk-Chefs, würden sie gern noch mehr sächsische Produzenten mit ihren Gläsern und Flaschen beliefern. Mit der neuen Anlage, die laut Hans-Bernhard Führ einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag gekostet hat, kann das Unternehmen circa 160 Millionen Flaschen und Gläser pro Jahr herstellen. Das sei eine Verdopplung der bisherigen Kapazität plus 20 Prozent. Die Geschäftsleute betonen, dass der Bedarf nach Glas immens hoch und weiter im Steigen begriffen ist. Deshalb schließen sie auch nicht aus, dass bei einer entsprechend guten wirtschaftlichen Lage auch noch ein dritter und vierter Ofen möglich sei. Entsprechend groß müssen dann aber auch die Lagerkapazitäten sein, die schon jetzt etwa 8000 Tonnen fassen können.

Der „Neue“ sei mit der modernsten Technik ausgestattet, verrät Führ. Der Geschäftsführer rechnet dazu beispielsweise einen keramischen Kerzenfilter, durch den sich die Emissionswerte halbieren und der CO2-Gehalt punktgenau einstellen lasse. Zudem sei zusätzlich ein großer Transformator installiert worden, um mehr Leistung aus dem neuen Schmelzofen herauszubekommen.

Das Glaswerk Freital hat eine über 217-jährige Geschichte. 1802 als Königliche Friedrich-Hütte in Döhlen gegründet, stellt sie seitdem Behälterglas für den täglichen Gebrauch her. Als die heutige Geschäftsleitung das Unternehmen 2013 von der „Preiss-Daimler“-Gruppe übernahm, mussten die neuen Chefs den Betrieb zunächst konsolidieren. Bei der Modernisierung und dem Neubau der Halle unterstützte die „SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft“ die Glashütte. Die Tochtergesellschaft der Ostsächsischen Sparkasse Dresden streckte den Freitalern für die Kredite einen Teil des notwendigen Eigenkapitals vor.

Von Kerstin Ardelt-Klügel

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