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Umland Niedriger Wasserstand: Sorge um Badesee Birkwitz – was hat das Kieswerk damit zu tun?
Region Umland Niedriger Wasserstand: Sorge um Badesee Birkwitz – was hat das Kieswerk damit zu tun?
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09:55 08.03.2020
Für die Kieswäsche pumpt das Kieswerk Wasser aus dem Badesee. Quelle: Silvio Kuhnert
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Pirna

Droht der Bade- und Kiessee Birkwitz zu verlanden? Diese Sorge treibt die Einwohner des Pirnaer Ortsteils um. „Es wurde eine Absenkung des Wasserpegels von über zwei Meter festgestellt“, berichtet Ortsvorsteher Dieter Fuchs (Freie Wähler). Mit der Frage, mit welchen Maßnahmen eine weitere Abnahme des Wasserstands verhindert werden soll, wandte er sich an die Stadtverwaltung.

Ist das Kieswerk schuld?

Der Ortsvorsteher von Birkwitz-Pratzschwitz wartet nicht allein auf eine Antwort. Auch Handwerksmeister André Kurth hat sich wegen dieser Problematik an die Verwaltung gewandt. Er vermutet, dass die Kieswerke Borsberg am sinkenden Pegel Schuld tragen. Denn das Unternehmen entnimmt dem See Wasser, um den aus den Tagebaufeldern aus der Umgebung gewonnen Kies auszuwaschen. Früher leitete das Kieswerk das gebrauchte Spülwasser wieder in den See zurück.

Weil dieses jedoch mit Sedimenten angereichert war, regte sich aus Angst davor, dass die Wasserqualität leidet, Widerstand gegen die Praxis. Seit 2017 wird das Spülwasser nicht mehr dem See zurückgeführt. „Wie lange darf weiterhin abgepumpt werden?“, fragte Kurth. Er und weitere Einwohner hegen zudem den Verdacht, dass sich durch die einstige Einleitung des Schmutzwassers eine Sedimentschicht auf dem Grund des Sees abgelagert hat, sodass kein Grundwasser nachlaufen kann.

Experten: Trockener Sommer ist schuld

Die Pirnaer Stadtverwaltung bat das sächsische Oberbergamt in Freiberg sowie das Referat Gewässerschutz des Landratsamtes als zuständige Behörden um eine Stellungnahme. Beide führen den sinkenden Wasserstand auf die Trockenheit und Hitze in den Sommern und des Mangels an Schnee in den Wintermonaten der vergangenen zwei Jahre zurück. „Als Konsequenz fehlender Niederschläge zieht sich das Grundwasser in tiefere Regionen zurück“, schreibt die Kreisbehörde. Dieser Trend zu einem abgesenkten Grundwasserspiegel sei bei 90 Prozent der Grundwassermessstellen im Freistaat zu beobachten.

Ausgleich nur durch Niederschläge

Laut Oberbergamt ist eine Störung des Grundwasserzulaufes durch die in der Vergangenheit praktizierte Einspülung aus der Kieswäsche nicht belegbar. Das Landratsamt teilte mit, dass die Wasserentnahme keine messbaren Auswirkungen auf den Wasserspiegel habe. „Die Absenkung ist klimatisch bedingt und kann nur durch Niederschläge wieder ausgeglichen werden“, heißt es.

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Von Silvio Kuhnert

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